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Begehrte Geldanlage Der Goldpreis klettert erstmals über 1500 Dollar

20.04.2011 ·  Das Edelmetall ist so teuer wie noch nie: Die Anleger treiben den Preis, weil sie sich wegen der Schuldenkrise vor Geldentwertung fürchten. Auch andere Metalle wie Platin erhalten Rückenwind. Experten rechnen mit einer weiteren Steigerung.

Von Tim Höfinghoff
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Die Sorgen der Investoren vor Inflation in Zeiten hoher Staatsschulden sowie der schwache Dollarkurs lassen den Goldpreis auf immer neue Höhen klettern: Am Mittwoch zahlten Anleger für das Edelmetall bis zu 1505 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm).

Schon seit Monaten sind die Preise für Gold und Silber im Höhenflug. Silber ist so teuer wie seit 31 Jahren nicht mehr. Die Edelmetalle sind eine begehrte Geldanlage, weil sie als wertbeständig gelten. Zwar werfen sie keine Zinsen ab und verursachen Lagerkosten, doch der Goldpreis steigt inzwischen das elfte Jahr in Folge. Seit Jahresanfang hat sich Gold um 6 Prozent verteuert. Im Jahr 2010 stieg der Preis um 30 Prozent. Privatanleger, die an der Preisentwicklung teilnehmen wollen, kaufen nicht nur Münzen und Barren, es gibt auch Zertifikate sowie börsennotierte Fonds für die Metalle.

Die Lage an den Finanzmärkten liefert den Goldkäufern viele Argumente: So hat Anfang der Woche die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) den Ausblick für die Kreditwürdigkeit der Vereinigten Staaten gesenkt. Das Land ist der größte Schuldner auf der Welt und könnte seine Bonitäts-Bestnote verlieren. Ebenso rückt die Schuldenkrise in Europa stärker in den Blickpunkt. Zwar dementiert die griechische Regierung stets Meldungen zu Plänen einer Umschuldung des Landes. Doch an den Finanzmärkten verfestigt sich die Meinung, dass ein Schuldenschnitt nur eine Frage der Zeit sei. Außerdem sind Länder wie Portugal und Irland in einer finanziell prekären Lage.

Goldkäufer im großen Stil

Notenbanken wie die amerikanische Notenbank Fed betreiben derweil zur Linderung der Finanzkrise eine Politik des extrem billigen Geldes. Dies schürt Inflationssorgen. Außerdem drängen Großanleger, die auf der Suche nach Rendite sind, verstärkt in den Gold- und Silbermarkt. Nach Einschätzung von Thorsten Proettel, Goldfachmann der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), würden „die kurzfristig orientierten Händler in den Handelssälen der Banken die Preise für Gold und Silber in die Höhe treiben“. Dabei hatten die Anleger zuletzt viel Geld aus Goldfonds abgezogen. Der größte börsennotierte Goldfonds der Welt, der SPDR Gold Trust, verbuchte im ersten Quartal den größten auf ein Vierteljahr bezogenen Abfluss seit Bestehen des Fonds im Jahr 2004.

Hinzu kommt, dass viele Notenbanken bereits im vergangenen Jahr im großen Stil als Goldkäufer aufgetreten sind. Sie diversifizieren ihre Devisenanlagen. Auch die Schwäche des Dollar sorgt für einen höheren Goldpreis. Da Gold in Dollar gehandelt wird, ist es für Investoren aus dem Euroraum günstiger geworden, Gold zu kaufen. Die Rohstoffanalysten der Commerzbank urteilen in einem Bericht, dass „der Internationale Währungsfonds jüngst vor Überhitzungen der Wirtschaften in Schellenländern gewarnt und explizit auf den wachsenden Inflationsdruck in diesen Ländern hingewiesen hat“. Diese Einschätzung „untermauert das von Inflationssorgen geprägte Umfeld und trägt weiter zur Attraktivität von Gold als wertstabiler Anlage bei“.

„Keine starke Korrektur“ für den Goldpreis

Auch die Preise für andere Metalle wie Platin und Palladium erhalten Rückenwind. Platin kostet mittlerweile knapp 1800 Dollar je Feinunze, der Palladiumpreis liegt bei knapp 760 Dollar. Auch Silber ist mit 45 Dollar je Feinunze so teuer wie seit drei Jahrzehnten nicht mehr. „Das Gold-Silber-Verhältnis ist mittlerweile unter 34 gefallen. So teuer war Silber relativ zu Gold zuletzt vor knapp 28 Jahren“, so die Rohstoffanalysten der Commerzbank.

Nach Einschätzung vieler Bankfachleute sollte besonders der Goldpreis weiter zulegen. Goldman Sachs prognostiziert den Goldpreis bis Ende des Jahres auf 1700 Dollar. LBBW-Analyst Proettel sagt allerdings, dass gute Konjunkturdaten die Edelmetallpreise wieder drücken dürften. Für den Goldpreis rechnet Proettel aber „mit keiner starken Korrektur“. Der Silberpreis hingegen „ist fundamental gesehen nicht mehr gerechtfertigt“.

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Jahrgang 1975, Redakteur in der Wirtschaft.

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