07.10.2004 · Auf Grund des anhaltenden Wirtschaftswachstums, einem Zinsvorsprung und einer starken Börse hat auch der australische Dollar wieder etwas Rückenwind. Aber es gibt auch Risiken: ein Leistungsbilanzdefizit auf Rekordniveau.
In den Jahren 2002 bis ins Frühjahr des laufenden Jahres konnte der australische Dollar stark von der Schwäche des amerikanischen Dollars profitieren. Nach 47,75 amerikanischen Cents im Frühjahr des Jahres 2001 waren im Februar des laufenden Jahres mit 80,05 Cents knapp 68 Prozent mehr amerikanische Währungseinheiten notwendig, um einen australischen Dollar zu erweben.
Auch gegen den Euro konnte die australische Währung in den vergangenen Jahren zulegen. Allerdings ist das Verhältnis zwischen Euro und australischer Währung wesentlich volatiler und weniger „trendig“ als gegen den Greenback. Der im Frühjahr des vergangenen Jahres etablierte Aufwertungstrend gegen den Euro wurde im April des laufenden Jahres unterbrochen.
Australien kann mit einer starken Börse und einem Zinsvorsprung wuchern ...
Hintergrund war die vorherrschende Wachstumseuphorie mit Blick auf Amerika. Sie induzierte gewisse Inflationssorgen und zu Vermutungen, die Zinsen in Amerika könnten rasch und deutlich steigen und die amerikanische Währung vergleichsweise attraktiv machen. Diese Befürchtungen sind inzwischen nicht nur wieder verflogen, sondern das amerikanische Wachstum scheint sich eher wieder abzuschwächen. Auf dieser Basis rechnet man zwar weiterhin mit steigenden Zinsen in Amerika, aber möglicherweise zögerlicher als lange Zeit erwartet.
Aus diesem Grund ist die Geldanlage in jenen Staaten wieder attraktiver geworden, die mit deutlichem Wachstum, deswegen steigenden Börsen und gleichzeitig mit einem Zinsvorsprung wuchern können. Und das gilt unter anderem für Australien. Mit einem Drei-Monatszins von 5,43 Prozent liegt das australische Zinsniveau deutlich höher als in den Vereinigten Staaten mit 2,615 Prozent und Europa mit einem 3-Monats-Euribor von 2,225 Prozent. Der Zinsvorsprung gilt auch bei länger laufenden Papieren, wenn auch weniger ausgeprägt. Der All Ordinaries Index befindet sich nahe am Allzeithoch.
Am Donnerstag legt der australische Dollar sowohl gegen Dollar aus auch gegen den Euro deutlich zu. Er hat in den vergangenen Wochen gegen den Greenback den kurzfristigen Abwertungstrend wieder überwunden und gegen die europäische Einheitswährung arbeitet er an einer kurzfristigen Widerstandszone.
... aber es gibt auch gewisse Risiken
Hintergrund ist die Tatsache, daß im September 63.500 neue Arbeitsplätze geschaffen wurden. Das ist der stärkste Stellenzuwachs seit etwa eineinhalb Jahren. Die Arbeitslosenquote ist von 5,7 auf 5,6 Prozent gefallen. Damit steht diese Zahl im Gegensatz zu jüngst leicht fallenden Preisen im Immobilienbereich und einem eher enttäuschenden Konsum. Das dürfte die Zentralbank zusammen mit dem hohen Ölpreis dazu bewogen haben, den Leitzins vor den am Wochenende anstehenden Wahlen unverändert bei 5,25 Prozent zu belassen. Auch eine Inflationsrate von 2,5 Prozent liegt im Zielkorridor von zwei bis drei Prozent.
Sollte Premierminister John Howard am Wochenende zum vierten Mal gewählt werden, könnte das der Währung noch etwas weiteren Rückenwind geben. Er kommt auch von der anhaltend starken Nachfrage nach Rohstoffen und den Zinsen. Auf der anderen Seite gibt es auch deutliche Risiken. Denn auch Australien hat ein Leistungsbilanzdefizit, das absolut auf dem höchsten Stand aller Zeiten liegt und zumindest im Trend immer weiter zuzunehmen scheint. Bezogen auf das Sozialprodukt liegt es bei etwas mehr als sechs Prozent und damit am äußeren Rand der Spanne der vergangenen 15 Jahre. Auf dieser Basis scheint der australische Dollar trotz der Argumente, die immer wieder zu seinen Gunsten ins Feld geführt werden und trotz der jüngsten Trends nicht völlig risikolos zu sein.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06 % |
| Silber | 28,24 $ | +0,57 % |
| Platin | 1.430,00 $ | +0,92 % |
| Palladium | 592,00 $ | +0,34 % |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14 % |
| Gas | 0,53 £ | −0,56 % |
| Kaffee | 1,68 $ | +1,27 % |
| Zucker | 0,20 $ | +0,36 % |
| Orangensaft | 1,09 $ | +0,32 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |