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Agrarrohstoffe Schweinegrippe belastet kurzfristig

27.04.2009 ·  Die Sorge über die Ausbreitung und die Wirkung der mexikanischen Schweinegrippe macht sich am Montag an den Märkten für Agrarrohstoffe bemerkbar. Vor allem der Sojapreis ist in die Defensive geraten.

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Die aufkommende Panik über die Ausbreitung und die Auswirkungen der mexikanischen Schweinegrippe macht sich am Montag an den Märkten für Agrarrohstoffe bemerkbar.

Der Preis für Weizen gibt an den Terminbörsen um 2,5 Prozent auf 530 Pence je Scheffel nach, der Preis für Mais fällt um 3,5 Prozent auf 372,25 Pence und der Preis für Sojabohnen fällt sogar um 5,5 Prozent auf 977 Pence je Scheffel.

Psychologie kann kurzfristig die Nachfrage dämpfen

Die Ursache mag zwar naheliegen. Immerhin sind die Verbraucher psychologisch leicht zu beeinflussen. Unanhängig davon wie gefährlich die Grippeviren tatsächlich sein mögen, kann schon die Masse an Meldungen den Eindruck aufkommen lassen, der Genuss von Fleisch sei riskant. Das ist so nicht richtig. Es handelt sich um ein Influenza-A-Virus mit der Bezeichnung H1N1, das sich von Mensch zu Mensch überträgt. Es enthält DNA von Viren in Schweinen, Vögeln und Menschen und wird durch Händeschütteln, Niesen und Husten übertragen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO sieht keine Gefahr durch den Verzehr von Schweinefleisch. Allerdings kann es trotzdem nicht ausgeschlossen, dass die Verbraucher zumindest kurzfristig weniger Schweinefleisch als zuvor nachfragen werden.

So könnte dieser Markt rasch aus dem Gleichgewicht geraten. Der möglicherweise entstehende Preisdruck würde die Profitabilität der in diesem Bereiche tätigen landwirtschaftlichen Betriebe senken. Aus diesem Grund müssten sie ihre Aktivitäten zurückfahren und ihre Nachfrage nach Futtermitteln reduzieren. Das sollte sich insbesondere bei stark eiweißhaltigen Produkten wie Soja bemerkbar machen. Neben dem starken Preisauftrieb der vergangenen Monate wäre das einer der Gründe, wieso die Preiskorrektur bei Soja am Montag bislang am deutlichsten ausfällt.

Noch ist es allerdings zu früh, um solche Schlussfolgerungen zu ziehen. Immerhin deutet sich am Montag ohnehin eine Korrektur der Kurs- und Preisgewinne der vergangenen Wochen an. Auch der Energie- und Rohstoffbereich ist in die Defensive geraten. Der Ölpreis flirtet wieder mit der Marke von 50 Dollar, nachdem er am Freitag deutlich zugelegt und beinahe die Marke von 52 Dollar erreicht hatte. In Schanghai gibt der Kupferpreis um etwas mehr als drei Prozent nach.

Mittelfristig verflüchtigen sich die Effekte

Die Erfahrung zeigt zudem, dass derartige Effekte nur vergleichsweise kurz wirken. Auch die Vogelgrippe trat nach einigen Monaten medial wieder in den Hintergrund. Allein das hatte bewirkt, dass sich die Verbraucher darüber inzwischen keine Sorgen mehr machen und zu ihren alten Verbrauchsmustern zurückgekehrt sind. Ähnlich kann es auch bei der Schweinegrippe laufen. Immerhin reichen nach Ansicht von Experten normale Hygienemaßnahmen aus, um sich gegen eine denkbare Ansteckungsgefahr zu schützen.

Insgesamt dürfte sich die Lage an den Agrarmärkten mittel- und langfristig kaum ändern. Sie zeichnet sich aus durch eine aufgrund der wachsenden Bevölkerung und zunehmenden Wohlstand wachsende Nachfrage, begrenzte Flächen, teure Düngemittel und die zunehmende Verringerung möglicher Produktivitätsfortschritte. Aus diesem Grund scheinen die Preisaussichten stark proteinhaltiger Agrargüter mittel- und langfristig solide zu sein.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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