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Sonntag, 19. Februar 2012
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Benzinpreise Tanken ist so teuer wie lange nicht

19.03.2010 ·  Benzin kostet wieder so viel wie seit Oktober 2008 nicht mehr. Neben dem hohen Ölpreis gelten die gestiegenen Einkaufskosten in Rotterdam und die beginnende Reisezeit in Amerika als Preistreiber. Auch der Heizölpreis steigt.

Von Kerstin Papon
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Tanken ist in diesen Tagen für deutsche Autofahrer so teuer, wie seit anderthalb Jahren nicht mehr. Zwar ist auch der Ölpreis in den vergangenen Wochen wieder geklettert, doch die Notierungen lagen Anfang Januar schon höher als jetzt. Als Grund für die hohen Treibstoffpreise gelten nun vor allem die gestiegenen Einkaufskosten für Benzin, die in Rotterdam Jahreshöchststände erreicht haben. Zudem federt der zum Dollar seit Anfang Dezember schwächere Euro aus Sicht der europäischen Verbraucher die Preise nicht länger ab.

Am Donnerstag mussten nach Angaben des Mineralölwirtschaftsverbandes (MWV) im Bundesdurchschnitt fast 1,45 Euro für einen Liter Superbenzin gezahlte werden. Der Liter Diesel kostete rund 1,23 Euro. Seit zwei Wochen seien die Preise auffallend hoch, sagt Karin Retzlaff vom MWV. Beide Kraftstoffe haben damit die höchsten Werte seit rund anderthalb Jahren erreicht. Benzin war zuletzt im Oktober 2008 so teuer wie jetzt, Diesel im November 2008.

Rekordmarke von 2008 noch nicht erreicht

Auch der Heizölpreis ist wieder gestiegen. „Im Bundesdurchschnitt kosten 100 Liter derzeit fast 67 Euro und damit so viel, wie seit November 2008 nicht mehr“, sagt Imke Herzog vom Energie Informationsdienst EID in Hamburg. Der Preis sei über die vergangenen Wochen hinweg kontinuierlich gestiegen. Der EID befragt in 15 deutschen Städten Händler zu ihren Listenpreisen. Der genannte Preis gilt bei einer Abnahme von 3000 Litern.

Zwar hat sich der Ölpreis seit Jahresbeginn kaum verändert, doch seit einem Jahr beläuft sich der Anstieg auf mehr als 50 Prozent. Das hierzulande maßgebliche Nordseeöl der Sorte Brent kostete am Freitag rund 81 Dollar je Barrel (159 Liter). Aus europäischer Sicht sind dies rund 60 Euro. Das ist in Euro der höchste Wert seit Oktober des Jahres 2008. In der Spitze waren die Notierungen im Juli 2008 auf 147,50 Dollar je Barrel geklettert und anschließend um Dreiviertel gefallen. Damals erreichten auch die Kraftstoffpreise neue Höhen. Nach Angaben des MWV mussten für den Liter Benzin durchschnittlich bis zu 1,60 Euro, für Diesel bis zu 1,55 Euro bezahlt werden.

Tankstellenpreis einen Euro höher als Einkaufspreis

Doch die Kraftstoffpreise hängen nur mittelbar vom Ölpreis ab. „Ausschlaggebend für die aktuell hohen Benzin- und Dieselpreise sind vor allem die höheren Einkaufskosten dieser Ölprodukte“, sagt Retzlaff. Seit zwei Wochen seien die Preise hier stärker gestiegen als auf dem Rohölmarkt.

Und wenn die Schere so auseinander klaffe, schlage sich dies im Tankstellenpreis nieder. „In Rotterdam mussten zuletzt umgerechnet 42,6 Cent für den Liter Benzin gezahlt werden, das ist der höchste Preis in diesem Jahr“, sagt Retzlaff. Im Jahr 2008 habe dieser Einkaufspreis in der Spitze 55 Cent betragen. Damals dämpfte jedoch der starke Euro die Folgen der Rekordpreise auf dem Ölmarkt für deutsche Autofahrer.

Als großer Nachfrager in Rotterdam gelten die Vereinigten Staaten. Das Land deckt sich regelmäßig mit dem in Europa qualitativ hochwertigen Benzin ein, da die amerikanischen Raffineriekapazitäten bei weitem nicht ausreichen, um den dortigen Bedarf zu decken. Gerade im Frühjahr sei das Interesse besonders groß, da dann die Reisezeit der Amerikaner beginne, sagt Retzlaff. Zudem führe in vielen Regionen der Welt – außer Europa – die wirtschaftliche Erholung zu einer wieder höheren Nachfrage nach Treibstoffen. In Deutschland ist der Benzin- und Dieselabsatz zuletzt sogar gefallen.

Dass der Tankstellenpreis fast um ein Euro höher ist, als der Einkaufspreis, liegt vor allem an dem hohen Steueranteil in Deutschland. Er beträgt gut 60 Prozent. Im Detail fließen – unabhängig von der Preisentwicklung– je Liter Superbenzin 65,5 Cent Mineralöl- und Ökosteuer an den Staat. Obendrauf kommt noch die Mehrwertsteuer von 19 Prozent, die aktuell etwa 23 Cent ausmacht. Bei Diesel beläuft sich der feste Steuersatz auf 47 Cent. Hinzukommt der Anteil, den die Ölkonzerne als „Deckungsbeitrag“ – er steht für ihre Kosten und Erträge – einbehalten. Wie aus den MWV-Daten hervorgeht lag er im Februar bei gut 10 Cent je Liter.

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