Home
http://www.faz.net/-gvz-3hjb
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Charttechnik-Training Währungs- und Chartprofis achten auf die Zinstrends

26.05.2002 ·  Zinsen und Devisenkurse hängen untrennbar zusammen. Wie das Zusammenspiel läuft, zeigt das Charttechnik-Training von FAZ.NET.

Von Thomas Bopp, CMT-Charttechniker
Artikel Bilder (2) Lesermeinungen (0)

Geld regiert nicht nur die Welt, sondern ist auch verantwortlich für langfristige Bewegungen am Devisenmarkt. Ein Grund für Kapitalströme zwischen Volkswirtschaften liegt in den unterschiedlichen Zinssätzen und der damit verbundenen Attraktivität für Investoren begründet.

Die Zinssätze in Relation zueinander gesetzt, sind ein weiteres vielbeachtetes Instrument der Intermarkt-Analyse (siehe auch: Intermarkt-Analyse - ein Blick über den Tellerrand), die Hinweise liefert, wann es zu einem Trendwechsel in der angelegten Währung kommen kann.

Der Einfluss der kurzfristigen Zinsen ist hoch

Im Zeitalter der Kapitalströme, die innerhalb von Sekunden den Erdball umrunden, sind Länder besonders attraktiv, die höhere Zinsen als das Heimatland bieten. Je größer der Unterschied, desto besser. Wer kann sich nicht an die Jahre erinnern, als bei einer Zinsanlage in Australien im Vergleich zur Anlage im Heimatland ein doppelt so hoher Zins gezahlt wurde. Ein Zustrom an ausländischem Kapital in den australischen Markt war die Folge.

Umgekehrt kehrt das Kapital dem ausländischen Geldmarkt wieder den Rücken, wenn diese vorteilhafte Zinsdifferenz nicht mehr besteht. Fallende Zinsen machen die Währung unattraktiver für den Anleger. Das Geld wird das Land verlassen, wodurch Verkaufsdruck entsteht, der je nach Ausmaß der Zinssatzänderung zu einer spürbaren Währungsabwertung führen kann. Letztlich wird der Trend der Zinsen somit nachvollzogen.

Beachtung findet vor allem der Drei-Monats-Zins

Für Währungshändler sind Zinsänderungen daher ein wichtiger Ratgeber für zukünftige Kursprognosen. Sie beobachten die kurzfristigen Zinsen der jeweiligen ausländischen Währung und vergleichen diese mit der im eigenen Land erzielbaren Zins für den gleichen Zeitraum. Entscheidend ist die Zinsdifferenz und deren Veränderungsrate.

Ein besonderes Augenmerk legen Händler auf den Drei-Monats-Zins, da Renditen des kurzen Endes in der Regel schneller auf eine Veränderung der monetären Politik reagieren als das lange Ende. So werden zu erwartende Zinserhöhungen sowie deren Wahrscheinlichkeiten permanent im kurzfristigen Anlagebereich eingepreist. Veränderungen sind hier also frühzeitig erkennbar, während der Einfluss auf die Währung oft erst mit längerer zeitlicher Verzögerung auftritt.

Verhältnis Dollar zur D-Mark zeigt den Zusammenhang

Der beschriebene Zusammenhang wird am unten angehängten Beispiel des Dollar-Charts gegenüber der D-Mark (wurde für den Euro wegen der länger vorhandenen Zeitreihe verwendet) deutlich. Die deutschen und amerikanischen Kurzfrist-Zinsen sind übereinander gelegt, wobei Korrelationen und ähnlich verlaufende Kursrichtung unverkennbar sind. Erkennbar ist der 1985 begonnene Rückgang der US-Zinsen, der begleitet wird von der Schwächeneigung des Dollars. Erst 1987, nach erfolgtem Trendwechsel bei den Zinsen, fand die US-Währung mit halbjähriger Verzögerung einen Boden.

Ein ähnliches Verhalten war 1990 zu beobachten. Parallel mit sinkenden US-Zinsen bewegte sich der Dollar in Richtung neuer Tiefstkurse. Ein geändertes Bild ergab sich ab 1995. In der Folge war ein paralleler Anstieg von US-Zins und Währung zu beobachten. Erst im Jahr 2001 ist ein Dynamikverlust und eine einsetzende Top-Bildung beim Dollar erkennbar, nachdem die amerikanischen Leitzinsen massiv gesenkt wurden und Währungsabflüsse die Zuflüsse aufwiegen.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass entscheidend für die Veränderung des Währungspaars nicht allein die Veränderung im ausländischen Anlageland, sondern vielmehr die Veränderung der Zinsdifferenz beider Länder zueinander ist. Oberhalb der Null-Linie lohnt sich eine Anlage in den USA, unterhalb in Deutschland.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
  nach...
von... EUR USD JPY
EUR 1 1,2515 99,715 0,7988
USD 0,7990 1 79,665 0,6384
JPY 0,0100 0,0126 1 0,0080
1,2520 1,5664 124,81 1
25.05.2012 23:00 Uhr
  Vortag
1,2515 −0,14%
 OK
Tops & Flops Kurs Prozent
EUR/RUB 40,0510 +0,71 %
EUR/ZAR 10,5135 +0,32 %
EUR/PLN 4,3498 +0,32 %
EUR/SGD 1,6038 +0,20 %
EUR/CAD 1,2882 +0,09 %
EUR/SEK 8,9732 −0,20 %
EUR/NZD 1,6581 −0,20 %
EUR/CZK 25,2820 −0,28 %
EUR/HUF 299,2500 −0,33 %
EUR/NOK 7,5265 −0,41 %
25.05.2012
Name Kurs Prozent
Gold 1.569,50 $ +0,06 %
Silber 28,24 $ +0,57 %
Platin 1.430,00 $ +0,92 %
Palladium 592,00 $ +0,34 %
Rohöl Brent Crude 106,90 $ +0,14 %
Gas 0,53 £ −0,56 %
Kaffee 1,68 $ +1,27 %
Zucker 0,20 $ +0,36 %
Orangensaft 1,09 $ +0,32 %
AMEX GOLD BUGS 601,37 -- %
AMEX OIL 1.151,96 -- %
Rogers International 24,14 +0,50 %
von
nach