09.04.2009 · Der hohe Ölpreis in 2008 war auf das Zusammenwirken von zunehmender Nachfrage mit spekulativen Aktivitäten zurückzuführen erklärt der Ökonom James Hamilton. Grundsätzlich sei die Nachfrage bei stagnierender Produktion problematisch.
Nach riesigen Kursbewegungen in den vergangenen Jahren hat sich der Ölmarkt inzwischen etwas beruhigt. Der Preis für ein Fass der Sorte WTI pendelt schon seit Wochen nervös um die Marke von 50 Dollar, obwohl die Lagerbestände in den vergangenen Monaten aufgrund der schwachen Nachfrage deutlich zugenommen haben.
Der Ölpreis erhält jedes Mal dann Auftrieb, wenn die Anleger ihren Optimismus durchblicken lassen. Zunehmender Risikoappetit führt zusammen mit dem aufkommenden Konjunkturoptimismus, der sich primär auf gewaltige Konjunkturprogramme und extrem lockere Geldpolitiken gründet, auch zum Preisauftrieb bei Energie- und Rohstoffkontrakten an den Terminmärkten.
Zusammenwirken von zunehmender Nachfrage mit spekulativen Aktivitäten
Letztlich dürfte die Wiederholung des Ölpreisschocks des vergangenen Jahres nicht ausgeschlossen sein. Denn glaubt man einer Analyse, die der amerikanische Ökonom James Hamilton jüngst unter dem Titel Causes and Consequences of the Oil Shock of 2007-08 (pdf) veröffentlichte, so war der Preisauftrieb des vergangenen Jahres, der den Ölpreis im Extrem bis auf 145 Dollar je Barrel geführt hatte, auf das Zusammenwirken von stetig zunehmender Nachfrage bei verhaltener Produktionssteigerung mit spekulativen Aktivitäten zurückzuführen.
Bei deutlichem Wachstum der Weltwirtschaft habe sich die Nachfrage nach Öl trotz steigender Preise stetig und bei geringer Einkommenselastizität entwickelt, so lange der Arbeitsmarkt robust gewesen und der Anteil von Energieausgaben am Budget der Konsumenten vergleichsweise gering gewesen sei, erklärt er. Kurzfristig sei bei Öl nicht der Preis entscheidend bei der Bestimmung der nachgefragten Menge, sondern die Einkommen der Konsumenten.
Das ändere sich aber immer dann, wenn dieser Anteil steige. Genau das sei in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres augrund des stark steigenden Ölpreises, der sich schnell eintrübenden wirtschaftlichen Aussichten und des sich abschwächenden Arbeitsmarktes der Fall gewesen. Aus diesem Grund habe die Einkommenselastizität plötzlich zugenommen, da die Konsumenten ihr Verhalten änderten. Sie fuhren weniger Kilometer, kauften weniger große Autos und trugen auf diese Weise maßgeblich zu einer rezessiven Entwicklung bei.
Ölpreis war im Jahr 2008 deutlich zu stark gestiegen
Der starke Ölpreisrückgang in der zweiten Jahreshälfte lasse sich jedoch nicht alleine mit der globalen Wirtschaftsrezession erklären, dafür sei er selbst bei kurzfristig erneut veränderten Preiselastizitäten zu stark ausgefallen. Nachträglich betrachtet lasse sich die These kaum von der Hand weisen, dass der Ölpreis im Jahr 2008 deutlich zu stark gestiegen war und dass diese Tatsache unter anderem auf die spekulative Liquidität zurückzuführen sei, die aufgrund falsch eingeschätzter Elastizitäten in die Ölterminmärkte geflossen war.
Kurzfristig könne man starke Preisbewegungen dieser Art zumindest theoretisch durch gezielte Verkäufe aus Lagerbeständen und durch eine straffere Geldpolitik begegnen, erklärt Hamilton. Auf diese Weise hätte sich möglicherweise der Preisschock und dessen bremsende Folgen für das Wirtschaftswachstum vermeiden lassen. Dessen ungeachtet dürfe das jedoch nicht von der Tatsache ablenken, dass ein wesentlicher Teil der Preisauftriebs bei Öl auf die zunehmende physische Nachfrage bei stagnierender Produktion zurückzuführen gewesen sei.
Sollte sich die Wirtschaft von der gegenwärtigen Krise erholen, sei es folglich nur eine Frage der Zeit, bis der Preisauftrieb bei Öl wieder einsetzen werde. Aus diesem Grund sei es ratsam, nicht auf die Irrationalität des Marktes im vergangenen Jahr zu verweisen, sondern die alternativen Optionen zur Energieversorgung auszuloten, erklärt Hamilton abschließend.
Warum bemüht man hier immer wieder den Markt?
Rolf-Dirk Maehler (RDMAEHLER1)
- 09.04.2009, 19:38 Uhr
Allerweltsweisheiten...
Lutz Grellmann (Lumi1)
- 10.04.2009, 15:53 Uhr
Angebot und Nachfrage
Zufferey Marcel (Davos08)
- 11.04.2009, 13:53 Uhr
@ Klaus-Peter Menzing (Verschwörungstheorie)
Reinhard Wolf (Pumuckel42)
- 18.04.2009, 11:39 Uhr
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06 % |
| Silber | 28,24 $ | +0,57 % |
| Platin | 1.430,00 $ | +0,92 % |
| Palladium | 592,00 $ | +0,34 % |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14 % |
| Gas | 0,53 £ | −0,56 % |
| Kaffee | 1,68 $ | +1,27 % |
| Zucker | 0,20 $ | +0,36 % |
| Orangensaft | 1,09 $ | +0,32 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |