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Veröffentlicht: 01.04.2013, 12:38 Uhr

Agrarrohstoffe Baumwolle bleibt weit von alten Preisen entfernt

Der Baumwollepreis ist in den vergangenen Monaten wieder gestiegen. Für Bauern ist Getreide attraktiver. Das könnte den Baumwollpreis längerfristig weiter steigen lassen.

© dpa Baumwollernte in Turkmenistan

Spekulationen auf zusätzliche Bestellungen aus China haben den Preis für amerikanische Baumwolle im März weiter steigen lassen. Der Mai-Kontrakt stieg bis zu 3,4 Prozent auf 92,50 amerikanische Cent je Pfund und damit auf das höchste Niveau seit März 2012.

China müsse weitere Importlizenzen erteilen, um der wachsenden Nachfrage der heimischen Textilwirtschaft gerecht zu werden, schreiben die Rohstoffanalysten der Citigroup. China ist der weltgrößte Baumwollverbraucher und Amerika ist der weltgrößte Exporteur.

Getreidepreise könnten fallen

Seit Jahresbeginn ist der Preis für Baumwolle zwar um fast 20 Prozent gestiegen. Ein aktueller Preis von 89 Cent je Pfund ist jedoch noch weit entfernt von dem Hoch von 2,20 Dollar aus dem Jahr 2011. Der vergleichsweise niedrige Preis könnte die globale Ernte in den nächsten Jahren wieder deutlich geringer ausfallen lassen, da dieser es Bauern attraktiver mache, Getreide anzubauen, sagte Terry Townsend, der Direktor des International Cotton Advisory Committee, diese Woche. Der Preis für Sojabohnen etwa konnte im vergangenen Jahr um 17 Prozent zulegen und Mais um 8 Prozent. Dagegen verlor der für Baumwolle 21 Prozent.

Nach den Angaben von Goldman Sachs sind die Margen für Baumwolle jedoch deutlich niedriger als für Getreidesorten wie Mais. Das würde mittelfristig den Anbau von Getreide favorisieren, sagte Townsend vom ICAC. „Unsere Schätzungen für das weltweite Angebot fallen für den Zeitraum 2013/2014 geringer aus.“ Ein solcher Umschwung auf Getreide hätte den umgekehrten Effekt wie vor zwei Jahren. Als der Preis in der Spitze mehr als 2,20 Dollar erreichte, veranlasste dies viele Produzenten, auf Baumwolle umzusteigen. Die Folge war ein Überangebot, und die Preise sanken dramatisch.

Profitieren mit Zertifikaten

Baumwolle wird vor allem in der Bekleidungsindustrie genutzt. In Amerika gehört sie zu den wichtigsten landwirtschaftlichen Exportgütern und wird großflächig angebaut. Das Gebiet für Baumwolle reicht von Florida im Süden bis North Carolina im Norden und bis Kalifornien im Westen. Die bedeutendste Baumwollanbauregion ist Texas mit einem Anteil von 36 Prozent.

Wichtigster Handelsplatz für Baumwolle ist das New York Board of Trade. Weitere Baumwollbörsen gibt es in Brasilien und Japan. Das amerikanische Agrarministerium erhöhte seine Schätzung für den Konsum von China in diesem Jahr auf 36 Millionen Ballen, also um 1,4 Prozent höher als im Vormonat.

Anleger können von der Preisentwicklung für Baumwolle profitieren, sollten jedoch beachten, dass viele Produkte nicht währungsgesichert sind und es zu Rolleffekten kommen kann, wenn der alte Kontrakt ausläuft und der neue einen anderen Preis hat als der vorherige. Banken wie Barclays, Unicredit oder Goldman Sachs bieten Zertifikate an, mit denen sie auf steigende und fallende Preise für Baumwolle setzen können. Auch ETF Securities, der größte Anbieter für börsengehandelte Rohstoffpapiere, sogenannte ETC, hat einige Produkte im Angebot.

Quelle: F.A.Z.

 

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