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Devisen Asien hortet gigantische Währungsreserven

11.01.2005 ·  In Asien haben sich auf Grund der Handelsüberschüsse massive Devisenreserven angesammelt. Experten zweifeln daran, ob sie in dieser Höhe überhaupt noch sinnvoll sind. Sollten sie reduziert werden, spräche das kaum für den Dollar.

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Der Dollar bestimmte in den vergangenen Monaten und Jahren die Schlagzeilen am Devisenmarkt. Das dürfte angesichts der jüngsten Schwächeanfälle noch zum Ende des vergangenen Jahres vor allem gegen den Euro kein Wunder sein.

Seit Jahresbeginn konnte sich die amerikanische Währung zwar leicht erholen, aber von Trendwende mag trotz steigender Leitzinsen in den Vereinigten Staaten noch niemand so richtig reden. Wertet man diese Tatsache als Gegenindikator, dann könnte der Dollar tatsächlich noch weiter zulegen, weil der Markt nicht damit rechnet und entgegengesetzt positioniert ist. Das ist aber alleine eine technische Überlegung.

Handels- und Leistungsdefizite sprechen gegen den Dollar

Rein fundamental betrachtet spricht vieles gegen den Dollar. Zum einen sind die amerikanischen Finanzmärkte für ausländische Anleger auf Grund der verhaltenen Ertragsaussichten nicht sonderlich interessant. Dazu kommen die makroökonomischen Aspekte: die niedrige Sparquote, das bisher ungebändigte Budgetdefizit Amerikas und vor allem auch das extrem hohe Leistungsbilanzdefizit des Landes. Sie alle deuten zusammen hin auf einen hohen Kapitalbedarf des Landes, der eigentlich die Zinsen längst hätte nach oben treiben müssen.

Ein Teilbereich der Leistungsbilanz ist die Handelsbilanz. Und die ist stark negativ. Denn Amerika importiert deutlich mehr als es exportiert, was den Dollar eigentlich massiv unter Druck setzen müßte. Denn die Importeure müssen Yen, Yuan, Won oder auch Euro erwerben und Dollar verkaufen, um die Waren bezahlen zu können. Folglich müßten diese Währungen steigen und der Greenback sollte fallen. Das tat er, aber nicht sonderlich ausgeprägt gegen die asiatischen Währungen. Obwohl dort die stärksten Handelsbilanzüberschüsse anfallen. Die chinesischen Exporte sind im Dezember um 33 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf den Rekordwert von 63,8 Milliarden Dollar gestiegen. Infolgedessen weitete sich der Handelsbilanzüberschuß auf ein Allzeithoch von 11,1 Milliarden Dollar aus, teilte das Handelsministerium am Dienstag mit.

... und für die Währungen in Asien

Die Grundtendenz zeigt sich alleine schon an der Entwicklung der internationalen Währungsreserven. Sie haben in den vergangenen Jahren in Asien deutlich zugenommen, vor allem in Japan und China, aber auch in Rußland. Denn sie sind die Kehrseite der „Handelsmedaille“ und wurden und werden bisher genutzt, um die japanische Währung zu schwächen und die Bindung des Yuans an den Dollar zu garantieren.

„Währungsreserven sind die auf fremde Währungen oder Gold lautenden Vermögenswerte einer Zentralbank und schaffen Vertrauen in eine Währung, erhöhen den Handlungsspielraum der Notenbank und dienen zu Interventionen auf dem Devisenmarkt. Zudem stellen sie die Zahlungsfähigkeit einer Volkswirtschaft im Ausland sicher, insbesondere in Notlagen,“ so definiert die Schweizer Nationalbank die entsprechende Position in ihrer Bilanz.

Die Definition sagt allerdings nichts aus über die notwendige und sinnvolle Größe. Es ist unumstritten, daß die Währungsreserven in vielen Ländern Asiens zu hoch und gleichzeitig zu einseitig angelegt sind und sinnvoller verwendet werden könnten. Sollten sie tatsächlich abgebaut oder umgeschichtet werden, spräche das nicht für den Dollar. Das Gesamtbild spricht für eine Aufwertung der asiatischen Währungen. Denn nur sie kann dazu führen, die internationalen volkswirtschaftlichen Ungleichgewichte zumindest in der Tendenz zu reduzieren.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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