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Agrarrohstoffe Sorge über mögliche Preisexplosion bei Reis

10.12.2009 ·  Ungeachtet der zwischenzeitlich geplatzten Preisblasen zeigt der Basistrend bei Reis nach oben. Die Gründe sind Wetterturbulenzen in den Hauptanbau- und Verbrauchsregionen Asiens sowie relativ geringe Lagerbestände.

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Nach dem spekulationsgetriebenen Preisausbruch in den Jahren 2007 und 2008 sind Nahrungs- und Futtermittel wie Mais, Weizen, Soja und Reis im Rahmen der Wirtschafts- und Finanzkrise wieder günstiger geworden. Allerdings liegen die Notierungen immer noch auf höheren Niveaus als vor 2006.

Ungeachtet der zwischenzeitlich geplatzten Preisblase zeigt der Basistrend bei Reis am deutlichsten nach oben. Der Grund dafür liegt einerseits im erhöhten Preisniveau allgemein. Gleichzeitig spielen jedoch Substitutionsprozesse ebenso eine Rolle, wie Wetterturbulenzen in Asien.

Globale Lagerbestände auf vergleichsweise tiefem Niveau

Dort machen sich die Folgen von Taifunen auf den Philippinen, dem größten Reisimportland weltweit, ebenso bemerkbar, wie ein trockener Monsun in Indien. Das dürfte nach aktuellen Schätzungen dazu führen, dass die Weltnachfrage nach Reis das erwartete Angebot überschreiten wird. Das dürfte dazu beitragen, dass die globalen Lagerbestände wieder auf tiefem Niveau zurückfallen, nachdem sie in den Jahren 2001 bis 2005 von knapp 127 Millionen Tonnen auf bis zu 73 Millionen Tonnen zurückgegangen waren.

Das amerikanische Landwirtschaftsministerium senkte im November seine Schätzung für globale Reisproduktion in der aktuellen Saison um 1,6 Millionen Tonnen auf 432,1 Millionen Tonnen. Dabei geht es von geringeren Ernten auf den Philippinen, in Uruguay, den Vereinigten Staaten und Venezuela aus. Die Lagerbestände würden voraussichtlich mit 85,9 Millionen Tonnen um fünf Prozent unter dem Niveau des Vorjahres liegen, teilte es mit.

Die Philippinen würden im laufenden Jahr voraussichtlich eine Rekordmenge von 2,6 Millionen Tonnen Reis importieren müssen, hieß es weiter, nachdem die heimische Produktion um drei Prozent auf voraussichtlich 10,4 Millionen Tonnen zurückgehen werde. Die Produktion in Indien wird um voraussichtlich eine Million auf 83 Millionen Tonnen fallen. Denn erratische Wetterbedingungen hatten die Bauern des Landes daran gehindert, die Pflanzen für die so genannte Kharif-Produktion in den Boden zu bringen, die normalerweise rund 85 Prozent der gesamten indischen Reisernte einbringt.

Noch im Jahr 2008/09 erntete Indien mit 148 Millionen Tonnen etwa 22 Prozent des gesamten Rohreises weltweit und lag damit hinter China (193 Millionen Tonnen, Weltmarktanteil von 29 Prozent) und vor Indonesien (Anteil von neun Prozent) auf Platz Nummer zwei der weltgrößten Reisanbaustaaten. Die Reisproduktion wird nach Schätzungen auf Ebene der Verarbeitung in der laufenden Saison voraussichtlich um 16 Prozent unter der des Vorjahres liegen, nachdem die geerntete Fläche deutlich zurückging. Die Reisexporte Indiens werden voraussichtlich um weitere 25 Prozent fallen, nachdem sie schon in der vergangenen Saison massiv zurückgegangen waren.

Relative Verknappung des Rohstoffes Reis

Die relative Verknappung des Rohstoffes Reis führt im Handel zu Bedenken, es könnte zu ähnlichen politischen Eingriffen in die Märkte wie im vergangenen Jahr kommen. Damals hatten Exportrestriktionen in einem spekulativ erhitzten Umfeld mit dazu beigetragen, dass die Preise im Agrarsektor förmlich explodierten. Allerdings dürfte die Politik mit solchen Eingriffen vorsichtig umgehen. Denn stark steigende Agrarpreise würden zu einer inflationären Entwicklung in Asien beitragen. Diese ist aufgrund künstlich tief gehaltener Wechselkurse, zu tiefer Zinsen, hoher Währungsreserven und Geldmengen und auch mit Blick auf langsam aber sicher einsetzende Basiseffekte - die Energiepreise steigen wieder im Vergleich mit dem Vorjahr - sowieso wahrscheinlich.

Privatanleger können entweder über den Futures-Markt oder über Zertifikate in Reis investieren. Allerdings müssen sie dabei die Entwicklung des Wechselkurse ebenso berücksichtigen, wie die Gebühren der Banken. Solche Faktoren führten dazu, dass zum Beispiel sich das Zertifikat der RBS (ABN Amro) mit der Isin DE000AA0WT48 bisher nicht überzeugend entwickeln konnte.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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