Die Präsidentenfrage im Bankenverband ist offenbar geklärt: Der Co-Chef der Deutschen Bank Jürgen Fitschen wird Finanzkreisen zufolge den Spitzenposten der Lobbygruppe für die privaten Geldhäuser übernehmen, sagten mehrere mit den Plänen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch.
Der 64 Jahre alte Niedersachse habe in internen Gesprächen seine Bereitschaft erklärt. Gegenkandidaten gebe es nicht. „Für Fitschen ist es wichtig, eine möglichst breite Unterstützung im Verband zu haben“, sagte ein Insider. Der Vorstand der Lobbygruppe bestimmt am 26. November in Frankfurt einen neuen Präsidenten, der dann am 15. April sein Amt antritt.
Gut im politischen Berlin verdrahtet
Fitschen galt als Top-Favorit für den Job. Amtsinhaber Andreas Schmitz - Chef der Privatbank HSBC Trinkaus - tritt nicht mehr an und gibt nach vier Jahren an der Spitze des Verbands die Verantwortung ab. Ein Sprecher des Bankenverbands äußerte sich nicht zu der Personalie. „Wir sind überzeugt, dass wir einen guten Kandidaten präsentieren werden“, sagte er lediglich.
Auch das „Handelsblatt“ berichtete von der Personalie. Fitschen ist stark im politischen Berlin verdrahtet. Er war jahrelang Deutschland-Chef des größten deutschen Geldhauses, bevor er im Juni zusammen mit Anshu Jain an die Spitze der Bank gerückt ist. Vorgänger Josef Ackermann war Vorsitzender des Welt-Bankenverbands IIF. Hier ist jetzt Jain im Vorstand vertreten. Damit ist die Rollenverteilung der beiden klar: Während sich Fitschen stärker auf die politische Arbeit in Deutschland konzentriert, kümmert sich der gebürtige Inder mehr um die internationale Lobby-Tätigkeit.
Na, Gottseidank ist der versorgt.
Closed via SSO (Dr.Moser)
- 19.09.2012, 12:48 Uhr
Fitschen als geouteter Inflations-Lobbyist an der Spitze des Bankenverbandes
Norbert Dr. Leineweber (Dr.NorbertLeineweber)
- 19.09.2012, 12:05 Uhr
