http://www.faz.net/-gv6-7gzol

Asien : Indische Rupie bricht ein

  • Aktualisiert am

Für die indische Rupie ging es am Mittwoch auf Talfahrt. Bild: REUTERS

Die indische Landeswährung Rupie ist auf ein Rekordtief von 68,75 Rupien je Dollar gefallen. Mit einem Verlust von 3 Prozent gab die Währung an diesem Tag so viel nach wie seit 20 Jahren nicht mehr.

          Die Syrien-Krise setzt die asiatischen Finanzmärkte immer stärker unter Druck. Am heftigsten waren die Auswirkungen zur Wochenmitte in Indien zu spüren. Die Landeswährung Rupie gab am Mittwoch zum amerikanischen Dollar um mehr als 3 Prozent nach und erlitt den größten Tagesverlust seit etwa zwanzig Jahren.

          Bild: FAZ.NET

          Mit 68,75 Rupien je Dollar fiel sie auf ein Rekordtief. Im laufenden Jahr hat die indische Währung mehr als zwanzig Prozent ihres Werts verloren.

          Bild: FAZ.NET

          Auch andere Währungen asiatischer Schwellenländer mussten abermals starke Verluste hinnehmen. Neben der Rupie gaben der philippinische Pesos, der thailändische Bath und der malaysische Ringgit spürbar nach. All diese Währungen liegen gegenwärtig auf mehrjährigen Tiefständen zum Dollar. Im Nachbarland Syriens, der Türkei, fiel die Landeswährung Lira auf ein Rekordtief zu Dollar und Euro.

          Börsen geben weiter nach

          Weitere deutliche Verluste erlitten auch die asiatischen Börsen. Am stärksten traf es abermals die Philippinen. Bereits am Dienstag war der Börsenindex PSEi um knapp 4 Prozent eingebrochen, am Mittwoch gab es zusätzliche Verluste von 3 Prozent. Kräftige Einbußen gab es zudem an den Börsen Indiens, Thailands, Indonesiens und Malaysias. Die Börsen der beiden größten Volkswirtschaften Asiens, China und Japan, gaben ebenfalls nach.

          Unter starkem Druck standen den zweiten Tag in Folge auch Staatsanleihen vieler aufstrebender Staaten. Insbesondere in Indien, Indonesien und Thailand erhöhte sich der Risikoaufschlag, den Investoren verlangen. Im Gegenzug bröckelten die Kurse. In der Türkei liegt die Rendite zehnjähriger Staatstitel in Landeswährung mittlerweile über der Marke von 10 Prozent. Entsprechende Schuldpapiere, die in Dollar begeben wurden, rentieren mit 5,6 Prozent.

          Syrien und amerikanische Geldpolitik belasten

          Ausschlaggebend für den Sinkflug an den Finanzmärkten insbesondere in Südostasien ist ein Gemisch aus politischen und wirtschaftlichen Faktoren: Bereits seit Monaten leiden die meisten Schwellenländer unter einem massiven Kapitalabzug. Grund ist der näherrückende Kurswechsel in der amerikanischen Geldpolitik. Die amerikanische Notenbank Fed will ihre hochexpansive Geldpolitik noch in diesem Jahr etwas zurücknehmen.

          Deswegen sind die Marktzinsen in den Industrieländern gestiegen, was Anlagen in Schwellenländern weniger lukrativ erscheinen lässt. Die drohende militärische Intervention westlicher Länder in Syrien verschärft die Lage, weil sie die Unsicherheit der Investoren erhöht.

          Quelle: FAZ.net mit dpa-AFX

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Neues politisches Traumpaar? FDP-Chef Christian Lindner im Gespräch mit Angela Merkel

          Comeback der FDP? : „Dann haben wir den Salat und müssen regieren“

          Die FDP ist die politische Überraschung im Bundestagswahlkampf. Das Trauma von 2013 erschwert allerdings eine Koalition mit der Union. Die Therapiearbeit in der Partei hat früh begonnen.
          AfD-Spitzenkandidaten Alice Weidel und Alexander Gauland

          Forsa-Chef Manfred Güllner : „Die AfD wird sich zerlegen“

          Der Chef des Meinungsforschungsinstituts Forsa rechnet mit Richtungskämpfen der künftigen AfD-Abgeordneten im Bundestag. Die Partei bezeichnet er als „durch und durch rechtsradikal, von ihrem Programm bis hin zu den Wählern“.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.