10.01.2003 · Der Euro erreicht gegen den Yen neue Hochs und setzt damit den langfristigen Aufwärtstrend fort. Kurzfristig lauert eine Widerstandszone.
„The trend is your friend“ - wer sich an diese simple, aber um so effektivere Regel hält, der ist in den vergangenen zweieinhalb Jahren mit einer spekulativen Wette auf das Verhältnis zwischen dem Euro und dem Yen fantastisch gefahren. Denn mit Notierungen von knapp unter 126 Yen pro Euro hat die Währungsrelation nicht nur eine Kursbewegung um 40 Prozent hinter sich, sondern sie erreicht am Freitag den höchsten Stand seit dreieinhalb Jahren.
Und der Trend ist weiterhin in Takt. Die Wahrscheinlichkeit erscheint ziemlich groß, dass er sich fortsetzen wird. Denn sie lässt sich in erster Linie mit der unterschiedlichen Entwicklung zwischen Euro-Dollar und Dollar-Yen erklären. Und diese resultiert logisch und mathematisch in der Euro-Yen-Entwicklung.
„Verhaltensdivergenz“ zwischen Euro-Yen und Dollar-Yen
Während der Euro gegen den Dollar - vor allem auf Grund einer offensichtlich von der US-Administration tolerierten Dollarschwäche - immer weiter zulegt, ist die Entwicklung zwischen dem Dollar und dem Yen weniger ausgeprägt. Auf der einen Seite versucht zwar die japanische Regierung verzweifelt, den Yen auch gegen den Dollar abzuwerten, um die heimische Exportwirtschaft zu stützen. Aber gleichzeitig wird diese Absicht sowohl vom schwächelnden Dollar an sich konterkariert, als auch von Repatriierungsströmen. Denn Japan an sich ist zwar hoch verschuldet, aber gleichzeitig gibt es gigantische Vermögen, die auf Grund höherer Renditen im Ausland angelegt sind. Wegen der Wachstumseuphorie der 90er-Jahre vor allem in den USA.
Im Rahmen der strukturell-wirtschaftlichen Probleme in Japan werden diese Gelder bei Gelegenheit zurückgeholt. Schwerpunktmäßig kurz vor dem Ende des japanischen Fiskaljahres im März. Das führt trotz der japanischen Maläse immer wieder zu Aufwertungsschüben des Yen gegen den Dollar, obwohl er eigentlich abwerten müsste. Diese „Verhaltensdivergenz“ des Yen zum Euro einerseits und zum Dollar andererseits erklärt zumindest kursfristig die rasante Bewegung im Euro-Yen-Verhältnis. Kurzfristig gerät der Yen auch unter Druck, da Nordkorea den Non-Proliferations-Vertrag für Atomwaffen gekündigt hat.
Widerstandszone über 126 Yen je Euro
Charttechnisch betrachtet liegt allerdings direkt über der Marke von 126 Yen je Euro eine Widerstandszone, die von den in den Jahren 2001 und 2002 erreichten Hochpunkten abgeleitet wird. Und beide kamen im ersten Monat des Jahres zu Stande. Das deutet auf eine gewisse Zyklik hin und deckt sich mit den Repatriierungsströmen. Der Devisenmarktanalyst Martijn Prook von ABN Amro geht deswegen davon aus, dass zumindest kurzfristig eine Gegenkorrektur möglich ist. Da der langfristige Aufwärtstrend etwas tiefer liegt, gibt es auch etwas Spielraum nach unten, ohne dass er gleich gebrochen wird. Kritisch dürfte es erst dann werden, wenn der Euro-Yen unter die Marke von 122,50 Yen fallen sollte.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06 % |
| Silber | 28,24 $ | +0,57 % |
| Platin | 1.430,00 $ | +0,92 % |
| Palladium | 592,00 $ | +0,34 % |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14 % |
| Gas | 0,53 £ | −0,56 % |
| Kaffee | 1,68 $ | +1,27 % |
| Zucker | 0,20 $ | +0,36 % |
| Orangensaft | 1,09 $ | +0,32 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |