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Devisen Brasilianischer Real zeigt Aufwertungsdynamik

29.06.2005 ·  Hohe Renditen und attraktive Aktienbewertungen läßt internationales Kapital nach Brasilien fließen. Davon profitiert insbesondere der Real, der sowohl gegen den Dollar als auch gegen den Euro zulegt.

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Die brasilianischen Finanzmärkte zählten in den vergangenen zweieinhalb Jahren zu den Topperformern. Das gilt sowohl für die Börse, den Renten- und auch für den Devisenmarkt.

Der Bovespa hat schon früher als die viel beachteten Börsen im Oktober des Jahres einen Aufwärtstrend etabliert und in der Spitze bis zu 260 Prozent zugelegt. In den vergangenen Monaten kam es zwar zu einer gewissen Konsolidierung, allerdings scheint der Markt nach unten charttechnisch relativ gut abgesichert zu sein.

Brasilianische Märkte sehen technisch und fundamental interessant aus

Gleiches gilt auch für die fundamentale Bewertung. Denn mit einem durchschnittlichen Kurs-Gewinnverhältnis von gerade einmal 8,7 sehen die Werte im Index im internationalen Vergleich noch relativ günstig aus. Das gilt insbesondere im Vergleich mit den teueren amerikanischen Werten. Die weitere Entwicklung dürfte allerdings zu einem signifikanten Teil von einem anhalten weltwirtschaftlichen Wachstum und der dadurch induzierten Nachfrage nach Rohstoffen abhängen. Denn das südamerikanische Land wird immer stärker in den Welthandel eingebunden.

Eine ähnliche Entwicklung war auch am Rentenmarkt zu beobachten. War beispielsweise die bis ins Jahr 2030 laufende Dollaranleihe des Landes mit einem Kupon von 12,25 Prozent während der Verschuldungskrise im Jahr 2002 bis auf eine Tief von gerade noch 45,2 Prozent gefallen, so hat sich davon danach deutlich erholt. Bis ins Frühjahr des Jahres 2004 verbuchte sie einen Kursgewinn von knapp 200 Prozent verbucht, von den zwischenzeitlichen Kuponzahlungen gar nicht zu reden. Seit dem verharren die Papiere - abgesehen von einer kurzen, deutlichen Zwischenkorrektur - auf dem hohen Niveau.

Nach oben scheint im Moment kein Spielraum vorhanden zu sein. Das dürfte sich dadurch erklären lassen, daß die Preisentwicklung im größten Land Südamerikas die Zentralbank dazu brachte, den Leitzins innerhalb von neun Monaten von 16 Prozent auf 19,75 Prozent hochzuschrauben. Mit einer Rendite von 8,9 Prozent dürften die Papiere trotz aller denkbaren Risiken für internationale Anleger reizvoll sein. Denn wo auf der Welt findet man sonst noch vergleichbare Renditen?

Real sowohl gegen den Dollar als auch den Euro im Aufwertungstrend

Diese Kombination aus vergleichsweise günstigen Bewertungen an der Börse des Landes und hohen Renditen am Rentenmarkt führt zu Kapitalzuflüssen aus dem Ausland. Sie beflügeln den Real. Er profitiert gleichzeitig auch noch von einem Handelsbilanzüberschuß des Landes und der Refinanzierung der Unternehmen des Landes im Ausland, da sie dort deutlich günstigere Zinsen als im Inland finden können.

Das hat dazu geführt, daß der Real auf Sicht eines Jahres gegen den Dollar von 3,2157 Real auf 2,3488 Real aufgewertet. Das ist ein Minus von 26,8 Prozent. Gegen den Euro sieht die Entwicklung ebenso deutlich aus. Insbesondere in den vergangenen vier Monaten hat sich die Euro-Konsolidierung deutlich bemerkbar gemacht. Beide Trends zeigen weiterhin nach unten, was eine weitere Aufwertung des Reals bedeuten würde. Im Moment scheint nicht viel dagegen zu sprechen.

Die Risiken dürften in denkbaren innenpolitischen Schwierigkeiten in Brasilien liegen. Immerhin gab es in den vergangenen Wochen gewisse Probleme mit der Korruption. Strukturell hat sich im Land auch noch nicht sonderlich viel verändert. Es profitiert in erster Linie von der weltwirtschaftlichen Entwicklung, insbesondere von der Nachfrage nach Rohstoffen. Sollte es an den Finanzmärkten nicht zu negativen Überraschungen kommen, dürfte der Real vorerst weiter aufwerten. Anleger sollten sich aber bei einem Engagement die mögliche Volatilität ins Gedächtnis zurückrufen.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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