Nach einem beinahe schon unheimlichen Höhenflug während des Rohstoffbooms der vergangenen Jahre sind die Preise der an den Terminbörsen gehandelten Agrargüter wieder deutlich zurückgekommen. Auch der Sojapreis.
Nach einer Zwischenerholung um 62 Prozent ausgehend vom Dezembertief auf bis zu 1.260 Cents je Scheffel bis Mitte Juni hielt er sich zwar etwas länger als die Preise von Mais und Weizen auf hohem Niveau. Allerdings läuft nun auch hier der Trend deutlich nach unten. Am Dienstag gab der Sojapreis an der Terminbörse in Chicago sogar um etwas mehr als 13 Prozent nach. Am Mittwoch verliert er abermals 1 Prozent auf 946,5 Cents je Scheffel.
Verschiedene Gründe für Preisdruck ...
Die Gründe dafür lassen sich vergleichsweise einfach ausmachen. Erstens reduzieren spekulative Marktteilnehmer im Vorfeld einer möglicherweise strengeren Regulierung ihre Positionen. Zweitens führt die Wirtschaftskrise zu einer verminderten Nachfrage. Drittens scheint die Sojaernte im laufenden Jahr besser auszufallen als bisher erwartet.
Das kühle, feuchte Wetter in den Vereinigten Staaten, die der mit Abstand größte Sojaanbauer der Welt sind, werde dafür sorgen, dass die Ernte höher ausfallen werde als bisher vom Landwirtschaftsministeriums (USDA) prognostiziert. Die USDA hatte zuletzt eine Erntemenge von 3,2 Milliarden Bushel vorhergesagt. Einzelne Unternehmen wie die FC Stone Group rechnen mit 2 Prozent mehr. Damit könnte sogar die Rekordernte des Jahres 2006 noch übertroffen werden.
... unter anderem eine voraussichtlich gute Ernte in den Vereinigten Staaten
Nicht nur scheint die Menge groß zu werden, sondern auch die Qualität gut. In der vergangenen Woche wurden knapp 69 Prozent der erwarteten Ernte als „gut bis sehr gut“ eingeschätzt. Das liegt deutlich über dem Durchschnitt, der zu dieser Zeit im Jahr üblicherweise bei 58 Prozent liegt. In den vergangenen 23 Jahren habe es nur zwei Erntejahre gegeben, in denen die erwartete Ernte qualitativ besser ausgesehen habe, erklären Experten. Die Sojapflanzen, die üblicherweise eher tief wuchern, sähen in diesem Jahr aus wie britische Hecken, beschreiben Beobachter den guten Wuchs der Pflanzen in diesem Jahr.
Bei Mais scheint die Entwicklung in den Vereinigten Staaten ähnlich auszusehen. Auch bei diesem Agrargut werde die Ernte voraussichtlich die bisherigen Schätzungen der USDA übertreffen und nahe an die im Jahr 2007 geerntete Rekordmenge von 13,1 Millionen Scheffel herankommen. Damit dürfte sich die Lagerbestandslage etwas entspannen, obwohl die globale Nachfrage mit knapp 800 Millionen Tonnen vergleichsweise hoch ausfallen dürfte. Das Verhältnis zwischen Lagerbestand und Nachfrage wird voraussichtlich 15 Prozent im Jahr 2006/07 auf knapp 18 Prozent zunehmen. Dagegen ist die Versorgung mit Soja vergleichsweise gut.