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Dank Dividenden Der solide Dax-Rekord

14.07.2007 ·  Der Dax feierte am Freitag ein neues Rekordhoch. Möglich gemacht haben dies Dividenden. Große Rückschläge wie im Jahr 2000 werden derzeit nicht erwartet, denn das fundamentale Marktumfeld untermauert die aktuelle Hausse.

Von Kerstin Papon
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Der Deutsche Aktienindex Dax hat am Freitag mit 8152 Punkten ein Allzeithoch erreicht. Das Marktbarometer brauchte mehr als sieben Jahre, um die alte Rekordmarke von 8136 Punkten aus dem März 2000 zu überbieten. Damals ging es anschließend an den Weltbörsen kräftig abwärts. Der Dax verlor bis zu drei Viertel seines Wertes.

Von solchen Schreckensszenarien ist derzeit keine Rede. Die meisten Aktienstrategen erwarten in der Tendenz weiter steigende Kurse - zeitweilige Rückschläge freilich inklusive. Zu positiv sei das fundamentale Marktumfeld. Auch die Aktienbewertungen gelten nach wie vor als attraktiv. Allerdings könnte das weitere Börsenjahr nicht zuletzt wegen weltweit steigender Zinsen turbulenter werden.

„Ohne Dividenden 16 Prozent unter Rekordhoch“

Ein wichtiger Grund für bleibenden Aktienoptimismus vorweg: Mehr als 8000 Punkte im Dax vor sieben Jahren und heute lassen sich nicht direkt miteinander vergleichen. In dem aktuellen Stand sind die in der Zwischenzeit gezahlten Dividenden enthalten, der Dax ist ein Performanceindex. „Zieht man die Dividenden ab, dann liegt der Index etwa 16 Prozent unter dem alten Rekordhoch“, sagt Volker Borghoff von HSBC Trinkaus & Burkhardt. Damit unterscheidet sich der Dax von vielen anderen Indizes in Europa. Der breite Stoxx 600 befindet sich tatsächlich nahe seinem Höchststand. Er ist ein Kursindex. Dividenden bleiben hier außen vor.

Joachim Goldberg vom Analysehaus Cognitrend warnt vor einer Überbewertung solcher Marken: „Rekordhochs und runde Zahlen sind auffällig und dienen am Markt als Orientierung.“ Allerdings warnt er vor zu viel Euphorie: „Die Nervosität der Anleger hat zugenommen. Das macht den Markt vorerst anfällig für Korrekturen.“ Risiken wie die amerikanische Hypothekenmarktkrise und der hohe Ölpreis würden weitgehend ausgeblendet.

Aktienbewertungen trotz Hausse immer noch günstig

Doch die Weltwirtschaft wächst weiterhin kräftig, nicht zuletzt durch aufstrebende asiatische Länder wie China und Indien. Die Gewinnsituation der Unternehmen hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verbessert. „Die aktuelle Hausse steht auf einem solidem Fundament, da die Aktienkurse immer im Einklang mit den Gewinnen der Unternehmen gestiegen sind“, stellt Roland Ziegler von der BHF-Bank fest. Dies hat zur Folge, dass die Bewertungen vieler Aktien trotz nun gut vier Jahren Hausse noch immer als relativ günstig gelten.

Eine Maßzahl hierfür ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV). „Auf Basis der für die nächsten zwölf Monate erwarteten Gewinne ergibt sich für den Dax derzeit ein moderater Wert von 13,8“, sagt Gerhard Schwarz, Aktienstratege der Hypo-Vereinsbank. Im Jahr 2000 waren es zeitweise mehr als 30. Allerdings könnten nachlassende Gewinnwachstumsraten, wie in der späten Phase eines Zyklus üblich, den Spielraum für höhere Bewertungen bald begrenzen, warnt Schwarz.

„Die Branchenstruktur ist ausgewogener geworden“

Gründe für eine Fortsetzung der Hausse finden sich auch im Markt selbst. „Die Branchenstruktur im Dax hat sich im Vergleich zum Jahr 2000 deutlich verändert; sie ist ausgewogener geworden“, sagt Borghoff. Die damalige Aufwärtsbewegung sei vor allem von wenigen Technologietiteln wie der Deutschen Telekom getragen worden. Heute sind eigentlich fast alle Sektoren an der Hausse beteiligt, der Aufschwung ist gleichmäßiger verlaufen.

Natürlich drohen Gefahren für den Aktienmarkt. „Wenn es einen kritischen Punkt gibt, dann sind es die steigenden Zinsen“, sagt Borghoff. Sie könnten die Anleger zumindest temporär verunsichern, selbst wenn es nicht zu einer dramatischen Konjunkturabkühlung käme. Schwarz verweist auf das Rückschlagspotential, das aus der weltweit restriktiven Geldpolitik und den hohen Konjunkturerwartungen erwachsen könnte.

Bei wie vielen Punkten steht der Dax am Jahresende?

Auch ein höherer Ölpreis gilt als möglicher Belastungsfaktor. Doch noch scheinen die Aussichten so schlecht nicht. Borghoff erwartet bei den Unternehmensberichten zum ersten Halbjahr eher positive Überraschungen. Die Gewinnschätzungen für 2007 seien noch immer zu niedrig. „Legt man die für das Jahr 2009 erwarteten Gewinne und ein KGV von 14,5 zugrunde, dann errechnet sich ein Dax-Niveau von ungefähr 10.000 Punkten“, sagt Ziegler, was allerdings nicht mehr als ein Rechenbeispiel sei.

Die Banken haben ihre Prognosen derweil erhöht. Ziegler sieht den Dax zum Jahresende bei 8600 Punkten. Borghoff erwartet dann einen Dax-Stand von 8700 Punkten und kleinere Korrekturen in den meist schwächeren Börsenmonaten August und September. Schwarz warnt: „Der weitere Weg dürfte steiniger werden, die Kursschwankungen dürften zunehmen.“

Quelle: F.A.Z., 14.07.2007, Nr. 161 / Seite 21
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Jahrgang 1967, Redakteurin in der Wirtschaft.

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