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Freitag, 17. Februar 2012
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Devisen Euro macht gegen den Dollar an Boden gut

03.08.2005 ·  Der Euro ist am Mittwoch über die Marke von 1,23 Dollar gesprungen. Dafür dürften unter anderem technische Gründe verantwortlich sein. Insgesamt hat sich aber auch die Stimmung in Europa etwas verbessert.

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„Wo sind die Dollarbullen geblieben“, läßt sich angesichts der jüngsten Entwicklung am Devisenmarkt fragen. Denn trotz aller Unkenrufe konnte der Euro in den vergangenen Wochen nicht nur bei 1,20 Euro einen Boden bilden, sondern zeigt kurzfristig wieder Dynamik nach oben.

Am Mittwoch legte er am Vormittag deutlich zu und überwand sogar die Marke von 1,23 Dollar. Dafür dürften unter anderem technische Gründe verantwortlich sein. Immerhin konnte die europäische Währung den kurzfristigen Abwärtstrend gegen den Greenback überwinden und sich auf diese Weise zumindest aus technischer Sicht weiteren Kursspielraum bis zunächst auf 1,2461 Dollar verschaffen.

Vorplatzierte Orders können zu Kurssprüngen führen

Solche Kurssprünge können in einem stark technisch getriebenen Markt immer wieder vorkommen. Denn Marktteilnehmer sichern bestehende Positionen regelmäßig mit so genannten Stops ab. Sobald sie erreicht werden, kommen automatisch größere Kauf- oder Verkaufsorders zum normalen Marktgeschehen hinzu und können auf diese Weise eine entstehende Kursbewegung verstärken.

Nach einer Phase mit negativen oder zumindest durchwachsenen fundamentalen Nachrichten scheint sich auch hier eine leichte Besserung abzuzeichnen. So sind nicht nur die Zinssenkungsphantasien verschwunden, sondern in Umfragen zeigt sich auch, daß sich die Stimmung unter den Wirtschaftsteilnehmern ständig verbessert.

Gleichzeitig dürfte die Währung von „Diversifikationstrends“ profitieren, die vor allem Exportüberschußländer dazu bringen, eingenommene Dollar in andere Währungen umzuschichten. Diese Entwicklung zeigt sich nicht nur an der Yuan-Aufwertung in den vergangenen Tagen, sondern auch an den Äußerungen einiger anderer Staaten, angefangen von Südkorea, über die arabischen Staaten bis hin zu Rußland. Auch einige europäische Unternehmen scheinen immer wieder an interessanten „Euro-Levels“ interessiert zu sein, um ihre Dollarrisiken absichern zu können. Auf diese Weise dürfte sich der Bodenbildungsprozeß bei etwa 1,20 Dollar je Euro erklären lassen können.

Immer wieder kurzfristige Neigung zu Dollarkäufen denkbar

Allerdings muß das nicht heißen, daß der Euro bald wieder deutlicher aufwerten wird. Denn sollten die amerikanischen Konjunkturzahlen weiterhin positiv interpretiert werden und zu weiter steigenden Leitzinsen führen, dann dürften spekulative Anleger immer wieder versuchen, die amerikanische Währung zu kaufen. Im Laufe der Woche dürfte sich der Blick vor allem auf die am Freitag anstehenden Arbeitsmarktsdaten richten. Sollte die Anzahl der außerhalb der Landwirtschaft geschaffenen Stellen im Juli über den erwarteten 180.000 liegen, könnte es wieder einmal so weit sein.

Insgesamt dürfte es kurzfristig immer wieder zu Phasen mit einer relativen Dollarstärke geben. Mittel- und langfristig sprechen jedoch einige Argumente gegen den Dollar. Insbesondere der amerikanische Konsumwahn und dessen unsolide Finanzierung über heißes, sehr kurzfristig orientiertes Geld.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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