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Aktualisiert: 24.05.2017, 11:19 Uhr

Anleger bleiben ruhig Die Aktienmärkte ignorieren Donald Trump


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Widersprüchliche Politik nur schwer zu deuten

Das Barometer lag nach Angaben von Pastor und Veronesi in den ersten Monaten des Jahres weit über dem langfristigen Durchschnitt von 110 Punkten. „Das ist nicht überraschend angesichts der großen Unwägbarkeiten der zukünftigen Politik der neuen Regierung“, schreiben Pastor und Veronesi in einer aktuellen Studie. Ungewöhnlich ist allerdings der niedrige Stand des Vix, der sich in den vergangenen sechs Monaten meist in einer Spanne von 10 bis 14 Prozent bewegte.

Nach Ansicht von Pastor und Veronesi sind die politischen Signale der Regierung Trump für Investoren nur schwer zu interpretieren. „Die Signale waren voller Wenden und Widersprüche“, schreiben sie. An einem Tag sei die Nato „obsolet“, am nächsten wieder nicht. China manipuliere einmal die Währung, dann wieder nicht. Einmal habe Trump einen Draht zum russischen Präsidenten Putin, dann wieder nicht. Das Gleiche gilt für die berufliche Zukunft der amerikanischen Notenbankchefin Janet Yellen. Dazu kommt der fragwürdige Wahrheitsgehalt von Aussagen des Weißen Hauses.

Die Zeitung „The Washington Post“ hat in den ersten 100 Tagen von Trumps Amtszeit „492 falsche oder irreführende Behauptungen“ gezählt. Erst am vergangenen Donnerstag dementierte Finanzminister Steven Mnuchin die nur zwei Wochen vorher abermals von Trump ins Spiel gebrachte Idee einer Aufspaltung großer Banken. Die Aktienkurse der Banken reagierten darauf kaum mehr.

Trump © AP Vergrößern Macht den Anlegern keine Angst: Präsident Trump. Bisher zeigt die Politik Trumps keine anhaltenden negativen Auswirkungen auf die Aktienkurse.

„Die widersprüchliche Natur der politischen Signale im Jahr 2017 hat ihren Informationsgehalt vermindert“, schreiben Pastor und Veronesi. Marktteilnehmer hörten Politikern zwar weiter zu, aber sie schenkten ihnen weniger Aufmerksamkeit. Die Ökonomen gehen aber davon aus, dass diese Signale irgendwann wieder stärker werden. Das könne aus einer anderen Ecke kommen, zum Beispiel aus „dem Kongress“ – oder von einem anderen Präsidenten.

Aufschwung scheint sich fortzusetzen

Auch Christian Kahlert, Aktienstratege der DZ Bank, konstatiert die bemerkenswerte Sorglosigkeit der Investoren. Anhand der Höhe der erwarteten Volatilität könne man Rückschlüsse auf das Absicherungsbedürfnis der Investoren ziehen. Befänden sich die Aktienmärkte in einem intakten Trendmarkt, der sich über längere Zeit ohne größere Rücksetzer nach oben bewege, dann sinke tendenziell die Zahl der Anleger, die es für notwendig erachteten, sich gegen fallende Kurse abzusichern. Gewinne der Vergangenheit würden gedanklich einfach fortgeschrieben. Dabei sei es wahrscheinlich, dass dies nicht so eintreten werde.

Dennoch gehen die Analysten der DZ Bank davon aus, dass sich der Aufschwung an der Börse noch einige Zeit fortsetzen werde. Wer sich aber absichern möchte, könne das in diesen Tagen so günstig tun wie selten zuvor, sagt Kahlert. Denn die niedrige Volatilität bedeute eben nicht nur eine geringe Nachfrage nach Absicherungen. Es heiße auch, dass der Preis dafür niedrig sei.

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