14.08.2010 · Blackberrys sind sicher - zu sicher, finden Saudi-Arabien, Indien und die Vereinigten Arabischen Emirate. Sie monieren, dass Terroristen ungestört damit kommunizieren können. Doch ganz so abhörsicher sind sie auch wieder nicht.
Von Carola SonnetDas größte Problem, das der kanadische Hersteller von Blackberrys diese Woche hatte, könnte man auch als Kompliment auffassen: Saudi-Arabien, Indien, die Vereinigten Arabischen Emirate - den Regierungen dieser Länder sind die kleinen Geräte zu sicher. Ihre Geheimdienste haben Bedenken, dass Terroristen oder politische Gegner sich organisieren könnten, ohne dass sie etwas davon mitbekommen. Denn die Server des Herstellers RIM stehen nur in Kanada und in Großbritannien, fern vom Zugriff der Agenten.
Der Blackberry gilt vielen Firmen als die sicherste Art der Kommunikation über die internetfähigen Telefone, da die Informationen bereits vor dem Abschicken verschlüsselt werden. Über einen der beiden Server landen sie auch wieder verschlüsselt im Posteingang des Empfängers. Weil der Schlüssel im Telefon der jeweiligen Nutzer liegt, könne man als Unternehmen gar keine Informationen über den Inhalt der verschickten Mails weitergeben, argumentiert RIM offiziell gegenüber den Ländern, die sich beschwert haben.
Ein paar Sekunden reichen zum Entschlüsseln
Inoffiziell wird jedoch schon an Kompromissen gearbeitet, die verhindern sollen, dass die Regierungen die Kommunikation über Blackberrys ganz verbieten. Denn es geht hier um interessante Wachstumsmärkte. Doch dass die Kommunikation über Blackberrys so sicher ist, wie der Hersteller es darstellt, bezweifelt der Datenschutzexperte Hartmut Pohl von der Gesellschaft für Informatik. Denn: „Die Mails werden beim Provider entschlüsselt, wenn auch nur für ein paar Sekunden. Aber die kurze Zeit reicht, um wichtige Informationen zu entschlüsseln.“ So könne schnell geprüft werden, ob der Inhalt von Anhängen strafbar sei.
Und auch die Schlüssel könnten von Experten geknackt werden - auch wenn das recht lange dauern dürfte. Deshalb sei es wichtig, seinen Schlüssel so oft wie möglich zu wechseln. Datenexperte Pohl empfiehlt sogar: „Am sichersten ist ein neuer Schlüssel für jede versendete Mail.“ Wer jedoch ganz ausschließen wolle, dass Informationen in die falschen Hände geraten, solle einen Boten schicken.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |