10.01.2005 · Alle Welt rätselt darüber, ob und wann China seine Währung vom Dollar entkoppeln wird. Fakten deuten darauf hin, daß das Land seine Währungsreserven längst diversifiziert. Möglicherweise als Vorbereitung auf eine flexiblere Währung.
Der Dollar bestimmt in der Regel die Schlagzeilen. Immerhin dreht und wendet sich im Devisenhandel beinahe alles um die amerikanische Währung. Dafür ist unter anderem die Dominanz Amerikas im Welthandel verantwortlich. Wichtig ist aber auch die Tatsache, daß Rohstoffe in der Regel in Dollar gehandelt werden.
Das hat zwei Effekte. Erstens können Rohstoffe teurer werden, weil sich das Nachfrage-Angebotsverhältnis verengt. Das dürfte aktuell der Fall sein, weil in der Rohstoffbranche in den vergangenen Jahrzehnten auf Grund der lange Zeit fallenden Preise vergleichsweise wenig investiert wurde. Gleichzeitig nahm in den vergangenen Jahren die Nachfrage auf Grund des internationalen Wirtschaftswachstums, vor allem in den Schwellenländern und den neuen EU-Beitrittsstaaten, deutlich zu.
Rohstoffpreise als eigenständige Währung
Das muß allerdings nicht alleine die Ursache für die stark steigenden Rohstoffpreise in Dollar gewesen sein. Denn möglicherweise haben sie auch deswegen angezogen, weil die amerikanische Zentralbank die Druckerpresse auf Hochtouren laufen ließ und die Welt tsunamiartig mit Dollars überschwemmte. Das heißt, die Anzahl der ausstehenden Dollarnoten hat im Vergleich mit den verfügbaren Rohstoffen stark zugenommen und hat so die Preise nominal nach oben getrieben. In diesem Sinne kann das ein Zeichen von Inflation sein.
Diese Entwicklung wird bestätigt durch die Dollarschwäche der vergangenen drei Jahre, die sich allerdings vor allem gegen den Euro und andere flexible Währungen zeigte. Die Währungen Asiens haben dagegen weniger stark gegen den Dollar aufgewertet. Denn einerseits ist der Yuan an den Dollar gebunden, andererseits haben sich die Japaner massiv verschuldet, nur um den Yen mit massivsten Interventionen künstlich schwächen zu können. Beides dürfte langfristig nicht aufrecht zu erhalten sein, ist es doch eine Wirtschafts- und Währungspolitik, die vor allem Europa benachteiligt.
Die asiatischen Währungen müssen deswegen gegen den Dollar aufwerten, weil die Länder der Region im Handel mit Amerika massive Überschüsse und auf diese Weise Währungsreserven erzielen. Lange Zeit kannten diese Währungsreserven nur einen Weg: zurück nach Amerika in die dortigen Wertpapiermärkte. Das könnte sich allerdings ändern. Denn erstens sind solche Positionen auf Grund der damit verbundenen Kurs- und Wechselkursrisiken hoch riskant. Vor allem in einem Umfeld steigender Zinsen in Amerika. Zweitens könnten viele der Länder die Mittel besser und effizienter verwenden.
China scheint längst auf „Diversifikationskurs“ zu sein
Möglicherweise haben das einige der asiatischen Länder längst erkannt und investieren in Rohstoffe oder andere Währungen als den Dollar. Beispielsweise China. Das Land kündigte in den vergangenen Wochen mehrfach an, in Ländern wie Brasilien, Argentinien und Rußland zu investieren, um die eigene Rohstoffversorgung zu sichern. Gleichzeitig machen Statistiken deutlich, daß China in den vergangenen Jahren deutlich weniger in Amerika investierte, als es die Entwicklung der Dollarreserven nahelegen würde. Möglicherweise ist diese Strategie Teil der systematischen Vorbereitung auf die Entkoppelung der Yuans vom Dollar. Denn auf Weise werden die Risiken deutlich tiefer gehalten, als jene, die Japan mit seiner Wechselkurspolitik eingeht.
Sollte China den Yuan künftig an einen handelsgewichteten Währungskorb koppeln, dürften vor allem der Yen, der koreanische Won und der Taiwan-Dollar davon profitieren. Denn mit diesen Ländern unterhält China intensive Handelsbeziehungen. Gleichzeitig würde sich für Japan die kompetitive Situation etwas entspannen und eine begrenzte Aufwertung des Yen zulassen. Damit sprechen strategische Überlegungen für einen Kauf asiatischer Währungen, auch gegen den Euro.
Der Dollar dürfte als Konsequenz kaum von den steigenden Zinsen profitieren. Denn erstens untergraben sie die Wirtschaftsdynamik im eigenen Land und damit die Attraktivität als Anlageregion. Zweitens könnten die Importpreise weiter anziehen, wenn der Dollar auch gegen Asien mehr abwertet. Drittens geht die bisher künstlich „gepushte“ Dollarnachfrage zurück.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06 % |
| Silber | 28,24 $ | +0,57 % |
| Platin | 1.430,00 $ | +0,92 % |
| Palladium | 592,00 $ | +0,34 % |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14 % |
| Gas | 0,53 £ | −0,56 % |
| Kaffee | 1,68 $ | +1,27 % |
| Zucker | 0,20 $ | +0,36 % |
| Orangensaft | 1,09 $ | +0,32 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |