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Devisen Der Euro wackelt mal wieder

 ·  Erneuter Härtetest für den Euro. Knickt die Einheitswährung noch etwas weiter ein, würde charttechnisch einiges Porzellan zerschlagen.

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Bleibt sich der Euro selber treu? Am Donnerstag sieht es fast danach aus. Denn da kratzt der Euro an wichtigen charttechnischen Unterstützungen. Fällt er unter das Niveau von 0,8750 bis 0,8730 Dollar, dann droht der europäischen Einheitswährung ein ähnliches Schicksal wie in den Vorjahren. Da kam es wie in 2002 zu Jahresanfang zu einem kurzen Aufbäumen, bevor es danach dann doch wieder abwärts ging.

Bei einem aktuellen Kursniveau von 0,8776 Dollar ist die Ausgangslage brisant. Die Devisenexperten der DZ Bank vermuten, dass über das Kräfteverhältnis Euro-Dollar die in der kommenden Woche anstehenden US-Konjunkturdaten entscheiden werden. In der Tat werden da durch Ereignisse wie das Bruttoinlandsprodukt, den Einkaufsmanagerindex sowie den Arbeitsmarkt, aber auch den Zinsentscheid der US-Notenbank die Karten neu gemischt.

Europa steht sich selbst im Wege

Aber nicht nur die USA werden ihre Form unter Beweis stellen müssen. Auch Europa muss Farbe bekennen. Denn der jüngste Schwächeanfall beruht eindeutig auf hausgemachten Problemen. Zu nennen sind in diesem Zusammenhang die Sorge vor gestiegenen Inflationsraten und die Kritik von EZB-Präsident Wim Duisenberg am deutschen Haushaltsdefizit sowie das Machtgebaren des italienischen Präsidenten Silvio Berlusconi.

Hinzu kommt, dass offenbar die meisten Marktbeobachter der US-Wirtschaft nach Überwindung der aktuellen Schwächephase langfristig mehr Dynamik zutrauen als der in Euroland. Spekulationen dieser Art haben am Donnerstag dazu beigetragen, den Euro auf ein Einmonatstief zum Dollar zu drücken. Den Schlüssel dazu, diese Schwäche bereits kurzfristig zu verstärken, hatte US-Notenbankpräsident Alan Greenspan in der Hand. Doch in seiner mit Spannung erwarteten Rede vor dem Haushaltsausschuss des Senats gab er sich hinsichtlich der weiteren Kursaussichten zwar zuversichtlicher als zuletzt, dem Markt ging dies aber nicht weit genug und der Euro konnte sich wieder etwas berappeln.

Charttechnische Lage bleibt brisant

Diese kleinen Aufschläge waren auch bitter nötig, denn ein weiteres Abdriften konnte sich der Euro wie eingangs erwähnt eigentlich nicht mehr leisten. Zumindest rein charttechnisch betrachtet. Bei einem Fall unter das Unterstützungsniveau bei 0,8750 bis 0,8730 Dollar würde nämlich viel Porzellan zerschlagen. Im schlimmsten Fall droht dann sogar ein neuer Angriff auf die bisherigen Rekordtiefs, die sich in der Region bei 0,84/0,83 Dollar bewegen.

In den kommenden Tagen wird sich entscheiden, ob der Euro aus der zuletzt gültigen Seitwärtsrange nach unten ausbricht oder vielleicht doch noch einmal mit einem blauen Auge davon kommt. In der Vergangenheit ging ein solches Kräftemessen trotz aller Gesundbeterei oft zu Ungunsten der Einheitswährung aus.

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