20.04.2005 · China wird immer wieder aufgefordert, die Währung aufzuwerten. Grundsätzlich scheint ein kleiner Schritt möglich, wenn auch nicht unbedingt wahrscheinlich zu sein. Er würde die ökonomischen Verhältnisse nur wenig verändern.
In den vergangenen Monaten wurde China immer wieder aufgefordert, seine Währung aufzuwerten. Zuletzt überdeutlich am jüngsten G7-Treffen am vergangenen Wochenende.
Hintergrund ist die Überlegung, daß eine Aufwertung der bisher mit 8,28 Renminbi fest an den Dollar gekoppelten Währung dazu beitragen könnte, die Handels- und Leistungsbilanzungleichgewichte in der Welt - insbesondere zwischen den asiatischen Staaten und Amerika - zu stabilisieren oder sogar zu korrigieren.
China hat verschiedene „Währungsoptionen“
Die Frage ist allerdings, welche Optionen China hat und welche Auswirkungen ihre Umsetzung haben würden. China hat nach einer Analyse von GaveKal fünf Möglichkeiten. Das Land kann sämtliche Forderungen nach einer Anpassung des Wechselkurses einfach ignorieren. Denn die Bindung an den Dollar hat sich in der Vergangenheit bewährt und zu beträchtlichem Wachstum in China geführt. Das Land riskiert allerdings protektionistische Maßnahmen von Europa und auch Amerika.
Die zweite Möglichkeit besteht darin, den Renminbi leicht aufzuwerten. Damit würde sich an der ökonomischen Grundlage einerseits recht wenig ändern. Andererseits hätte man den Kritikern den Wind aus dem Segel genommen. Das Risiko besteht im Ansehensverlust, welcher das Nachgeben mit sich bringen könnte. Außerdem dürfte in diesem Fall der Zustrom spekulativen Geldes zunehmen, das angelockt werden würde von der Vermutung, es werde zu weiteren Aufwertungsschritten kommen. Genau diese Spekulation will das Land jedoch vermeiden.
... von der “Unbeweglichkeit“ ...
Die dritte Möglichkeit ist, die Währung an einen handelsgewichteten Index aus verschiedenen Währungen zu koppeln. Sie würde dieselben Konsequenzen einer milden Aufwertung nach sich ziehen. Allerdings hätte sie möglicherweise nur eine geringe Auswirkung auf das Verhältnis zwischen Dollar und Renminbi, da die meisten Importe Chinas in Dollar denominiert werden.
Die vierte Möglichkeit besteht in einer deutlichen Aufwertung der Währung. Sie würde zu einem deutlich stärkeren globalen Wirtschaftswachstum, höherer Inflation, einem globalen Aktienboom, aber zu massiven Kursverlusten an den Rentenmärkten führen. Die Kritiker Chinas würden in diesem Fall sicherlich besänftiget werden, die chinesische Wirtschaft könnte jedoch einen Schock erleiden. Der Ansehensverlust der chinesischen Führung wäre wohl beträchtlich.
... bis hin zur völligen Freigabe des Wechselkurses
Die fünfte Möglichkeit wäre, die Währung völlig frei zu geben. Das wäre ein sehr interessantes Experiment. Die chinesische Währung würde zunächst vermutlich deutlich aufwerten. Die Frage ist allerdings, wie lange. Denn das Risiko besteht darin, daß das spekulative Geld in der zweiten Phase wieder aus dem Land abfließen würde. Auf diese Weise würde nicht nur der Wechselkurs unter Druck geraten, sondern auch das Geldangebot im Land würde zurückgehen und beispielsweise die Immobilienblase im Land platzen lassen.
Was wird China tun? Die beiden letztgenannten Varianten scheinen politisch riskant zu sein. Eine kleine Aufwertung oder die Anbindung des Wechselkurses könnten machbar zu sein. Allerdings dürften sie wenig an den ökonomischen Grundverhältnissen ändern. Abgesehen von Chinas Handelsbilanzüberschüssen und den zunehmenden Währungsreserven gäbe es zwei Gründe für eine Aufwertung: Eine unkontrollierbare Geldmenge und Inflation. Beide scheinen derzeit allerdings kein Problem zu sein.
Leichte Aufwertung möglich
Aus historischen Gründen wird China unbedingt den Eindruck vermeiden wollen, zu einer Aufwertung gezwungen worden zu sein. Gleichzeitig liegt die jüngste Asienkrise nicht weit genug zurück, um schon vergessen worden zu sein. Aus diesem Grund legen viele Länder der Region wert auf die Kontrolle von Kapitalströmen und die Anhäufung von Währungsreserven. Politiker tendieren außerdem dazu, möglichst wenig verändern zu wollen, solange „ der Laden noch reibungslos läuft“.
Das sind zusammen genommen einige Argumente, die vorerst gegen eine Aufwertung des Renminbi sprechen können. Und wenn sie doch kommen sollte, dann nur in einer kleinen, aber ökonomisch unbedeutenden Dosis.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06 % |
| Silber | 28,24 $ | +0,57 % |
| Platin | 1.430,00 $ | +0,92 % |
| Palladium | 592,00 $ | +0,34 % |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14 % |
| Gas | 0,53 £ | −0,56 % |
| Kaffee | 1,68 $ | +1,27 % |
| Zucker | 0,20 $ | +0,36 % |
| Orangensaft | 1,09 $ | +0,32 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |