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Allzeithoch Der Euro steigt erstmals über 1,50 Dollar

27.02.2008 ·  Schuld sind schlechte amerikanische Konjunkturdaten. Auch die Preise für Öl und Gold sind in der Nacht auf neue Rekordstände geklettert. Entscheidend für die weitere Entwicklung dürfte nun das Vorgehen der amerikanischen Zentralbank sein.

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Der Euro ist erstmals über die psychologisch bedeutsame Marke von 1,50 Dollar geklettert. Die Gemeinschaftswährung erreichte am Mittwoch im frühen Handel in Fernost einen Rekord bei 1,5047 Dollar, gab im Verlauf aber wieder auf 1,4988 Dollar nach. Händler machten die jüngsten Konjunkturdaten aus den Vereinigten Staaten und Aussagen des Vizechefs der amerikanischen Notenbank Fed für die Dollarschwäche verantwortlich. Dazu kam, dass der deutsche Ifo-Geschäftsklima-Index am Dienstag überraschend angestiegen war, was den Euro stützte.

Die Dollarschwäche trug Händlern zufolge auch zum neuen Höchststand beim Ölpreis bei. In New York verteuerte sich das Fass (159 Liter) US-Leichtöl zeitweise um 2,20 Dollar auf ein Rekordniveau von 101,43 Dollar. In Asien wurden ebenfalls über 101 Dollar je Fass gezahlt. Der Goldpreis stieg um ein Prozent auf ein Rekordniveau von 957,60 Dollar je Feinunze.

Überraschend schlechte Konjunkturdaten

Entscheidend sei nun das weitere Vorgehen der Fed, sagte Hideaki Inoue von Mitsubishi UFJ Trust and Banking. Vizechef Donald Kohn hatte am Dienstag das schwache Wachstum in den Vereinigten Staaten als größeres Problem als die Inflation bezeichnet. Experten werteten dies als Anzeichen darauf, dass die Notenbank den Leitzins weiter senken könnte. Seit August wurde er von 5,25 auf 3,0 Prozent reduziert. Sollte der Zinssatz in den Vereinigten Staaten weiter fallen, dürfte dies den Dollar weiter belasten, weil Anlagen in Amerika auf diese Weise unattraktiver werden.

Schlechte amerikanische Konjunkturdaten hatten am Dienstagabend für negative Überraschung gesorgt, was die Rezessionssorgen verstärkte. Der Index für das amerikanische Verbrauchervertrauen fiel im Februar gegenüber dem Vormonat von 87,3 auf 75,0 Zähler, teilte der Informationsdienst Conference Board am Dienstag mit. Das war das schwächste Ergebnis seit Februar 2003, als die Vereinigten Staaten kurz vor der Invasion in den Irak standen.

Die Februarwerte lagen zudem deutlich unter den Erwartungen von Analysten. Die amerikanischen Verbraucher spielen eine Schlüsselrolle für die amerikanische Konjunktur, weil 70 Prozent des Wirtschaftswachstums vom privaten Konsum abhängen. Besonders schwach fiel ein Teilbereich aus, der die Erwartungen der Verbraucher für die kommenden sechs Monate misst. Dieses Barometer ging im Februar auf 57,9 zurück, nach 69,3 Zähler im Januar.

„Das Risiko einer Rezession steigt weiter an“

Nach Angaben des Conference Board sind die Erwartungen so schlecht wie seit 17 Jahren nicht mehr. „Weil nur wenig Verbraucher mit einer Verbesserung der Situation in den kommenden Monaten rechnen, steigt das Risiko einer Rezession weiter an“, sagte Lynn Franco, die Chefanalystin des Conference Board. Die Stimmung der Verbraucher wird von fallenden Häuserpreisen, hohen Benzinkosten und der Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes getrübt. Der Index basiert auf einer Umfrage unter 5000 Haushalten.

Die Häuserpreise in den Vereinigten Staaten sind gemessen am Case-Shiller-Index im vierten Quartal 2007 gegenüber dem Vorjahr um 8,9 Prozent eingebrochen. Das war der stärkste Rückgang seit 20 Jahren. In 17 von 20 Ballungszentren sind die Preise gefallen. In acht davon hat es sogar einen Rückgang in prozentual zweistelliger Höhe gegeben. Im Januar ist zudem die Zahl der drohenden Zwangversteigerungen von Häusern stark angestiegen, nach Angaben der Analysten von RealtyTrac um 57 Prozent gegeüber dem Vorjahr.

Gleichzeitig steigt die Inflation. Nach Angaben des Arbeitsministeriums sind die Produzentenpreise im Januar um 1 Prozent gestiegen. In den vergangenen zwölf Monaten sind die Produzentenpreise damit um 7,5 Prozent gestiegen - der stärkste Zuwachs seit 26 Jahren. Getrieben wurde der Anstieg von Kosten bei Nahrungsmitteln, Energie und Medizin. Die Verbraucherpreise sind im Januar gegenüber dem Vormonat überraschend stark um 0,4 Prozent gestiegen. Auf Jahressicht lag die Teuerung damit bei 4,3 Prozent.

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