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Agrarrohstoffe Der Kaffeepreis fällt auf den tiefsten Stand seit 30 Monaten

 ·  Kaffee ist derzeit vergleichsweise billig. Das lässt auf eine Trendwende spekulieren. Doch als Anlageprodukt ist er nur für risikofreudige Investoren geeignet.

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Das Lieblingsgetränk der Deutschen, der Kaffee, wird immer billiger. Durchschnittlich trinkt jede Person in Deutschland etwa 150 Liter jährlich davon. Das entspricht etwa 7 Kilogramm Kaffeebohnen. In der Rohform, also ungeröstet, kostet ein Pfund (454 Gramm) der beliebtesten Kaffeesorte Arabica derzeit etwa 1,50 Dollar. Das ist der niedrigste Preis seit 30 Monaten. Noch im Sommer 2011 war Kaffee an der Rohstoffbörse in New York mit über 3 Dollar noch doppelt so teuer.

Überschuss erwartet

Besonders die gute Prognose der internationalen Kaffeeorganisation ICO hat den Preisrückgang verstärkt. Ihrer Einschätzung zufolge dürfte die weltweite Kaffeeproduktion in dieser Erntesaison um 9 Prozent höher bei etwa 147 Millionen Säcken Kaffee (je 60 Kilogramm) liegen. Das ist ein Rekordwert.

Nachdem die brasilianische Ernte eingebracht ist, haben auch Honduras und Guatemala mit guten Exportdaten überzeugt. Damit könnte es zu einem Überschuss am Kaffeemarkt kommen. Dies wäre der erste Angebotsüberschuss seit dem Jahr 2007. Trotzdem rechnet die ICO nur mit moderaten Preissenkungen. Gerade die Exportstaaten dürften laut der ICO ihre Lagerbestände weiter aufstocken. Die Folge: Auch für Endkunden wird Kaffee billiger. Der Kaffeeröster Tchibo senkte Mitte April den Preis je Pfundpackung um 50 Cent auf 5,49 Euro. Zur weiteren Preisentwicklung wollte sich das Unternehmen nicht äußern.

Starbucks oder Zertifikate

Auch wenn der Kaffeepreis eher niedrig ist: Für Privatanleger bleibt es riskant, über Rohstoffbörsen an der Preisentwicklung im Kaffeemarkt teilzunehmen. „Da muss man schon ein risikofreudiger Anlegertyp sein, um in den Markt einzusteigen“, sagt Michaela Kuhl von der Commerzbank. Nicholas Brooks, Analyst bei dem Unternehmen ETF Securities, ergänzt: „Kurzfristig lassen sich die Preise von Kaffee vielfach schwer prognostizieren, da sie sehr stark auf Wetterveränderungen reagieren und letztere lassen sich natürlich schwer vorhersagen.“ Dazu schwankten die Preise zu stark, und die Volatilität werde sogar noch zunehmen.

Sollte das Anleger nicht abschrecken, gibt es verschiedene Möglichkeiten: So haben Banken Zertifikate im Angebot, mit denen Anleger gehebelt und ungehebelt auf steigende und fallende Preise setzen können. Auch ETF Securities, der führende Händler für Wertpapiere auf Rohstoffe (ETC), hat Produkte auf Kaffee aufgelegt. Bei nahezu allen Produkten müssen Anleger auf Währungseffekte achten, da die Finanzprodukte in Euro gehandelt werden, Kaffee aber oftmals in englischen Pfund oder Dollar.

Auch sogenannte Rolleffekte können auftreten, wenn ein Terminkontrakt an der Börse ausläuft und ein neuer einen anderen Preis hat als der alte Kontrakt. Wer indirekt von der wachsenden Kaffeenachfrage auf der Welt profitieren möchte, für den bieten sich Aktien etwa der Kaffeekette Starbucks an. Der Aktienkurs notiert bei etwa 51 Dollar. Viele Analysten sind optimistisch, sie nennen einen Zielkurs in 12 Monaten von 58 Dollar.

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