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Devisen Die „Carry-Trader“ scheinen nervös zu werden

27.02.2007 ·  Eine Korrektur an Chinas Börse und schwache Auftragseingänge in den Vereinigten Staaten lassen die Finanzwerte nervöser werden als bisher. Die Volatilitäten ziehen an, der Yen erholt sich, der Dollar gibt nach.

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Nun scheint es an den Finanzmärkten nach einer langen Periode mit extrem geringen Volatilitäten volatiler zu werden an den Finanzmärkten. Deutliche Kursverluste an den chinesischen Börsen von knapp neun Prozent lösten am Dienstag weltweit Gewinnmitnahmen aus, die am Nachmittag durch schwache Auftragseingänge in den Vereinigten Staaten im Januar und weiter sinkende Hauspreise noch verstärkt wurden.

Die Börsen in Europa und auch in Amerika reagieren mit deutlichen Kursverlusten auf diese Entwicklung und die Volatilität nimmt zu. Der VDax New ist von 13,76 Prozent am Montag auf 16,78 Prozent am Dienstag gestiegen und hat auf diese Weise Optionen und andere derivative Produkte verteuert. Auch an den Devisenmärkten kommt es zu deutlichen Reaktionen.

Anleger scheinen risikoaverser zu werden

Da die Anleger zumindest kurzfristig risikoaverser zu werden scheinen, tendieren sie offensichtlich dazu, die so genannten Carry Trades zu reduzieren. Das zeigt sich daran, dass sich Yen und Schweizer Franken von der Schwäche der vergangenen Monate erholen. So ist Dollar-Yen von 121,11 noch am Montag auf zuletzt 118,93 Yen je Dollar gefallen, Euro-Yen ging von einem rekordnahen Niveau von 159,38 auf zuletzt 157,42 Yen je Euro zurück. Der Schweizer Franken kann sich als ein leicht vorlaufender Frühindikator betrachten lassen, denn er erholt sich gegen den Euro schon seit mehreren Tagen. Inzwischen sind noch 1,6177 Franken nötig, um einen Euro erwerben zu können. Am Freitag hatte man dafür noch 1,6290 Franken investieren müssen.

Mit zunehmender Volatilität und abnehmender Risikoneigung der Anleger scheint es weniger interessant zu bleiben, sich in Währungen mit tiefen Zinsen zu verschulden, um die aufgenommenen Mittel danach in hoch rentierlichen Währungsräumen zu investieren. Diese Rechung geht nur auf, wenn die dort erzielbaren Renditen hoch bleiben, die Zinsen in den „carry-stiftenden“ Währungen tief und vor allem auch die Wechselkurse relativ stabil.

Alle drei dieser Bedingungen scheinen nun weniger sicher zu werden, als sie es in den vergangenen Jahren waren. Die geringste Sorge dürfte in diesem Zusammenhang die wenig aufgeprägte Neigungen der japanischen und der Schweizerischen Zentralbanken darstellen, ihre Zinsen zu erhöhen. Dagegen sieht es auf der Ertragsseite der „Carry-Gleichung“ weniger positiv aus.

Schrumpft der wahrgenommene Renditevorteil der „Hochzinswährungen“?

Immerhin zieht in den Vereinigten Staaten die Immobilienkrise immer größere Kreise und scheint nach und nach die konjunkturelle Entwicklung im Lande der bisher unbegrenzten Möglichkeiten auszubremsen. Wie lassen sich damit die hohen Gewinnerwartungen der Anleger in Verbindung bringen? Wohl kaum. Die Renditen an den Rentenmärkten des Landes halten sich schon länger auf einem relativ tiefen Niveau und deuten auf diese Weise die Wirtschaftsskepsis der Anleiheanleger an. Nun scheinen sie bestätigt zu werden. Selbst Alan Greenspan, ehemaliger Zentralbankchef des Landes, scheint inzwischen eine Rezession im Jahresverlauf nicht mehr auszuschließen. Das würde sehr wahrscheinlich auch die Weltwirtschaft bremsen.

Das heißt nicht viel Gutes für den Dollar. Denn da die amerikanische Zentralbank auf eine solche Entwicklung trotz anhaltend hoher Konsumentenpreise und Geldmengen mit Zinssenkungen reagieren dürfte, verringert sich künftig mit einiger Wahrscheinlichkeit der bisherige Renditevorsprung der Währung. Sie dürfte aus diesem Grund und mit Blick auf die makroökonomischen Defizite im Hintergrund unter Druck geraten. Auf Sicht eines Monates ist der Greenback von 1,2880 auf zuletzt 1,3247 Dollar je Euro gefallen. Der im November des Jahres 2005 etablierte Abwertungstrend ist intakt, obwohl der Euro auf Basis von Modellen wie der Kaufkraftparität eigentlich überbewertet ist.

Wollten sich die internationalen Anleger jedoch in größerem Stile vom Dollar verabschieden, so hätten sie nur eine geringe Wahl an Alternativen, da die asiatischen Währungen vielfach nicht freihandelbar oder wenig beliebt sind. Letzteres gilt vor allem für den Yen, der an sich vor allem gegen den Euro dramatisch unterbewertet ist. Möglicherweise werden künftig solche Währungen jedoch von den internationalen Anlegern troztdem stärker als bisher präferiert werden, auch wenn sich bisher das amerikanische Konsumentenvertrauen relativ robust zeigt und wenn die Daten vom Häusermarkt zwischenzeitlich zumindestz auf dem Papier immer wieder positiv überraschen mögen.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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