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Abwertungswettlauf Noch sind viele Währungen angemessen bewertet

 ·  Die internationale Debatte wird von der Furcht vor einem Abwertungswettlauf bestimmt. Doch derzeit sind die Währungen, an ihrer Kaufkraft gemessen, so fair bewertet wie selten.

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Die Notenbanken der Welt sind sich einig, dass es in einem Abwertungswettlauf - martialisch als Währungskrieg bezeichnet - langfristig nur Verlierer geben kann. Gleichwohl wächst die Furcht, dass die kurzfristigen Vorteile zu mancher Sünde verleiten könnten. So hat die Deutsche Bank die vermeintlich „pazifistischen Europäer“ als mögliche Verlierer im Währungskrieg ausgemacht.

Im Euroland schrumpft die Bilanz der Notenbanken, weil sich Banken stabilisieren und Notkredite zurückzahlen, während sie in Amerika, Japan und Großbritannien wegen der fortgesetzt lockeren Geldpolitik wächst. Daher überrasche es nicht, dass der Euro neben den Währungen der Schwellenländer die Hauptlast der derzeitigen Wechselkursbewegungen trage, heißt es in einer Analyse der Deutschen Bank. Am wenigsten empfindlich werde die deutsche Wirtschaft darauf reagieren, während Frankreich, Italien und vor allem Spanien von einem starken Euro stärker geschwächt würden.

Ein starker Euro trifft die Euroländer am stärksten

Auch wenn man derartige Schätzungen nicht überinterpretieren solle, decke sich der Befund doch mit anderen Quellen. Deutschlands Schwerpunkt liege auf Investitionsgütern, bei denen Qualität und Service neben dem Preis eine wesentliche Rolle spielten. Ein Teil der Exporterlöse sei zudem zumindest kurzfristig abgesichert. Hinzu komme, dass 45 Prozent der Vorleistungen der deutschen Wirtschaft importiert würden, was eine zusätzliche Währungssicherung innerhalb der Wertschöpfungskette bewirke, argumentiert die Deutsche Bank. Ein starker Euro treffe deshalb gerade die Euroländer am stärksten, die derzeit durch eine schmerzhafte Reduktion ihrer Lohnstückkosten versuchten, Wettbewerbsfähigkeit zurückzugewinnen, schreibt Stefan Schneider, der Autor der Studie.

International sind die Auswirkungen des vermeintlichen Abwertungswettlaufs jedoch noch nicht allzu groß. Im Gegenteil: „Seit mehr als drei Jahren sind die wichtigsten Währungen nicht mehr so angemessen zueinander bewertet gewesen wie jetzt“, sagt Thomas Kressin, Währungsfachmann der zum Allianz-Konzern gehörenden Anlagegesellschaft Pimco. Nach den von der Investmentbank Goldman Sachs errechneten Indizes ist der Euro im Januar, gemessen an seiner Kaufkraft, mit den Handelsanteilen gewichtet, relativ zu den Währungen der Handelspartner nur minimal überbewertet (plus 0,2 Prozent). Größere Abweichungen von der Kaufkraftparität zu den wichtigsten Währungen der Handelspartner gab es zuletzt zum Beispiel für die Vereinigten Staaten (0,9 Prozent überbewertet), Indien (2 Prozent unterbewertet) und Chile (3,1 Prozent überbewertet). Doch im langjährigen Vergleich seien das relativ geringe Abweichungen, sagt Kressin. Noch im vergangenen Jahr war der Yen mit rund 30 Prozent überbewertet. Seitdem ist der Außenwert des Yen stark gesunken. Doch damit sei bislang nur die notorische Überbewertung abgebaut worden, sagt Kressin.

Es gibt keinen Anlass für Eingriffe

Darauf wies auch der österreichische Notenbankgouverneur Ewald Nowotny am Montag hin. Zum Dollar bewege sich der Euro in einer normalen Handelsspanne. Auch die Aufwertung zum Yen sei nicht dramatisch. Nowotny, der Sitz und Stimme im Rat der Europäischen Zentralbank hat, wies darauf hin, dass die Notenbank kein Wechselkursziel habe. Nur wenn der Außenwert des Euro das Ziel der Preisniveaustabilität gefährde, könne es eine Diskussion über mögliche Eingriffe geben. Dafür gebe es aber keinen unmittelbaren Anlass.

Dass die Debatte über einen „Währungskrieg“ dennoch weit verbreitet ist, mag auch daran liegen, dass viele Investoren vor allem auf den Dollar achten. In Relation zu ihm sind die Abweichungen einiger Währungen größer. So wird der Schweizer Franken in der Relation zum Dollar, nach Kaufkraftparität gemessen, um fast 80 Prozent zu teuer gehandelt, die norwegische Krone ist gar um knapp 100 Prozent zu teuer.

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