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Devisen Dollarindex zeigt im Trend weiter nach unten

09.07.2004 ·  Steigende Zinsen stärken den Dollar, wird immer wieder gerne argumentiert. Die Charttechnik spricht allerdings gegen den Greenback. Ebenso die einseitige Finanzierung des riesigen Leistungsbilanzdefizits.

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Nach einer ausgeprägten Schwächeperiode in den Jahren 2002 und 2003 erholte sich der amerikanische Dollar in den vergangenen Monaten. Nach einem Rekordkurs von 1,2928 Dollar am 18. Februar des laufenden Jahres legte der gegen den Euro vorübergehend wieder bis aus 1,1761 Dollar zu. Zu dieser Zeit waren etwa neun Prozent weniger Dollar notwendig, um einen Euro zu erwerben als im absoluten Hoch der europäischen Einheitswährung.

Manche Strategen, Analysten und Banken beeilten sich auch umgehend, die Trendwende und eine neue Dollarstärke auszurufen. Sie begründeten sie mit dem starken Wachstum in Amerika. Das würde auf Grund des stark steigenden Gewinne der amerikanischen Unternehmen wieder verstärkt Kapital aus dem Ausland anziehen. Zusätzlich ermuntert durch steigende Zinsen in Amerika. Auf diese Weise würde sich der bisherige Zinsnachteil der amerikanischen Währung noch weiter reduzieren und sie damit attraktiver machen.

Starke Argumente gegen den „Dollaroptimismus“

Allerdings gibt es gute Argumente, die diesen Prognosen widersprechen. Mittlerweile liegt der Euro auch wieder bei knapp 1,24 Dollar. Der Aufwärtstrend der europäischen Währung scheint weiter in Takt zu sein. Auch der Blick auf den breiter fundierten Dollarindex bestätigt den anhaltenden Abwärtstrend der amerikanischen Währung. Er zeigt die Wertentwicklung des Dollars gegen die sechs wichtigsten internationalen Währungen an.

Liegt der Dollarindex aktuell bei 87,59, so deutet das in den vergangenen Monaten entwickelte Muster auf weiter fallende Notierungen hin. „Der Chart gibt schlicht und einfach ein negatives Bild für den Dollar ab,“ sagte ein Analyst gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg. Er sieht den Index kurzfristig bis auf 87,02 Punkte fallen.

Dazu passen auch andere Untersuchungen. Etwa die der Analysten von Goldman Sachs. Sie haben nicht nur die Wachstumsprognosen für die amerikanische Wirtschaft nach unten genommen, sondern gleichzeitig auch die Inflationsprognose erhöht. Sie gehen für das laufende Jahr für Amerika von einem Wachstum von 4,3 Prozent und einer Inflationsrate von 2,7 Prozent aus, und für das Jahr 2005 von 3,1 und 2,4. Die Wachstumserwartungen liegen unter und die Inflationserwartungen über dem Konsens.

Leistungsbilanzdefizit riskant, da einseitig finanziert

Sollte sich diese Prognose bestätigen, brächte es die amerikanische Notenbank in ein Dilemma. Was kann sie tun, wenn sich das Wachstum abschwächt und die Preise gleichzeitig steigen? Erhöht sie den Zins nur zaghaft, so mag sie zwar die Wirtschaft stützen. Gleichzeitig hätte sie aber ein Glaubwürdigkeitsproblem bei der Bekämpfung der Inflation. Das würde dem Dollar sicherlich nicht nützen. Dollarpositiv wären wohl nur überraschend starke Zinserhöhungen.

Die Glaubwürdigkeit der amerikanischen Zentralbank ist aber gleichzeitig entscheidend für die Finanzierung des riesigen und weiter steigenden Leistungsbilanzdefizits des Landes. Jüngste Daten zeigen, daß es praktisch zu 90 Prozent von ausländischen Käufen amerikanischer Staatsanleihen und den Papieren staatsnaher Institutionen finanziert wird. In den vergangenen zwölf Monaten kamen 75 Prozent der Finanzströme aus dieser Richtung. Ausländische Anleger kaufen nur noch in bescheidenem Umfang amerikanische Aktien und der Kapitalstrom aus Direktinvestitionen ist sogar negativ.

Mit Hinweis auf die jüngste Analyse der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich warnt Goldman Sachs-Chefökonom Jim O'Neill vor Argumenten, Leistungsbilanzdefizite spielten keine Rolle. Sie dürften vor allem dann immer riskanter werden, wenn sie so einseitig finanziert sind und gleichzeitig der Eindruck entstehen könnte, die amerikanische Zentralbank unterschätze die Risiken.

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