26.01.2012 · Der Dax steigt auf den höchsten Stand seit August und auch der Goldpreis legt wieder zu. Zudem gibt sich die amerikanische Notenbank ein Inflationsziel.
Von Hanno Mußler, Patrick WelterAnleger haben sich am Donnerstag ermutigt gefühlt, Rohstoffe und Aktien zu kaufen. Sie reagierten damit auf die Ankündigung der Federal Reserve vom Mittwoch Abend, den amerikanischen Leitzins wahrscheinlich mindestens bis Jahresende 2014 auf außergewöhnlich niedrigem Niveau zu halten. Der Preis für das Edelmetall Gold, beliebt bei niedrigen Zinsen und als Inflationsschutz, stieg auf 1725 Dollar je Feinunze. Das ist der höchste Preis in diesem Jahr.
Fed-Chef Ben Bernanke weckte aber vor allem den Wachstumsoptimismus der Rohstoffanleger. Kupfer, ein Indikator für die Konjunkturaussichten, stieg auf den höchsten Preis seit vier Monaten. Auch die Aktienindizes an der Wall Street und in Europa legten zu. Der Deutsche Aktienindex Dax kletterte erstmals seit August wieder auf mehr als 6500 Punkte. Tagesgewinner war der Stahlhersteller Thyssen-Krupp. In Amerika stieg der Index der 100 größten Technologiewerte sogar auf den höchsten Stand seit mehr als einem Jahr.
Schon jetzt liegt der Leitzins der Fed seit Dezember 2008 bei nahe Null Prozent. Bernanke stellte eine weitere Lockerung der Geldpolitik in Aussicht, ohne sich festzulegen. Eine Ausweitung der Bilanz bleibe eine Option. „Die Pressekonferenz hat uns ein wenig in unserer Erwartung bestärkt, dass es zum weiteren Ankauf von Wertpapieren kommen wird“, sagte Jan Hatzius, Chefvolkswirt der Bank Goldman Sachs, dieser Zeitung. Er rechnet mit einer dritten Runde der quantitativen Lockerung im zweiten Quartal. Unter dieser Erwartung litt am Donnerstag der Dollar, der gegen alle wichtigen Währungen verlor. Der Euro kostete erstmals seit Anfang Januar mehr als 1,31 Dollar.
Unter der Annahme eines faktischen Nullzinssatzes erwartet der Offenmarktausschuss (FOMC) mehrheitlich, dass die Inflationsrate 2013 und 2014 etwa 1,7 bis 1,8 Prozent betragen wird. Zuletzt lag sie bei 2,5 Prozent. Die Wirtschaft soll bis dahin mit 3 Prozent und mehr wachsen, stärker als die von dem Ausschuss geschätzte inflationsneutrale Wachstumsrate von etwa 2,5 Prozent. Die Arbeitslosenquote von zuletzt 8,5 Prozent dürfte nach den Prognosen noch 2013 nur wenig unter 8 Prozent sinken.
In einer Erklärung zur geldpolitischen Strategie setzte die Fed sich erstmals ein langfristiges Inflationsziel von 2 Prozent. Zugleich lehnte sie ein explizites Beschäftigungsziel ab, weil sie das auf lange Sicht erreichbare Beschäftigungsniveau nicht steuern könne. Bernanke betonte, die Geldpolitik werde sich durch das Inflationsziel nicht ändern. Die Fed nehme beide Seiten des Mandats, Preisniveaustabilität und maximale Beschäftigung, gleich ernst. „Wir sind keine Absolutisten. Wenn es eine Notwendigkeit gibt, die Inflationsrate ein wenig langsamer zurückzuführen, um die Beschäftigung zu fördern, wären wir dazu bereit“, sagte Bernanke.
Die Fed veröffentlichte ferner erstmals in anonymisierter Form Zinsprognosen der FOMC-Mitglieder. Diese zeigen große Differenzen über die angemessene Zinspolitik. Sechs der 17 Mitglieder halten eine erste Zinserhöhung schon 2012 oder 2013 für nötig. Sechs Mitglieder sehen diese erst 2015 oder 2016. In einer Punkt-Grafik legte die Notenbank offen, wie viele Mitglieder jeweils am Jahresende einen bestimmten Zinssatz für angemessen halten. Die Spanne am Jahresende 2014 liegt zwischen 0,25 und 2,75 Prozent, der Mittelwert bei 0,75 Prozent.
Das steht in einem gewissen Widerspruch zu der bedingten Zusage der stimmberechtigten Ausschussmitglieder, den Leitzins bis mindestens spät im Jahr 2014 niedrig zu halten. Hatzius moniert, dass die Fed sowohl die bedingte Zusage einer Niedrigzinspolitik bis 2014 abgebe und zugleich Zinsprognosen veröffentliche. „Das ist eigentlich schon fast ein bisschen zu viel. Meine Sorge ist, dass das eher verwirren wird.“ Von besonderem Interesse für die Kapitalmärkte ist, dass die FOMC- Mitglieder den angemessenen Zinssatz in normalen Zeiten mit 3,75 bis 4,5 Prozent einschätzen.
Bernankes Vorgänger Greenspan hatte ein angemessenes Inflationsziel einst mit Null Prozent beziffert, wenn die Inflationsrate richtig gemessen werde. Der jetzige Fed-Vorsitzende begründete die höhere Inflationsvorgabe von 2 Prozent damit, dass die Fed sich Spielraum erhalten müsse, um Deflationsrisiken zu begegnen und so Wachstum und Beschäftigung zu fördern. „Man muss sich ein wenig Luft nach unten lassen. Sonst erhöht man das Risiko erheblich, dass man in eine Liquiditätsfalle hineingerät “, sagte Hatzius. Als Maß für das Inflationsziel setzte die Fed den Preisindex der persönlichen Konsumausgaben (PCE).
Gold, Silber, gute Aktien und Rohstoffe und sonst nichts!
Eva Maria Palmer (AstrologinPalmer)
- 26.01.2012, 23:04 Uhr
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06 % |
| Silber | 28,24 $ | +0,57 % |
| Platin | 1.430,00 $ | +0,92 % |
| Palladium | 592,00 $ | +0,34 % |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14 % |
| Gas | 0,53 £ | −0,56 % |
| Kaffee | 1,68 $ | +1,27 % |
| Zucker | 0,20 $ | +0,36 % |
| Orangensaft | 1,09 $ | +0,32 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |