08.08.2005 · Der chilenische Peso zeigt sich seit einigen Monaten stark sowohl gegen den Dollar als auch den Euro. Er profitiert vom deutlichen Wachstum im Land, das sowohl von der Binnennachfrage als auch vom Rohstoffboom profitiert.
Wenn mit Blick auf den Devisenmarkt etwas erstaunlich war in den vergangenen Jahren, so warnen es weniger die zum Teil ausgeprägten Kursbewegungen zwischen Euro und Dollar als vielmehr die Stärke mancher Schwellenlandwährung.
Das gilt auch für den chilenischen Peso. Er hat sich gegen den Dollar nach einer Schwächperiode in den Jahren 1999 bis 2001 danach in zwei Jahren stabilisiert und ist schließlich in eine Aufwertungsbewegung übergegangen. Sie führte von etwa 760 chilenischen Pesos je Dollar zu Beginn des Jahres 2003 bis auf 544 Pesos am vergangenen Freitag.
Peso überwindet technische Hürden
Das heißt, es sind im Moment 28,5 Prozent weniger Pesos nötig, um einen Dollar zu erwerben als noch vor zweieinhalb Jahren. Gerade in den vergangen Tagen kam es noch einmal zu deutlichen Kursgewinnen, die sogar zur Überwindung einer Widerstandszone bei 550 Pesos je Dollar geführt und damit der Währung aus technischer Sicht noch weiteren Spielraum erschlossen hat.
Gegen den Euro sieht die Entwicklung ähnlich aus, wenn auch phasenverschoben und nicht ganz so deutlich ausgeprägt. Das hängt damit zusammen, daß der Euro gegen den Dollar bis zu Beginn des Jahres eine ausgeprägte Stärke zeigte, von der er erst in den vergangenen Monaten wieder etwas abgab. Genau diese Bewegung aber führte zu einer Aufwertung des chilenischen Pesos gegen den Euro in den vergangenen Monaten. Dabei ist die südamerikanische Währung aus der Seitwärtsbewegung der vergangenen zwei Jahre ausgebrochen und hat sich aus technischer Sicht auch hier weiteren Aufwertungsspielraum verschafft.
Chiles Wirtschaft wächst deutlich
Diese Entwicklung dürfte mit Blick auf die fundamentale Entwicklung des Landes kaum verwundern. Denn Chiles Wirtschaft ist im Juni mit einem Plus von 6,4 Prozent den dritten Monat in Folge mit mehr als sechs Prozent gewachsen. Das Land profitiert nicht nur vom starken Binnenkonsum, sondern auch von Handelsabkommen mit den Vereinigten Staaten Europa und Südkorea. Gleichzeitig spielt auch der Rohstoffboom eine starke Rolle. Denn Chile verfügt über große Kupfervorkommen.
Kupfer ist der gefragteste Exportartikel des Landes, dessen Preis in den vergangenen Monaten deutlich angezogen hat. Jeder Cent, den der Kupferpreis steigt, führt zu einem Anstieg der Kupfererlöse Chiles um 100 Millionen Dollar. Folglich ist es kein Wunder, daß die Nachfrage nach chilenischen Pesos zunimmt und den Dollar auf diese Weise in die Defensive bringt. Aber das ist nicht alles. Denn der Markt dürfte auch darauf spekulieren, daß die chilenische Zentralbank auf Grund des Wachstums bald die Leitzinsen erhöhen muß. Auch das würde die Währung attraktiv, Anleihen des Landes dagegen weniger attraktiv machen.
Insgesamt dürfte die Währung bei unveränderten Bedingungen weiteren Aufwertungsspielraum haben. Die Perspektive dürfte sich erst dann ändern, wenn die Nachfrage nach Rohstoffen zurückgehen oder wenn sich das Wachstum des Landes abschwächen sollte.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06 % |
| Silber | 28,24 $ | +0,57 % |
| Platin | 1.430,00 $ | +0,92 % |
| Palladium | 592,00 $ | +0,34 % |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14 % |
| Gas | 0,53 £ | −0,56 % |
| Kaffee | 1,68 $ | +1,27 % |
| Zucker | 0,20 $ | +0,36 % |
| Orangensaft | 1,09 $ | +0,32 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |