http://www.faz.net/-gv6-7gzol
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 28.08.2013, 11:47 Uhr

Asien Indische Rupie bricht ein

Die indische Landeswährung Rupie ist auf ein Rekordtief von 68,75 Rupien je Dollar gefallen. Mit einem Verlust von 3 Prozent gab die Währung an diesem Tag so viel nach wie seit 20 Jahren nicht mehr.

© REUTERS Für die indische Rupie ging es am Mittwoch auf Talfahrt.

Die Syrien-Krise setzt die asiatischen Finanzmärkte immer stärker unter Druck. Am heftigsten waren die Auswirkungen zur Wochenmitte in Indien zu spüren. Die Landeswährung Rupie gab am Mittwoch zum amerikanischen Dollar um mehr als 3 Prozent nach und erlitt den größten Tagesverlust seit etwa zwanzig Jahren.

Dollar in indischen Rupien seit 1986 280813 © FAZ.NET Vergrößern

Mit 68,75 Rupien je Dollar fiel sie auf ein Rekordtief. Im laufenden Jahr hat die indische Währung mehr als zwanzig Prozent ihres Werts verloren.

Dollar in indischen Rupien 1 Jahr 280813 © FAZ.NET Vergrößern

Auch andere Währungen asiatischer Schwellenländer mussten abermals starke Verluste hinnehmen. Neben der Rupie gaben der philippinische Pesos, der thailändische Bath und der malaysische Ringgit spürbar nach. All diese Währungen liegen gegenwärtig auf mehrjährigen Tiefständen zum Dollar. Im Nachbarland Syriens, der Türkei, fiel die Landeswährung Lira auf ein Rekordtief zu Dollar und Euro.

Mehr zum Thema

Börsen geben weiter nach

Weitere deutliche Verluste erlitten auch die asiatischen Börsen. Am stärksten traf es abermals die Philippinen. Bereits am Dienstag war der Börsenindex PSEi um knapp 4 Prozent eingebrochen, am Mittwoch gab es zusätzliche Verluste von 3 Prozent. Kräftige Einbußen gab es zudem an den Börsen Indiens, Thailands, Indonesiens und Malaysias. Die Börsen der beiden größten Volkswirtschaften Asiens, China und Japan, gaben ebenfalls nach.

Unter starkem Druck standen den zweiten Tag in Folge auch Staatsanleihen vieler aufstrebender Staaten. Insbesondere in Indien, Indonesien und Thailand erhöhte sich der Risikoaufschlag, den Investoren verlangen. Im Gegenzug bröckelten die Kurse. In der Türkei liegt die Rendite zehnjähriger Staatstitel in Landeswährung mittlerweile über der Marke von 10 Prozent. Entsprechende Schuldpapiere, die in Dollar begeben wurden, rentieren mit 5,6 Prozent.

Syrien und amerikanische Geldpolitik belasten

Ausschlaggebend für den Sinkflug an den Finanzmärkten insbesondere in Südostasien ist ein Gemisch aus politischen und wirtschaftlichen Faktoren: Bereits seit Monaten leiden die meisten Schwellenländer unter einem massiven Kapitalabzug. Grund ist der näherrückende Kurswechsel in der amerikanischen Geldpolitik. Die amerikanische Notenbank Fed will ihre hochexpansive Geldpolitik noch in diesem Jahr etwas zurücknehmen.

Deswegen sind die Marktzinsen in den Industrieländern gestiegen, was Anlagen in Schwellenländern weniger lukrativ erscheinen lässt. Die drohende militärische Intervention westlicher Länder in Syrien verschärft die Lage, weil sie die Unsicherheit der Investoren erhöht.

Quelle: FAZ.net mit dpa-AFX

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Steigende Kurse Zurück in die Schwellenländer

Anleger entdecken aufs Neue die Schwellenländer. An Lateinamerikas Börsen sind die Kurse steil gestiegen. Anderswo bieten sich aber bessere Chancen. Mehr Von Thomas Klemm

02.05.2016, 08:18 Uhr | Finanzen
Video Trübe Aussichten für die Commerzbank

Für das laufende Jahr hat die Commerzbank ein großes Fragezeichen hinter den erhofften Milliardengewinn gesetzt. Auf seiner letzten Hauptversammlung übte der scheidende Vorstand Martin Blessing abermals Kritik an der Geldpolitik der EZB. Mehr

21.04.2016, 09:04 Uhr | Finanzen
Devisenmarkt Japan fürchtet den starken Yen

Der Yen wertet rasant auf und die Aktienkurse in Tokio brechen ein. Finanzminister Taro Aso spricht von Spekulation und warnt, dass die Regierung eingreifen könne. Mehr Von Patrick Welter, Tokio

02.05.2016, 07:16 Uhr | Finanzen
Börsen im Aufwind Warum Anlagestrategen optimistisch für die Aktienmärkte sind

Nach Ansicht von Experten soll sich der Aufschwung an den Aktienmärkten weiter fortsetzen - angetrieben von der lockeren Geldpolitik der EZB. Konjunktur und Unternehmensgewinne dürften eher positiv überraschen. Mehr Von Daniel Mohr

22.04.2016, 08:14 Uhr | Finanzen
Marktbericht Börsen auf Tauchstation

Der steigende Euro hat die Aktienbörsen am Freitag belastet. Der Dollar-Index fiel auf ein Acht-Monats-Tief. Zu den größten Verlierern im Dax zählte die Deutsche Bank. Mehr

29.04.2016, 17:39 Uhr | Finanzen

Wichtige Wechselkurse
Name Kurs Änderung
  Dollar --  --
  Franken --  --
  Yen --  --
  Pfund --  --
  Dollar in Yen --  --
  Dollar in Pfund --  --
Wertpapiersuche
EUR USD JPY
EUR 1 -- -- --
USD -- 1 -- --
JPY -- -- 1 --
-- -- -- --
=

Wichtige Rohstoffe
Name Kurs Änderung
  Gold --  --
  Silber --  --
  Rohöl Brent --  --
  Rohöl WTI --  --