06.06.2005 · In den vergangenen Jahren dominierten zwei Grundtrends die Entwicklung am Devisenmarkt. Einerseits war es die ausgeprägte Dollarschwäche. Andererseits ist und war es die Anlehnung vieler asiatischer Währungen an den Dollar. Das scheint sich zu ändern.
In den vergangenen Jahren dominierten zwei Grundtrends die Entwicklung am Devisenmarkt. Einerseits war es die ausgeprägte Dollarschwäche. Andererseits ist und war es die Anlehnung vieler asiatischer Währungen an den Dollar, sei es durch eine direkte Bindung oder auch durch zum Teil massive Interventionen.
Diese Grundkonstellation führte dazu, daß die Dollarabwertung bis Ende des vergangenen Jahres sich vor allem im Verhältnis zum Euro und den anderen frei beweglichen Währungen zeigte. In der Konsequenz wertete die europäische Einheitswährung auch gegen die asiatischen Währungen auf. Das zeigte sich unter anderem an der Entwicklung des Euro gegen den Yen.
Yen arbeitet an der Wende zum Euro
Waren im Oktober des Jahres 2000 knapp 89 Yen nötig gewesen, um einen Euro erwerben zu können, so waren es im Dezember des vergangenen Jahres 141,61 Yen. Das sind knapp 60 Prozent mehr. Auf diesem Niveau hat sich das Währungspaar seitdem in einer Konsolidierungszone stabilisiert. In jüngster Zeit zeigt sich der Yen gegen den Euro gestärkt. Er hat nicht nur den mittelfristigen Abwertungstrend und den gleitenden 200-Tagesdurchschnitt überwunden, sondern er bewegt sich auf eine massive Widerstandszone bei 130 Yen je Euro hin. Sollte er auch diese überwinden, dürfte der Yen gegen den Euro zumindest aus technischer Sicht weiteren Rückenwind erhalten.
Möglicherweise läßt der sich auch fundamental ableiten. Denn nach der Ablehnung der EU-Verfassung in Frankreich und den Niederlanden und auch auf Grund des schwachen Wachstums im Euroraum und der dadurch implizierten Zinssenkungsphantasie ist die Stimmung im Markt zu Gunsten des Euro deutlich angeschlagen. Es gibt auch wegen der relativ fairen Bewertung zum Dollar relativ wenige Gründe, die für den Euro sprechen.
Wende ist fundamental längst überfällig
Auf der anderen Seite scheint sich die japanische Wirtschaft trotz aller Unkenrufe relativ robust zu entwickeln. Das läßt sich unter anderem mit den massiven Export- und Leistungsbilanzüberschüssen des Landes erklären. Auch die anhaltende Wachstumsdynamik im restlichen Asien dürfte das Ihre dazu beitragen. Das alleine spräche schon für eine Aufwertung des Yen gegen den Dollar und damit indirekt auch gegen den Euro.
Gleichzeitig ist China offensichtlich dabei, sich darauf vorzubereiten, die bisher fest an den Dollar gekoppelte Währung zu flexibilisieren. Auch das würde Japan Spielraum verschaffen, die bisher künstlich geschwächte Währung aufwerten zu lassen. Diese Gründe zusammen führen zur Vermutung, daß der Yen nicht nur langfristig, sondern auch kurz- und mittelfristig gegen den Euro weiteres Aufwertungspotential hat.
Eine solche Kursbewegung ist aus fundamentalen Überlegungen nicht nur logisch, sondern längst überfällig. Denn nur eine deutliche Aufwertung der asiatischen Währungen gegen den Dollar - und auch gegen den Euro - kann dazu beitragen, die internationalen Handels- und Leistungsbilanzungleichgewichte zu normalisieren.
In diesem Sinne dürfte nicht nur die Spekulation auf asiatische Währungen allgemein, sondern auch auf die Aufwertung des Yen gegen den Euro interessant sein - zumindest mittel- und langfristig. Kurzfristig dürfte die Absicherung von Positionen immer ratsam sein. Denn kurzfristige Ausreißer sind immer möglich.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06 % |
| Silber | 28,24 $ | +0,57 % |
| Platin | 1.430,00 $ | +0,92 % |
| Palladium | 592,00 $ | +0,34 % |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14 % |
| Gas | 0,53 £ | −0,56 % |
| Kaffee | 1,68 $ | +1,27 % |
| Zucker | 0,20 $ | +0,36 % |
| Orangensaft | 1,09 $ | +0,32 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |