Home
http://www.faz.net/-gvz-7496y
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER

Agrarrohstoffe Der Kaffeepreis fällt auf den tiefsten Stand seit 30 Monaten

Kaffee ist derzeit vergleichsweise billig. Das lässt auf eine Trendwende spekulieren. Doch als Anlageprodukt ist er nur für risikofreudige Investoren geeignet.

© dpa Vergrößern Es geht ein wenig billiger

Das Lieblingsgetränk der Deutschen, der Kaffee, wird immer billiger. Durchschnittlich trinkt jede Person in Deutschland etwa 150 Liter jährlich davon. Das entspricht etwa 7 Kilogramm Kaffeebohnen. In der Rohform, also ungeröstet, kostet ein Pfund (454 Gramm) der beliebtesten Kaffeesorte Arabica derzeit etwa 1,50 Dollar. Das ist der niedrigste Preis seit 30 Monaten. Noch im Sommer 2011 war Kaffee an der Rohstoffbörse in New York mit über 3 Dollar noch doppelt so teuer.

Überschuss erwartet

Besonders die gute Prognose der internationalen Kaffeeorganisation ICO hat den Preisrückgang verstärkt. Ihrer Einschätzung zufolge dürfte die weltweite Kaffeeproduktion in dieser Erntesaison um 9 Prozent höher bei etwa 147 Millionen Säcken Kaffee (je 60 Kilogramm) liegen. Das ist ein Rekordwert.

Infografik / Chart Kaffeepreis Arabica 121112

Nachdem die brasilianische Ernte eingebracht ist, haben auch Honduras und Guatemala mit guten Exportdaten überzeugt. Damit könnte es zu einem Überschuss am Kaffeemarkt kommen. Dies wäre der erste Angebotsüberschuss seit dem Jahr 2007. Trotzdem rechnet die ICO nur mit moderaten Preissenkungen. Gerade die Exportstaaten dürften laut der ICO ihre Lagerbestände weiter aufstocken. Die Folge: Auch für Endkunden wird Kaffee billiger. Der Kaffeeröster Tchibo senkte Mitte April den Preis je Pfundpackung um 50 Cent auf 5,49 Euro. Zur weiteren Preisentwicklung wollte sich das Unternehmen nicht äußern.

Starbucks oder Zertifikate

Auch wenn der Kaffeepreis eher niedrig ist: Für Privatanleger bleibt es riskant, über Rohstoffbörsen an der Preisentwicklung im Kaffeemarkt teilzunehmen. „Da muss man schon ein risikofreudiger Anlegertyp sein, um in den Markt einzusteigen“, sagt Michaela Kuhl von der Commerzbank. Nicholas Brooks, Analyst bei dem Unternehmen ETF Securities, ergänzt: „Kurzfristig lassen sich die Preise von Kaffee vielfach schwer prognostizieren, da sie sehr stark auf Wetterveränderungen reagieren und letztere lassen sich natürlich schwer vorhersagen.“ Dazu schwankten die Preise zu stark, und die Volatilität werde sogar noch zunehmen.

Mehr zum Thema

Sollte das Anleger nicht abschrecken, gibt es verschiedene Möglichkeiten: So haben Banken Zertifikate im Angebot, mit denen Anleger gehebelt und ungehebelt auf steigende und fallende Preise setzen können. Auch ETF Securities, der führende Händler für Wertpapiere auf Rohstoffe (ETC), hat Produkte auf Kaffee aufgelegt. Bei nahezu allen Produkten müssen Anleger auf Währungseffekte achten, da die Finanzprodukte in Euro gehandelt werden, Kaffee aber oftmals in englischen Pfund oder Dollar.

Auch sogenannte Rolleffekte können auftreten, wenn ein Terminkontrakt an der Börse ausläuft und ein neuer einen anderen Preis hat als der alte Kontrakt. Wer indirekt von der wachsenden Kaffeenachfrage auf der Welt profitieren möchte, für den bieten sich Aktien etwa der Kaffeekette Starbucks an. Der Aktienkurs notiert bei etwa 51 Dollar. Viele Analysten sind optimistisch, sie nennen einen Zielkurs in 12 Monaten von 58 Dollar.

Infografik Chart Starbucks 121112

Quelle: F.A.Z.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Preisentwicklung bei Metallen Rohstoffkunde China hält Anleger in Atem

Der Superzyklus steht vor seinem Ende. Nun fallen die Preise für viele Rohstoffe. Besonders die Nachfrage aus China bereitete zuletzt Kopfzerbrechen. Doch was bedeutet das nun für die Weltwirtschaft? Mehr Von Franz Nestler

24.11.2014, 22:51 Uhr | Finanzen
Vor Opec-Treffen Das billige Öl kommt Saudi-Arabien teuer

Vor dem Opec-Treffen in Wien rückt das Königreich in den Blickpunkt. Lange kann sich Saudi-Arabien seine wohlwollende Ausgabenpolitik bei dem derzeitigen Ölpreis nicht mehr leisten. Mehr Von Markus Bickel und Carsten Knop, Dschidda/Frankfurt

25.11.2014, 22:36 Uhr | Wirtschaft
Rohstoffmarkt Der tiefe Fall des Ölpreises

Das schwarze Gold wird immer billiger. Schieferölfirmen macht das ebenso zu schaffen wie den Multis. Kann sich die Opec zu Produktionskürzungen durchringen? Mehr Von Judith Lembke und Marcus Theurer

14.11.2014, 09:01 Uhr | Finanzen
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 12.11.2012, 10:59 Uhr


Wichtige Wechselkurse
Name Kurs Änderung
  Dollar --  --
  Franken --  --
  Yen --  --
  Pfund --  --
  Dollar in Yen --  --
  Dollar in Pfund --  --
Wertpapiersuche
EUR USD JPY
EUR 1 -- -- --
USD -- 1 -- --
JPY -- -- 1 --
-- -- -- --
=

Wichtige Rohstoffe
Name Kurs Änderung
  Gold --  --
  Silber --  --
  Rohöl Brent --  --
  Rohöl WTI --  --