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Agrarrohstoffe Der Kaffeemarkt bleibt angespannt

08.12.2009 ·  Kaffee - zumindest die Sorte Arabica - wurde in den vergangenen Jahren an den Terminbörsen der Welt im Trend und in Dollar gemessen immer teurer. Tatsächlich ist der Kaffeemarkt bei wachsender Nachfrage bis auf weiteres unterversorgt.

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Kaffee wurde in den vergangenen Jahren an den Terminbörsen der Welt im Trend und in Dollar gemessen immer teurer. Nach Rekordpreisen von bis zu 192,6 Dollar je 60-Kilosack der Sorte Arabica an der Bolsa de Mercadorias e Futuros in Brasilien im vergangenen Jahr kam es zwar im Rahmen der allgemeinen Krise zu einer Zwischenkorrektur von bis zu 40 Prozent.

Allerdings hat der Kontrakt dieses Minus inzwischen beinahe wieder zu einem großen Teil aufgeholt. Am Dienstag sind 176,5 Dollar nötig, um einen Sack dieser Art erwerben zu können. Dagegen konsolidiert die Preisentwicklung der Sorte Robusta auf einem deutlich tieferen Niveau, als sie noch vor zwei Jahren erreicht hatte.

Kaffeemarkt ist bis auf weiteres unterversorgt

Arabica-Kaffee hat einen Weltmarktanteil von ungefähr 60 Prozent des produzierten Kaffees. Diese Bohnensorte, die nur die Hälfte des Koffeins im Vergleich zur Robusta-Bohne enthält, ist vor allem wegen ihres Aromas beliebt und berühmt geworden. Robusta dagegen hat circa 36 Prozent Anteil an der Weltproduktion.

Glaubt man aktuellen Prognosen, so kann Kaffee noch teurer werden. Denn schlechtes Wetter belaste die laufende Erntesaison, erklärt Nestor Osorio von der International Coffee Organizatin, ICO. Das Angebot des am ersten Oktober beginnenden Erntejahres werde voraussichtlich zwischen 123 und 125 Millionen Säcken liegen, währen die Nachfrage auf 132 Millionen Säcke geschätzt wird.

Das wäre das zweite Jahr mit einer defizitären Versorgungslage, heißt es. Sie sei einerseits das Resultat schlechter Erntebedingen bei zunehmender Nachfrage in an Erzeuger- und vor allem auch in den Verbraucherstaaten. Die Kaffeebauern werden in Brasilien, dem mit einem Anteil von rund 35 Prozent größten Anbauland weltweit, in diesem Jahr voraussichtlich 39 Millionen Säcke Kaffee ernten. Das wären rund 15 Prozent weniger als in der vergangenen Saison. Die Wetterlage in den Monaten Januar und Februar ist entscheidend für den Ernteerfolg.

Das dürfte den Preisauftrieb anhalten lassen können

In Vietnam, dem mit einem Anteil von rund 13 Prozent zweitgrößten Anbauland weltweit, werde die Ernte in der laufenden Saison voraussichtlich um 20 Prozent auf 17,5 Millionen Säcke zurückgehen, erklärte Luong Van Tu von der Kaffee- und Kakaovereinigung des Landes. Starke Regenfälle hatten die Kaffeeernte in Kobumbien, dem mit zehn Prozent Weltmarktanteil der drittgrößte Anbauer, in der vergangenen Saison auf den tiefsten Stand seit 35 Jahren fallen lassen.

Für die Preisentwicklung ist ausnahmsweise nicht auf China zurückzuführen. Dafür hat der Verbrauch in der Ukraine von 2000 bis 2007 um knapp 500 Prozent zugenommen, im Kanada um 36 Prozent, in Griechenland um knapp 50 Prozent, in Japan um zehn Prozent, in den Vereinigten Staaten - mit Abstand der größte Verbraucher - um zwölf Prozent, während die Anbaustaaten mit einem Anteil von 26 Prozent nach deutlichem Wachstum in den vergangenen Jahren selbst zu den größten Kaffeekonsumenten gehören. Da der Verbrauch immer weiter zunimmt, dürfte der Markt bis auf weiteres gut fundiert sein.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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