19.08.2002 · Steigt die Börse, so steigt der Dollar. So einfach scheint es zu sein, an den Finanzmärkten. Aber das ist keine Gesetzmäßigkeit.
Mit der Stimmung an der Börse steigt auch die Stimmung für den Dollar. Seit sich der Dow Jones immer mehr von seinen Tiefs erholt und nun seit knapp vier Wochen einen Aufwärtstrend etabliert hat, zeigt sich auch der Dollar von seiner stärkeren Seite. So konnte er zum Wochenstart sowohl gegen den Euro als auch gegen den Yen an Boden gut machen. Trotz der fundamentalen Ungleichgewichte in den USA.
Mit Blick auf den Yen bestätigen die Kapitalströme das Bild, denn nach einer Untersuchung von UBS Warburg verzeichnet der japanisch-asiatische Raum Nettokapital-Abflüsse. Und das schon seit zehn Wochen in einer Reihe. Als ob das nicht alles wäre, hat sich auch die Ratingagentur Standard & Poor's skeptisch zur japanischen Wirtschaftspolitik geäußert. „Eine Reihe von politischen Entscheidungen der japanischen Regierung scheint Reformen rückgängig zu machen, „hiess in einem Bericht. Verzögerungen beim Schuldenabbau und bei der Beseitigung notleidender Kredite bei Banken gefährdete jede Aussicht auf eine wirtschaftliche Erholung, denken die S&P-Analysten.
Japan auf dem Boden der Tatsachen
So ist der Yen gegen Dollar allein vom Freitag auf Montag von 117,65 auf 118,46 Yen pro Dollar gefallen. „Auf der Basis dieser Äußerungen und der Tatsache, dass die Regierung keine Reformen anzupacken scheint, dürfte es schwierig werden, an einen stärkeren Yen zu glauben“, kommentiert ein Währungsstratege die Lage. Er geht davon aus, dass der Yen gegen den Dollar noch weiter fallen wird.
Mit jedem Kursgewinn der US-Börsen scheint auch die Dynamik des Euro gegen den Dollar immer mehr zu verlieren. Obwohl gerade in jüngster Zeit die Kapitalströme noch mehr in Richtung Europa zeigen, als in Richtung USA. Aus diesem Grund ist die Kursbewegung von 98,46 am Freitag auf 97,83 an sich eher überraschend. Marktteilnehmer erklären sich diese Bewegung nicht mit einer Änderung strategischen Einschätzung. Sondern nach der sind die langfristigen Anleger nach wie vor bullisch für den Euro.
Reduzierter Risikoappetit der „Eurofans“
Sie erklären sich diese Kursbewegung mit einem reduzierten Risikoappetit der „Eurofans“, die ihre Positionen über den Sommer etwas reduzieren wollten. Sowohl die Währungsanalysten von S&P als auch die von UBS Warburg gehen davon aus, dass sich der Euro gegen den Dollar in nächster Zeit eher seitwärts bewegen wird. UBS Warburg erwartet eine Handelsspanne von 96 Cents bis auf 1,02 Dollar je Euro.
Charttechnisch betrachtet dürfte es wichtig sein, die Marke von 97,19 Cents zu halten. Denn dort verläuft der seit April anhaltende Aufwärtstrend. Sollte der in Verbindung mit positiv interpretierten US-Konjunkturzahlen und steigenden Börsen nach unten durchbrochen werden, könnte die Euro-positive Stimmung kippen.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06 % |
| Silber | 28,24 $ | +0,57 % |
| Platin | 1.430,00 $ | +0,92 % |
| Palladium | 592,00 $ | +0,34 % |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14 % |
| Gas | 0,53 £ | −0,56 % |
| Kaffee | 1,68 $ | +1,27 % |
| Zucker | 0,20 $ | +0,36 % |
| Orangensaft | 1,09 $ | +0,32 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |