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Devisen Effekte der Yuan-Aufwertung lassen kurzfristig nach

25.07.2005 ·  Auf die Yuanaufwertung reagierten Euro und Yen mit deutlichen Kursgewinnen. Sie haben sich inzwischen zwar wieder etwas relativiert. Allerdings dürfte langfristig kein Weg an den meisten der asiatischen Währungen vorbeiführen.

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China hat seine Währung in der vergangenen Woche zum ersten Mal seit mehr als zehn Jahren vom Dollar abgekoppelt. Das hat niemanden überrascht. Wenn, dann höchstens der gewählte Zeitpunkt. Immerhin war er geschickt gewählt.

Denn einerseits legte das Land kurz zuvor beachtliche Wachstumszahlen vor. Das läßt vermuten, daß die Exporte nach wie vor gut laufen und für entsprechende Deviseneinnahmen sorgen. Auf der anderen Seite zeigt sich der Dollar seit Jahresbeginn auf Grund der steigenden Leitzinsen in Amerika relativ robust, sowohl gegen den Euro als auch gegen den Yen. Das heißt, er konnte diesen kleinen Schritt auf Grund der inzwischen „dollarpositiv“ gewordenen Stimmung durchaus vertragen. Noch vor einem Jahr wäre diese Aufwertung um auch nur zwei Prozent kaum denkbar gewesen, ohne die damals vorherrschende Abwärtsspirale des Dollars zu beschleunigen.

Zustand kontrollierter Konvertierbarkeit

Nun sieht die Welt etwas anders aus. Denn der Yuan ist nicht nur von 8,2771 auf 8,11 Yuan je Dollar gefallen und hat damit um zwei Prozent aufgewertet, sondern er ist auch an einen nicht näher definierten Währungskorb gebunden worden. Sehr wahrscheinlich ist der Korb auf Grund der Handelsströme immer noch sehr dollarlastig, allerdings dürften auch der Yen und der Euro eine gewichtige Rolle in der Zusammensetzung spielen. Gleichzeitig wird der Wechselkurs der chinesischen Währung täglich neu festgelegt. Das heißt, auf dieser Basis könnte und kann das asiatische Land seine Währung in aller Ruhe nach oben schleusen, falls es die Absicht dazu haben sollte.

Damit dürfte eine gewisse kontrollierte Konvertierbarkeit erreicht sein. Sie ist sehr wahrscheinlich sinnvoller, als die unbedingte Freigabe der Währung oder ein großer erster Anpassungsschritt. Denn auf diese Weise können die Effekte genau beobachtet und die weitere Anpassung dosiert werden.

Das dürfte angesichts des möglichen spekulativen Drucks auch sinnvoll sein. China werde seine Währung für mindestens fünf Jahre nicht voll konvertierbar machen. Es sei zu befürchten, daß Hedge Fonds sonst die Währung angreifen werden, sagte Li Deshui, Mitglied im geldpolitischen Ausschuß der chinesischen Zentralbank, in einem Interview mit Bloomberg News.

Sorge über spekulative Attacken

Li verwies auf den koreanischen Won, den thailändischen Baht und die asiatische Finanzkrise 1997. Das Finanzsystem der Volksrepublik sei „relativ schwach“, erklärte er. „Weltweit beläuft sich das Anlagekapital der Hedge Fonds auf 800 Milliarden bis eine Billion Dollar. Sollte der Yuan komplett konvertierbar werden, dann würde er von diesen Hedge Fonds angegriffen.“

Für Li, der zu den 13 Mitgliedern im geldpolitischen Ausschuß der Zentralbank gehört und außerdem Kommissar bei der nationalen Statistikbehörde ist, ist der Zustand der chinesischen Banken ein Hauptgrund dafür, daß die Regierung die vollständige Konvertierbarkeit des Yuan derzeit ablehnt. „In den nächsten fünf Jahren sehe ich keine vollständige Konvertierung, unsere Banken sind nicht gut genug und das geldpolitische System ist noch nicht ganz auf internationalem Standard,“ erklärte Li weiter.

Kurzfristige Relativierungen führen langfristig zu Handelsmöglichkeiten

Hatte die Aufwertung des Yuan hat an den Märkten zunächst zu deutlichen Reaktionen geführt und Euro und vor allem auch den Yen gegen den Dollar aufwerten lassen, so haben sich diese Bewegungen inzwischen wieder relativiert. Hatte der Euro am Donnerstag Kurse von bis zu 1,2255 Dollar erreicht, so fiel er am Montag wieder bis auf 1,2028 Dollar. Mußten am Freitag nur noch 109,88 Yen für einen Dollar bezahlt werden, so sind dafür inzwischen wieder 111,62 Yen nötig. Das heißt, der Markt scheint die chinesische Aufwertung als zu unbedeutend abzutun und zur Tagesordnung überzugehen.

Das dürfte allerdings nur kurzfristig der Fall sein. Denn langfristig führt kein Weg an einer weiteren Aufwertung des asiatischen Währungsblocks vorbei. Darauf deuten nicht nur die Handelsbilanzüberschüsse der Region hin, sondern auch die langfristigen Trends - siehe angehängten Chart. In diesen Sinne dürften Warnungen Chinas vor Turbulenzen nur zur Besänftigung spekulativer Tendenzen dienen. Kurzfristige Dollaravancen könnten gute Verkaufesgelegenheiten darstellen.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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