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Devisen Euro-Yen und Euro-Schweiz auf Rekordniveau

12.04.2007 ·  Nach einer kurzzeitigen Krisenstimmung sind auch die Korrekturbewegungen am Devisenmarkt wieder korrigiert worden. Die Niedrigzins-Währungen befinden sich wieder einmal in der Defensive, allen voran Schweizer Franken und Yen.

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Hatte es noch im vergangenen Monat so ausgesehen, als ob die so genannten Carry Trades, die einzelne Währungsrelationen von einem Extrem zum nächsten bewegten, korrigiert werden würden, so hielt dieser Eindruck nur kurz an.

Deutlich wird das am besten mit einem Blick auf das Verhältnis zwischen Euro und Yen. War der Kurs von Mitte Februar bis Anfang März um 4,7 Prozent von 153 auf bis zu 151,86 Yen je Euro gefallen, so ist diese Kursbewegung inzwischen nicht nur wieder aufgeholt worden, sondern inzwischen hat die japanische neue Rekordtiefs gegen den Euro erreicht.

Neue Allzeithochs in Euro-Yen und Euro-Franken

Nach einem Kursgewinn des Euro von bis zu 5,7 Prozent in fünf Wochen wurden am Donnerstag im frühen Handel Spitzenwerte von bis zu 160,85 Yen je Euro erreicht. Der kurz-und langfristige Trend zeigt weiterhin nach oben. Das gilt nicht nur für den Yen. Denn auch der Taiwan-Dollar wertete im selben Zeitraum 3,2 Prozent ab, gefolgt vom amerikanischen Dollar - und allen daran gekoppelten Währungen - und vom Schweizer Franken.

Dagegen konnten Währungen wie der Neuseeland-Dollar, der australische Dollar, der Forint, die slowakische Krone und nicht zuletzt auch die türkische Lira im selben Zeitraum Kursgewinne von bis zu 4,7 Prozent gegen den Euro verbuchen. Gegen den amerikanischen Dollar, in dem viele internationale Anleger rechnen, vielen diese Kursgewinne sogar noch deutlicher aus.

Diese Kursbewegungen am Devisenmarkt machen das Ausmaß deutlich, in dem die so genannten Carry Trades, also die relative Arbitrage zwischen tief und hoch verzinslichen Währungen wieder aufgelebt sind. Ungeachtet der fundamentalen Entwicklungen und vor allem auch ungeachtet der immer ausgeprägter werdenden Ungleichgewichte in Form von Leistungsbilanzdefiziten und - überschüssen und rasch wachsenden Devisenreserven scheinen die Anleger davon auszugehen, dass sich diese Strategien auch künftig auszahlen werden.

Sie dürften geleitet werden von der Erwartung, dass sich an der makroökonomischen Grundkonstellation wenig ändern wird. Diese zeichnet sich in erster Linie dadurch aus, dass Japan seine Zinsen tief hält und auf diese Weise seine Anleger auf der Suche nach einer attraktiven Rendite ins Ausland treibt. Auf diese Weise gerät die Währung des Landes in die Defensive. Das wiederum stimuliert die Exportwirtschaft des Landes, obwohl diese es nicht nötig hätte und obwohl sie nur für einen kleinen Teil des Sozialproduktes des Landes steht. Gleichzeitig werden auf diese Weise die Preise an den internationalen Wertpapiermärkten verzerrt.

Das ist nicht alles. Denn ähnliches gilt auch für andere Staaten, die einerseits massive Handelsbilanzüberschüsse erzielen, die andererseits jedoch ihre Währungen nicht frei darauf reagieren lassen. Auf diese Weise und nicht selten auch noch mit zusätzlichen Exportsubventionen verschaffen sie der heimischen Industrie Exportvorteile, die die produzierenden Unternehmen in den Industriestaaten massiv unter Druck setzt. Früher oder später muss diese Konstellation zu protektionistischen Tendenzen führen, wie sie in den Vereinigten Staaten längst zu beobachten sind. Dort lahmt die Wirtschaft, die Produktivität lässt nach und gleichzeitig bleibt die Inflationsrate beharrlich hoch.

Längerfristige Risiken sind nicht zu übersehen

Kein Wunder also, dass sich die amerikanische Zentralbank unbehaglich fühlt, während der Markt fallende Leitzinsen in den Vereinigten Staaten und weiter steigende Zinsen in Europa und allenfalls leicht steigende Zinsen in Japan erwartet. Kurzfristig scheinen die Marktteilnehmer diese Konstellation voll ausreizen zu wollen.

Längerfristig gibt es jedoch Risiken. Diese liegen darin, dass die amerikanische Nachfrage nach Produkten aus den Exportländern nachlassen und auf diese Weise die gesamte positive wirtschaftliche Entwicklung der vergangenen Jahre unterminieren könnte. Diese hatte nicht nur die Produktionsnationen beflügelt, sondern indirekt über die Nachfrage nach Energie und Rohstoffen auch die Energielieferanten und die rohstoffreichen Schwellenländer. Sollte diese Dynamik nachlassen, wäre eine Korrektur der gegenwärtigen Trends überfällig.

Je früher das geschehen würde, desto einfacher würden sich die Ungleichgewichte beseitigen lassen. Kein Wunder also, dass Experten eine politische Koordination fordern: „Nur mit einer umfassenden Neubewertung der wichtigsten internationalen Währungen können die sich immer gefährlicher auftürmenden Ungleichgewichte in den globalen Leistungsbilanzen schrittweise abgebaut und schwerwiegende handelspolitische Auseinandersetzungen sowie eine tiefe Rezession der Weltwirtschaft vermieden werden“, lautet das Fazit einer Studie des Brüsseler Bruegel-Instituts, des Washingtoner Peterson Institute for International Economics und des Korea Institute for International Economic Policy. In diesem Sinne dürfte es ratsam sein, die gegenwärtigen Kursbewegungen an den Devisenmärkten mit der nötigen Skepsis zu betrachten.

Absicherungsstrategien drängen sich förmlich auf, vor allem auch beim Kauf von Fremdwährungsanleihen. Immerhin können adverse Wechselkursbewegungen Zinsvorteile rasch verbrauchen. Die Kursbewegungen der isländischen Krone im vergangenen Jahr mag manchem im Gedächtnis geblieben sein, der sich nicht mehr an die massive Aufwertungsbewegung des Yen in den neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts erinnern kann.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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