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Devisen Bush-Regierung eher negativ für den Dollar

03.11.2004 ·  Der Dollar konnte nur kurz vom wahrscheinlichen Wahlsieg der Republikaner profitieren. Eine Fortführung der bisherigen Wirtschaftspolitik des Landes würde die Defizite anschwellen lassen und den Dollar unterminieren.

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Die Wahlen in Amerika sind zwar noch nicht endgültig entschieden, aber vieles deutet darauf hin, daß die Bush-Administration eine weitere Periode regieren wird. Die Börsen nehmen das zunächst positiv. Die Terminmärkte zeigen zunächst deutlich steigende Kurse an. Nicht wenige Strategen rechnen nun mit dem Beginn einer Jahresendrally.

Darauf scheint auch die Entwicklung an den Rentenmärkten hinzudeuten. Denn dort fallen die Kurse und lassen die Vermutung aufkommen, Anleger schichteten nun Geld aus Anleihen in Aktien um. Von dieser Entwicklung sollte zumindest kurzfristig auch der Dollar profitieren, argumentieren manche Strategen. Denn steigende Renditen und steigende Börsen würden wieder mehr internationale Anleger an die Börsen locken als bisher.

Dollar kann sich nur kurzzeitig berappeln

Im Handelsverlauf unmittelbar nach den Wahlen legte der Dollar auch sowohl gegen den Euro als auch gegen den Yen deutlich zu. Am Morgen waren noch 1,2657 Dollar nötig, um einen Euro erwerben zu können. Allerdings hat der Greenback in Tagesverlauf wieder den Rückzug angetreten. Am Nachmittag liegt er bei 1,28 Dollar je Euro. Gegen den Yen sieht die Entwicklung dagegen etwas anders aus. Waren am Morgen 106 Yen nötig, um einen Dollar kaufen zu können, so fiel er bis zum Mittag auf 106,90 Yen je Dollar, nur um sich am Nachmittag wieder erholen zu können.

Abgesehen von kurzfristigen Bewegungen sprechen die ökonomischen Argumente vor allem gegen den Dollar: Verhaltene Entwicklung am Arbeitsmarkt, das schwächer werdende Wirtschaftswachtum, ein Rekord-Handels- und Leistungsbilanzdefizit, ein hohes Budgetdefizit und nicht zuletzt abnehmende Kapitalströme aus dem Ausland. Sie kommen praktisch nur noch von den asiatischen Zentralbanken, die daran interessiert sind, ihre Wechselkurse tief zu halten. Aus diesem Grund erwarben sie vor allem in jüngster Zeit massive Bestände an amerikanischen Treasuries.

Amerikanische Wirtschaftspolitik im bisherigen Stile dürften den Dollar schwächen

Die entscheidende Frage wird allerdings sein, wie lange sie diese Politik noch betreiben wollen und können. Die Frage stellt sich vor allem vor dem Hintergrund, daß in Amerika der bisherige Präsident George Bush voraussichtlich eine weitere Periode regieren wird. Seine Politik ist für die entstandenen makroökonomischen Ungleichgewichte verantwortlich. Er hat nicht nur die Steuern gesenkt, sondern gleichzeitig die Staatsausgaben deutlich erhöht. Beides zusammen hat die Schulden des Landes innerhalb kurzer Zeit explodieren lassen.

Sollte er diese Politik auch künftig ohne Rücksicht auf Verluste fortführen wollen, könnte sie das Vertrauen der internationalen Anleger noch mehr als bisher untergraben. Die Bush-Regierung ist mehr oder weniger offen an einem schwachen Dollar interessiert. Sollten nach den Privatanlegern auch die asiatischen Zentralbanken weniger in Amerika investieren oder gar Gelder abziehen wollen, um Kursverluste bei den Anleihen und im Devisenbereich vermeiden zu wollen, würde das den Greenback massiv unter Druck setzen.

Gleichzeitig würde ein schwächerer Dollar würde die amerikanischen Importe verteuern und auf Grund der dann einsetzenden Preiserwartungen Druck auf die Zinsen nach oben ausüben. Zum Nachteil des Rentenmarktes, denn dort wären Kursverluste unvermeidlich. Steigende Zinsen wären sicherlich auch nicht sonderlich hilfreich für die amerikanische Wirtschaft, die in den vergangenen Monaten vor allem auch von der ausgeprägten Konsumneigung der Bevölkerung profitierte. Die Wirtschaftsentwicklung würde von steigenden Zinsen deutlich gedämpft werden.

„Eine Wiederwahl von George Bush wäre langfristig negativ für den Dollar,“ erläutert Jim O'Neill von Goldman Sachs seine Einschätzung. Denn die Fortsetzung der bisherigen Politik werde die Defizite weiter anschwellen lassen. Er rechnet mit Kursen von 1,32 Dollar je Euro und von 98 Yen je Dollar auf Sicht von sechs Monaten.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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