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Devisen Der Euro muss erst erwachsen werden

 ·  Warum leidet der Euro weiter, obwohl die meisten Volkswirte der europäischen Konjunktur noch immer bessere Aussichten als der amerikanischen einräumen?

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Immer deutlicher zeigt sich, dass der hoffnungsvolle Aufstieg des Euro gegenüber dem Dollar zum Jahresende wenig mehr als ein vorübergehendes Aufbäumen war. Mittlerweile ist er wieder brav auf seinen langfristigen Abwärtstrend seit seinem Start vor 27 Monaten eingeschwenkt. Wie lässt sich seine Schwäche erklären? Die Experten der Bank of New York kommen zu eindeutigen Schlüssen.

Sie haben eine fundamentale Wandlung der Devisenmärkte in den vergangenen 20 Jahren festgestellt: „Die Entwicklung auf diesen Märkten wird nicht mehr von Handelsströmen, sondern von Investitionsströmen bestimmt“, lautet ihr Fazit. Tatsächlich bestätigen die vom US-Finanzministerium und der EZB herausgegebenen Daten über die Investitionsströme zwischen den USA und der Eurozone, dass der hohe Nettoabfluss von ausländischen Direkt- sowie Portfolioinvestitionen aus der Eurozone in die USA den Euro kontinuierlich belastet hat.

Wachstumserwartungen bestimmen Wechselkurse

Daraus folgt, dass insbesondere das erwartete Wachstum einer Region für den Außenwert ihrer Währung verantwortlich ist. Die Stimmung der Investoren bestimmt nämlich die Investitionsströme und damit auch den Wechselkurs. Das bestätigt auch der Blick auf den vorübergehenden Euro-Anstieg. Er begann mit der Veröffentlichung des vorläufigen Berichts über das amerikanische Bruttoinlandsprodukt für das dritte Quartal am 27. Oktober 2000 und endete mit den unerwarteten Zinssenkungen der amerikanischen Notenbank am 3. Januar 2001.

Euro hat sich noch nicht als Fluchtwährung profiliert

Wenn dem so ist, warum leidet der Euro weiter, obwohl die meisten Volkswirte der Konjunktur in der Eurozone nioch immer mittelfristig die besseren Aussichten einräumen? Die Bank of New York hat hierauf eine einfache Antwort: „Die konjunkturelle Schwäche der USA nährt die Angst vor einer globalen Rezession.“ Und während seines bisherigen kurzen Daseins hat sich der Euro eben nicht gerade als Krisenwährung aufgedrängt.

So kommt es zu der paradoxen Situation, dass erst bessere Aussichten der US-Konjunktur dem Euro wieder auf die Sprünge helfen könnten. Würden sich die Aussichten für die Weltwirtschaft bessern, könnte die Eurozone beim Vergleich mit den USA wieder besser dastehen, argumentieren die Analysten. Durch diese Stimmungsänderung würden die Investitionsströme aus den USA allmählich das bedeutende US-Leistungsbilanzdefizit aufdecken. „Dadurch könnte der Wechselkurs des Euro gegenüber dem Dollar wieder um 15 bis 25 Prozent steigen“, prognostizieren die Devisenexperten.

Kursverlauf Euro/US-Dollar seit Januar 1999.

Quelle: @la
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