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Australischer Dollar Kurskonsolidierung nach unverändertem Leitzins

02.06.2009 ·  Der „Aussie-Dollar“ gehörte in den vergangenen Wochen zu den stärksten Währungen. Nun konsolidiert er leicht, nachdem die Zentralbank den Leitzins auf dem tiefsten Niveau seit 49 Jahren hielt. Alles weitere hängt von der Rohstoffnachfrage ab.

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Nach einer massiven Korrektur in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres und einer Konsolidierung auf tiefem Niveau von Oktober bis März wertete der australische Dollar wieder auf.

In den vergangenen zweieinhalb Monaten ging der Kurs um knapp 30 Prozent von 63 amerikanischen Cents auf zuletzt knapp 81 amerikanische Cents je australischem Dollar nach oben. Gegen den Euro fiel die Aufwertungsbewegung etwas schwächer aus: Nach 2 australischen Dollar sind im professionellen Handel inzwischen noch 1,7495 australische Dollar nötig, um eine Einheit der europäischen Einheitswährung erwerben zu können.

Aussie-Dollar gehörte in den vergangenen Wochen zu den stärksten Währungen weltweit

Neben dem südafrikanischen Rand und dem neuseeländischen Dollar war der australische Dollar in den vergangenen Wochen des verstärkten allgemeinen Wirtschaftsoptimismus die stärkste Währung weltweit. Die größten Kursgewinne konnte sie gegen die isländische Krone, den argentinischen Peso, den vietnamesischen Dong, den Colon Costa Ricas oder die pakistanische Rupie verzeichnen.

Am Pfingstdienstag kommt es zu einer leichten Konsolidierung, nachdem die australische Zentralbank RBA bekannt gegeben hatte, den Leitzins unverändert auf 3,0 Prozent und damit auf dem tiefsten Stand seit einem halben Jahrhundert zu belassen. In ihrer begleitenden Stellungnahme äußerte die RBA die Einschätzung, dass sich die Weltwirtschaft nach einem scharfen Abschwung zu stabilisieren beginne. Am klarsten zeige sich das in China.

Gleichwohl bestehe Spielraum für weitere Zinssenkungen, sollten sich diese als notwendig erweisen. Die Notenbank verwies darauf, dass die fiskalischen Maßnahmen eine beträchtliche Nachfragestütze darstellten und sich Auswirkungen der geldpolitischen Lockerung größtenteils erst noch zeigen müssten. Der Rat der RBA will alle ökonomischen und finanziellen Entwicklungen weiter genau verfolgen.

Nach unverändertem Leitzins konsolidiert er

Die Konsolidierung des Wechselkurses ist allerdings eher auf die überhitzte Entwicklung der vergangenen Wochen als auf die Äußerungen der Zentralbank zurückzuführen. Sollten die hohen Wachstumserwartungen im allgemeinen und die damit verbundenen Erwartungen einer starken Nachfrage nach Rohstoffen sich nicht bestätigen, dürfte auch der australische Dollar kurzfristig in die Defensive geraten. Immerhin verzeichnete Australien in den vergangenen Jahren trotz starker Rohstoffexporte ein stetig zunehmendes Leistungsbilanzdefizit, das lediglich in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres massiv zurückging.

Auf der anderen Seite sind die Drei-Monats-Zinsen mit 3,2 Prozent und die Renditen zehnjähriger australischer Staatsanleihen mit 5,47 Prozent aus internationaler Sicht vergleichsweise hoch. Diese liegen immerhin rund 2 Prozentpunkte über dem europäischen und am kurzen Ende 3 Prozentpunkte über dem amerikanischen und vor allem dem japanischen Niveau. Solche Zinsdifferenzen könnten die australische Währung in einem Umfeld niedriger Volatilitäten beflügeln, da internationale Anleger auf der Suche nach einem Zinsvorteil ihre Gelder nach Australien strömen lassen.

Allerdings sind solche Strategien riskant, da ihr Erfolg rasch von adversen Wechselkursbewegungen durchkreuzt werden kann. Insgesamt dürfte das „Schicksal“ der australischen Währung davon abhängen, wie nachhaltig der erwartete wirtschaftliche Aufschwung in China und die damit verbundene Nachfrage nach Rohstoffen ist. Sollte es dort zu Enttäuschungen kommen, sind Rückschläge bei der Wechselkursentwicklung wahrscheinlich.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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