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Charttechnik-Training „Sentiment Hausse" und „Baisse" - gut fürs Timing

11.07.2002 ·  Sentiment Hausse und Baisse, nicht sehr bekannt - trotzdem sehr effektiv für das Timing bei Einzelwerten.Thomas Bopp geht darauf ein.

Von Thomas Bopp, CMT-Charttechniker
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Auch in der Charttechnik gibt es hin und wieder Neuheiten. Für jeden Charttechniker ist die Entwicklung eines neuen Indikators eine große Herausforderung. Erst muss ein Konzept erstellt werden, dann die Formel zur Berechnung.

Zum Abschluss erfolgt der Test in der Praxis. Die Sentiment Hausse/Baisse-Indikatoren sind erst wenige Jahre bekannt, bestechen allerdings durch ihre Einfachheit - und sind ohne großes Wissen von Jedermann selbst zu berechnen.

Indikator für das „Timing"

Jedes Wertpapier kann nicht ewig fallen oder steigen. Es kommt irgendwann zu einer Gegenreaktion. Denn dann sind Schnäppchenjäger unterwegs oder Gewinne werden mitgenommen - je nach Trend. Der richtige Zeitpunkt wird mit Hilfe des Sentiment-Hausse/Baisse ausfindig gemacht.

Grundlage des Sentiment Hausse/Sentiment Baisse-Indikators

Beide Indikatoren entstehen nur durch Zählen. Der Indikator fragt, an wie vielen der vergangenen zehn Tage ein Wertpapier gestiegen ist. Wird die gestellte Frage mit „Ja“ beantwortet, erhöht sich der Indikator um einen Wert, ist die Antwort falsch, bleibt es beim alten Wert. So ergibt sich eine stete Linie zwischen Null und Zehn. Je höher der Wert, desto eher kommt es zu Gewinnmitnahmen.

Die „Sentiment Hausse" zählt, an wie vielen der eingestellten Tage es zu steigenden Notierung kam. Die „Sentiment Baisse" untersucht das Ganze nach fallenden Kursen.

Nutzung am Beispiel der BASF-Aktie

Unter dem historischen Kursbild von BASF sind beide Indikatoren eingeordnet. Oben „Sentiment Hausse", darunter „Sentiment Baisse". Bei einem Indikator-Wert von sieben oder höher wird es Zeit, zu reagieren. Diese Punkte sind durch Pfeile markiert. „Sentiment Hausse" wurde verkauft, „Sentiment Baisse" wurde gekauft.

Die besten Gewinne erzielt man in Seitwärtsphasen. Aber auch hier gilt: von außen kommende Einflüsse sind nicht vorhersehbar - siehe den Kursrutsch im September 2001. Das Schöne an dieser anderen Art der technischen Analyse: Sie funktioniert in nahezu allen Märkten und ist einfach per Hand zu berechnen.

Einfache Berechnungsmethodik

Einige Analyse-Programme haben diesen Indikator nicht integriert. Das ist auch nicht unbedingt nötig, denn es kann per Hand erledigt werden. Mit folgenden Schritten:
Man benötigt die Schlusskurse der vergangenen elf Börsentage. Nun untersucht man für die letzten zehn Tage die Veränderung zum Vortag. Ist sie positiv, bekommt „Sentiment Hausse“ einen Finger mehr, ist sie negativ, bleibt alles beim Alten.

Wenn man mehr als sieben Finger als Resultat hat, hat man eventuell einen guten Zeitpunkt zum Ausstieg erwischt. Umgekehrt wird bei Sentiment Baisse vorgegangen.

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25.05.2012 17:45 Uhr
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