23.03.2005 · Der Dollar konnte in den vergangenen Tagen auf Grund einer gewissen Zinsphantasie Boden gegen viel Währungen gut machen. Gegen den Euro knabbert er sogar auf Abwertungstrend. Es gibt allerdings Zweifel an einer nachhaltigen Erholung.
Der Dollar konnte in den vergangenen Tagen sowohl gegen den Euro und den Yen, vor allem aber auch gegen viele Schwellenländerwährungen zum Teil deutliche Kursgewinne verbuchen.
Auch Sicht einer Woche legte er vor allem gegen jene Währungen zu, gegen die er in den vergangenen Monaten deutlich an Wert verloren hatte. Dazu zählen Währungen wie die slowakische Krone, der polnische Zloty, die isländische Krone, die türkische Lira, die tschechische Krone, der ungarische Forint und auch der rumänische Leu.
„Tiefzinsphase“ geht langsam aber sicher dem Ende entgegen
Sie alle konnten in den vergangenen Jahren von den rekordtiefen Zinsen in Amerika, vor allem aber auch von der lange Zeit anhaltenden Wahrnehmung profitieren, sie würden über eine längere Zeit nicht oder zumindest nicht allzu schnell steigen. Diese Wahrnehmung wird allerdings nach und nach relativiert.
Denn einerseits läuft die amerikanische Wirtschaft auf Grund der deutlichen externen Impulse und der lange Zeit tief gehaltenen Zinsen und Steuern vergleichsweise gut. Auf der anderen Seite zeigen die Immobilen- und Rohstoffpreise eine gewaltige Dynamik nach oben. Nun scheinen sie nach und nach auch auf die Verbraucherpreise durchzuschlagen. Nicht nur die Produzentenpreise, sondern zunehmend auch die Konsumentenpreise in Amerika ziehen an.
Immer mehr scheinen sich auch entsprechende Erwartungen an den Finanzmärkten breit zu machen. Das ist das, was die amerikanische Notenbank bisher mit ihrer „maßvollen“ Zinspolitik verhindern wollte. Nun scheint sie allerdings selbst gewisse inflationäre Tendenzen auszumachen und möchte „flexibel“ darauf reagieren. Das bedeutet, es könnte auch einmal zu einer überraschenden Zinserhöhung kommen.
Darauf reagieren Börsen und Rentenmärkte bisher negativ, während der Dollar davon profitieren kann. Am Mittwoch knabberte er sogar am langfristigen Abwertungstrend gegen den Euro. Hintergrund sind Argumente, die Währung könnte von einem absehbaren Zinsvorsprung profitieren. Immerhin liegt der Leitzins in Europa nach wie vor bei zwei Prozent. Auch mit Blick auf die Schwellenländer werden solche Argumente angeführt.
Können steigende Zinsen dem Dollar auf die Beine helfen?
Amerikanische Treasuries würden bei steigenden Renditen und unter Berücksichtigung der Risiken im Vergleich mit Aktien und Anleihen von Schwellenländern wieder attraktiver werden, heißt es immer wieder. Ob das so ist, dürfte dahingestellt bleiben. Faktisch dürften jedoch auf Grund der veränderten Zinserwartungen spekulative Positionen in den Finanzmärkten der Schwellenländer reduziert werden, die zum Teil durch Dollarkredite gegenfinanziert worden sein dürften.
Alleine diese Ströme können den Dollar kurzfristig beflügeln. Ob steigende Zinsen zusammen mit der verhaltenen Wirtschaftsentwicklung in Euro und der populistisch-fahrlässigen Aushöhlung des Stabilitätspaktes wieder einen Dollar-Aufwertungstrend auslösen können, dürfte hinterfragt werden müssen. Denn zu groß sind die amerikanischen Defizite bei der Ersparnisbildung und vor allem auch im Außenhandel. Das Problem dabei: Die bisherige Dollarabwertung hat zu keinerlei Korrekturtendenzen geführt. Das dürfte kaum verwundern, sind doch die Währungen jener Länder, die die größten Überschüsse im Handel mit Amerika erzielen, entweder fest an den Dollar gekoppelt oder sie werden manipuliert.
Erst wenn es hier zu einer Bewegung kommt - Länder wie China und Japan müssen einfach ihre Währungen flexibilisieren - dürften sich die Handelsströme mittelfristig anpassen können und auf diese Weise auch die makroökonomischen Ungleichgewichte korrigieren.
Wenn nicht, dürfte sich der Dollar zwar unter Umständen aus spekulativen Überlegungen noch etwas weiter erholen können. Aber viele Argumente sprechen gegen den Dollar. Kurzfristig sehen die Analysten bei 1,2733 bis 1,29 Dollar eine starke Unterstützungszone. Mittelfristig sehen sie den Greenback wieder schwächer werden. Insgesamt scheint allerdings eine volatile Konsolidierung auf dem aktuellen Niveau nicht ausgeschlossen zu sein.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06 % |
| Silber | 28,24 $ | +0,57 % |
| Platin | 1.430,00 $ | +0,92 % |
| Palladium | 592,00 $ | +0,34 % |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14 % |
| Gas | 0,53 £ | −0,56 % |
| Kaffee | 1,68 $ | +1,27 % |
| Zucker | 0,20 $ | +0,36 % |
| Orangensaft | 1,09 $ | +0,32 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |