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Mittwoch, 15. Februar 2012
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Agrarrohstoffe Datensalat sorgt für Volatililtät

01.07.2009 ·  Sprunghafte Schätzungsergebnisse für Anbauflächen sorgen am Markt für Agrargüter für Preisturbulenzen. Kurzfristig seien die jüngsten Daten leicht positiv für den und eher negativ für den Weizenmarkt, heißt es.

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Die Preise der Agrargüter entwickelten sich in den vergangenen Tagen an den Terminbörsen erratisch. Während der Preis für Mais in den vergangenen beiden Tagen insgesamt um knapp zehn Prozent auf bis zu 337,75 Pence je Scheffel nachgegeben hatte, legt er am Mittwoch wieder 2,80 Prozent zu auf zuletzt 357,5 Pence.

Insgesamt ist der Maispreis in den vergangenen vier Wochen mit einem Minus von etwas mehr als 20 Prozent ebenso stark gefallen, wie der Preis für Weizen. Kurzfristig dagegen zeigt der sich etwas robuster: Hatte er ein den vergangenen beiden Tagen 4,3 Prozent nachgegeben, so legt er am Mittwoch um 6,7 Prozent zu auf 546,4 amerikanische Cents je Scheffel. Dagegen steht der Preis für Soja am Mittwoch mit einem Minus von 7,12 Prozent kurzfristig deutlich unter Druck, während er sich mittelfristig robust entwickelte.

Sprunghafte Anbauflächen-Schätzungsergebnisse sorgen für Turbulenzen

Die kurzfristigen Turbulenzen lassen sich mit den Anbauflächenschätzungen des amerikanischen Agrarministeriums (USAD) erklären. Die Farmer des Landes werden nach jüngsten Angaben im Jahr 2009 Weizen auf 59,8 Millionen Acres anbauen. Das wären fünf Prozent weniger als im vergangenen Jahr. Für Winterweizen liegen die Erwartungen bei 43,4 Millionen Acres. Das entspräche einem Rückgang um sechs Prozent zum Vorjahr - aber ein Plus von einem Prozent gegenüber der Schätzung vom März.

Mais werde voraussichtlich auf 87 Millionen Acres gepflanzt werden, hieß es weiter. Das entspräche nicht nur einem Plus von einem Prozent im Vergleich zum Vorjahr, sondern mit Ausnahme des Rekordanbaujahrs 2007 die zweitgrößte Maisanbaufläche seit 1946. Die Anbauarbeiten allerdings liegen hinter dem üblichen Tempo zurück, da kalte Witterung und Niederschlag die Feldarbeiten behinderten, hieß es weiter. Zur Zeit der Umfrage des USDA hatten Farmer auf 97 Prozent der geplanten Fläche den Maisanbau beendet - verglichen mit 98 Prozent im Zehnjahresmittel. Auch die Anbauflächen von Soja sollen ausgedehnt werden. Die USDA geht davon aus, dass sie im laufenden Jahr um zwei Prozent auf 77,5 Millionen Acres zunehmen wird.

Die prognostizierte Ausdehnung der Maisfläche habe den Markt überrascht und zu Preisturbulenzen geführt, hieß es. Viele Händler waren bis zum Dienstag davon ausgegangen, dass amerikanische Farmer sich auf Kosten von Mais für den Sojaanbau entscheiden würden. Dass Farmer anscheinend weniger Mais- zu Sojafläche umgewandelt haben, stimme den Sojamarkt leicht freundlich , hieß es weiter. Für die Weizen-Futures werde eine Verschlechterung der Stimmung erwartet, da die Weizenfläche die Händlererwartungen übertroffen habe.

Lagerbestandssituation bei Mais etwas und bei Weizen deutlicher entspannt

Analysten am Chicago Board of Trade (CBOT) stuften den Bericht kurzfristig als negativ für Mais und Weizen und leicht positiv für Soja ein. Mittel- und langfristig wird die Preisentwicklung bei den Agrargütern davon abhängen, ob sich die Wirtschaftswachstum wieder belebt, der Wohlstand weltweit so rasch und deutlich zunimmt, wie in den vergangenen Jahren zeitenweise angenommen wurde, ob die Energiepreise weiter steigen und hoch bleiben - Agrargüter lassen sich schließlich auch in Bio-Energie umwandeln -, ob die Düngemittelhersteller ihre Preise hoch halten - hohe Düngemittelkosten dämpfen Produktionsanreize - und ob die Anleger aus Furcht vor hohen Geldmengen wieder mehr Liquidität in diesen Bereich umleiten.

Auf der anderen Seite scheint sich die Lagerbestandssituation bei Mais etwas und bei Weizen deutlicher zu entspannen, nachdem die Bestände in den vergangenen Jahren ein vergleichsweise tiefes Niveau erreicht hatten. Bei Soja wird die Versorgungslage sogar komfortabler. Für spekulative Anleger sieht der Mais - und damit indirekt der Sojamarkt - mittel- und langfristig am konstruktivsten aus, da die Lager im historischen Kontext vergleichsweise leer sind.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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