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Devisen Der Franken macht gegen den Euro Boden gut

12.05.2006 ·  Nach einer mehrwöchigen Schwächephase gegen den Euro hat der Schweizer Franken innerhalb kurzer wieder an Boden gut gemacht und von 1,5865 auf 1,55 Franken je Euro aufgewertet. Gründe: Zinsphantasie und eine abnehmende Risikoneigung.

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Trotz des anhaltenden Optimismus, der sich vor allem bei den Privatanlegern zeigt, hat die Nervosität an den internationalen Finanzmärkten in den vergangenen Tagen zugenommen.

Das zeigt sich nicht nur an raschen und deutlichen Kursgewinnen innerhalb kurzer Zeit an manchen Tagen, sondern in Korrekturphasen geht es genauso schnell und zum Teil auch deutlich nach unten.

Schweizer Franken holt wieder auf ...

Auch die Entwicklung an den Rohstoff- und Edelmetallmärkten gibt zu denken. Dort gehen die Preise förmlich durch die Decke. Als Begründung wird zwar in Medienberichten immer wieder die angeblich zunehmende Verknappung aufgrund der fundamentalen Nachfrage an den verschiedenen Märkten angeführt. Genau das dürfte sich jedoch vielfach hinterfragen lassen. Denn das Angebots-Nachfrageverhältnis bei Platin beispielsweise ist inzwischen weitgehend ausgeglichen. So bleibt nur die Vermutung, die Preise würden von den hohen Geldmengen und aus Sorge vor einer inflationären Entwicklung nach oben betrieben werden.

Die aufkommende Nervosität zeigt sich jedoch auch an der Entwicklung des Schweizer Frankens. War er in den vergangenen Monaten gegen den Euro aufgrund der unterschiedlichen Zinserwartung und auch aufgrund der hohen Risikoneigung der Anleger in die Defensive geraten und auf bis zu 1,5816 Franken je Euro gestiegen, so hat er in den vergangenen Tagen wieder deutlich zugelegt auf zuletzt 1,5508 Franken.

Dazu dürfte eine zunehmende Risikoaversion genauso beigetragen haben, wie die sich wieder verdichtende Dollarskepsis. Denn nach einer Phase der ausgeprägten „Zinsorientierung“ scheint der Devisenmarkt wieder verstärkt auf die amerikanischen Strukturprobleme zu schauen. Der Blick auf die großen Ungleichgewichte - Leistungsbilanzdefizit in Amerika und entsprechende Überschüsse und Devisenreserven in Asien - läßt in Verbindung mit einer relativen Unflexibilität in Asien die Vermutung aufkommen, korrektive Impulse könnten in erster Linie von einem schwächeren Dollar ausgehen.

... und dürfte noch etwas Kursphantasie bieten

Und eine Dollarabschwächung zeigte sich in der Vergangenheit in der Regel gegen den Schweizer Franken in besonders ausgeprägter Form. Dazu kommen auch verschiedene Äußerungen von europäischen Zentralbanken, die weitere Zinserhöhungen in Europa immer wahrscheinlicher machen. Der Präsident der Schweizerischen Nationalbank, Jean-Pierre Roth, erklärte beispielsweise, die eidgenössische Notenbank werde die Zinsen weiter erhöhen. Damit wolle sie ein Anziehen der Inflation verhindern, nachdem die Konjunktur an Fahrt gewinne. „Wir befinden uns in einer Zinserhöhungsphase, die noch nicht vorbei ist“, sagte Roth bei einem Treffen mit Studenten in der bulgarischen Hauptstadt Sofia. „Dieser Normalisierungsprozeß wird weiter gehen.“

Die Zentralbank der Schweiz hat seit Dezember den Zinssatz zweimal um einen Viertel-Prozentpunkt auf zuletzt 1,25 Prozent angehoben. Sie signalisierte am 28. April, daß sie bereit sei, die Zinsen weiter zu erhöhen, um die Inflationsgefahr zu bannen. Sie gingen unter anderem vom Wechselkurs aus, der gleichzeitig die Kosten von Importwaren verteuerte und die Nachfrage nach eidgenössischen Exporten anheizte. Sollte die konjunkturelle Dynamik anhalten, dürfte der Franken aus diesen Gründen sowohl gegen den Dollar als auch gegen den Euro weiter zulegen können.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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