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Montag, 13. Februar 2012
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Devisen Franken gegen den Euro auf Mehrjahrestief

15.09.2006 ·  Der Schweizer Franken zeigt schon seit Tagen ausgeprägte Schwächezeichen gegen den Euro. Die Zentralbank strebt offensichtlich einen schwächeren Wechselkurs an, denn er fördert den Export.

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Der Schweizer Franken zeigt schon seit Tagen ausgeprägte Schwächezeichen gegen den Euro. Mit Kursen von bis zu 1,5938 Franken je Euro befindet sich die Währung des südlichen Nachbarlandes am Freitag auf dem tiefsten Stand seit dem März des Jahres 2000, also seit rund sechseinhalb Jahren.

Hintergrund dieser Entwicklung ist die Tatsache, daß die Schweizer Zentralbank den Leitzins nur zögerlich erhöht, obwohl die Wirtschaft des Landes an sich zur Zeit rund läuft. Am Donnerstag hat sie den Korridor für den Dreimonats-Libor um einen Viertel-Prozentpunkt auf 1,25 bis 2,25 Prozent angehoben. Dies ist die vierte Erhöhung des wichtigsten Schweizer Zinssatzes innerhalb eines Jahres.

Zentralbank strebt offensichtlich schwächeren Wechselkurs an ...

„Verläuft die wirtschaftliche Entwicklung wie erwartet, wird die Nationalbank die Anpassung ihres geldpolitischen Kurses graduell weiterführen“, hieß es am Donnerstag in einer Stellungnahme der Schweizerischen Nationalbank (SNB). Die SNB erhöhte ihre Wachstumsprognose für das laufende Jahr gegenüber Juni von etwas mehr als 2,5 auf nunmehr knapp drei Prozent. Demnach wächst die Schweizer Wirtschaft so schnell wie seit 2000 nicht mehr.

Vor allem Exporte geben der Konjunktur Auftrieb. Die Arbeitslosigkeit liegt auf dem geringsten Niveau seit drei Jahren, und der Schweizerische Gewerkschaftsbund hat im Junivier Prozent höhere Löhne gefordert. Die Verbraucherpreise werden in diesem Jahr 1,3 Prozent steigen, erwartet die SNB. Im Juni lag die Schätzung noch bei Schweizer Zentralbank erhöht Leitzins um viertel Prozentpunkt 1,2 Prozent.

Für die Jahre 2007 und 2008 hat die Notenbank jedoch ihre Inflationserwartungen zurückgenommen. Im nächsten Jahr rechnet sie nun mit einer Teuerung von 1,1 Prozent, zuvor war sie von einem Anstieg von 1,2 Prozent ausgegangen. Für 2008 wurde die Prognose von 1,9 Prozent auf 1,6 Prozent nach unten korrigiert. Das signalisierte dem Markt, daß sie wohl das Tempo der Zinserhöhungen nicht beschleunigen wird.

... denn er fördert den Export

Dieses Signal dürfte im Sinne einer „kompetitiven Währungsentwicklung“ absichtlich gesetzt worden sein, um gegen fundamentale Trends anzugehen, die von den persistenten Überschüssen des Landes ausgehen. Immerhin stimuliert eine schwächere Währung gegen den Euro den Schweizer Export, der vor allem in den Euroraum geht. Der Franken steht auch aufgrund von so genannten Carry Trades unter Druck, da das Zinsniveau in der Alpenrepublik deutlich tiefer ist, als in anderen Teilen der Welt. Dafür ist das absolute Preisniveau im europäischen Vergleich aufgrund der vielen abgeschotteten Marktsegmente extrem hoch, zum Beispiel im Immobilienbereich.

Die Zinsdifferenz lädt zusammen mit der offensichtlich angestrebten Währungsentwicklung spekulative Marktteilnehmer offen zu einer Verschuldung in Franken und der Anlage der Mittel beispielsweise in den Vereinigten Staaten ein. Auf dieser Basis kann die Währung weiter nach unten getrieben werden, auch wenn die spekulativen Impulse im Moment ziemlich stark ausgeprägt sein und zu Absicherungsstrategien raten mögen.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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