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Crowdfunding : Der Schwarm kommt in Bewegung

Erfreuen sich internationaler Beliebtheit: Crowdfunding-Portale Bild: dapd

Deutsche Crowdfunding-Portale haben bisher zehn Millionen Euro eingetrieben. Die Finanzierung von Projekten durch Spenden aus dem Internet wird immer mehr zum Trend. Verglichen mit Amerika ist der Markt aber noch winzig.

          Langsam, aber sicher starten auch die deutschen Internetfinanziers durch: Im zweiten Quartal 2013 haben deutsche Crowdfunding-Portale im Internet 3,4 Millionen Euro eingesammelt. Insgesamt sind es dieses Jahr bereits mehr als 5 Millionen Euro – mehr als im gesamten Jahr 2012.

          Franz Nestler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Crowdfunding, auf Deutsch Schwarmfinanzierung, nennt sich die Bewegung, welche die Finanzierung von Projekten nicht mehr großen Firmen, Banken und Fonds überlassen möchte. Das Konzept ist einfach: Wer eine Idee hat, stellt sie auf einer Internetplattform wie etwa Seedmatch vor und gibt an, wie viel Geld er benötigt. Wer die Idee gut findet, spendet dafür. Indem viele Menschen eher kleinere Beträge geben, kommen so vergleichsweise große Summen zusammen. Sollte der Punkt, an dem die Realisierung möglich ist, nicht erreicht werden, bekommen die Geber ihr Geld zurück. Sollte das Produkt aber realisiert werden, bekommen die Finanziers als Gegenleistung zum Beispiel das finanzierte Produkt. In Deutschland boomt vor allem der Crowdinvesting-Markt. Bei dieser Variante erhält der Schwarminvestor eine Rendite.

          Auch viele Deutsche investieren in Amerika

          Das laufende Jahr könnte ein besonders erfolgreiches für die deutsche Branche werden: So kamen für ein einzelnes Projekt erstmals mehr als eine Million Euro zustande. Die Idee, die viele begeisterte: Aoterra möchte die Abwärme von großen Computerserverfarmen nutzen, um Gebäude zu heizen und Warmwasser zu produzieren. Insgesamt wurden hierzulande bisher 80 Projekte finanziert, 30 davon allein dieses Jahr. 10 Millionen Euro kamen in Deutschland zusammen, seitdem die Idee des Crowdfunding im Internet kursiert. In der zweiten Jahreshälfte 2013 rechnet das Portal „Für Gründer“ mit bis zu 5 Millionen Euro.

          Bild: F.A.Z.

          Marktführer ist in Deutschland aktuell ganz klar Seedmatch. Das Dresdner Portal hat hierzulande einen Marktanteil von zwei Dritteln, es brachte auch Aoterra an die Crowd. Andere große Namen auf dem deutschen Markt sind Innovestment und Companisto. Die deutschen Anbieter sind aber winzig, verglichen mit ihren amerikanischen Pendants. So hat das amerikanische Crowdfunding-Portal Kickstarter im vergangenen Jahr mehr als 300 Millionen Dollar gesammelt. Insgesamt trieben nordamerikanische Plattformen 1,8 Milliarden Dollar ein. Auch viele Menschen in Deutschland investieren bei den amerikanischen Pendants, weil diese zum Beispiel interessantere Projekte haben oder bei einem internationalen Portal leichter eine große Menge für ein Projekt begeistert werden kann.

          Auch die Crowdinvesting-Plattform Bergfürst versucht auf den Zug aufzuspringen. Das Start-up hat allerdings ein anderes Konzept als die Konkurrenz: Der Schwarm erhält vinkulierte Namensaktien. Die Handelbarkeit des Wertpapiers ist stark eingeschränkt, man kann sie aber über die unternehmenseigene Handelsplattform verkaufen. Als erstes Projekt möchte Bergfürst 3 Millionen Euro für Urbanara einsammeln, die online Inneneinrichtung vertreiben. Das ist ein ehrgeiziges Projekt für eine Plattform, die bisher noch keine einzige Finanzierung auf die Beine gestellt hat. Nach Angaben von Bergfürst wäre es dann das größte über die Crowd finanzierte Projekt in Europa. Investoren können sich ab einem Mindestbetrag von 250 Euro beteiligen. Bergfürst profitiert doppelt: So kassieren sie 5 Euro pro Transaktion, außerdem muss Urbanara der Plattform eine Plazierungsgebühr zahlen.

          Quelle: F.A.Z.

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