23.05.2002 · Zu wissen, wann es Zeit ist, zu passen, ist schwer an der Börse. Eine wichtige Stütze beim Aussteigen ist die „Rule of Seven“.
Von Thomas Bopp, CMT-CharttechnikerDa werden ständig neue Indikatoren entwickelt, möglichst noch mit Raketenantrieb - und dabei gibt es Schätze zu heben, von denen die wenigsten Anleger wissen, dass es sie überhaupt gibt. Ein solcher Schatz ist das „Rule of Seven“, mit dem sich zu Beginn eines neuen Trends sehr genau unterschiedliche Kursziele bestimmen lassen.
Das „Gesetz der Sieben“ wurde von Arthur Sklarew in seinem Bestseller „Techniques of a professional chart analyst“ aus dem Jahre 1980 beschrieben. Obwohl das Gesetz von Sklarew ursprünglich für Rohstoffmärkte entwickelt wurde, lässt es sich auch ohne weiteres für Aktien und Indizes verwenden.
Die Grundlagen der „Rule of Seven“
Obwohl Sklarew nicht weiß, wieso das Prognose-Modell funktioniert, hat es überraschend treffsichere Ergebnisse geliefert. Der Kern des Gesetzes liegt in der ersten Bewegung eines neuen Trends. Der Erfinder geht davon aus, dass aufgrund der ersten Bewegung schon das Gesamtpotenzial der entsprechenden Aktie oder des Index feststeht. Somit wird lediglich die Initialbewegung des neuen Trends benötigt, um anschließend vier Kursziele zu berechnen.
Bei einem Aufwärtstrend werden die vier Kursziele errechnet, indem man die Differenz von Höchst- und Tiefstkurs bei der ersten Bewegung ermittelt, diesen mit sieben multipliziert und anschließend noch durch fünf, vier, drei oder zwei für die entsprechenden Kursziele dividiert. Um die Rechnung abzuschließen, wird dann das bevorzugte Ergebnis zum Tiefstkurs addiert. Handelt es sich bei der ersten Bewegung dagegen um eine nach unten gerichtete, wird das entsprechende Kursziel vom Höchstkurs abgezogen.
Spezielle Charakteristik
Sklarew konnte einige Besonderheiten feststellen. Bei schneller und starker Erstbewegung ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass am ersten Kursziel eine größere Verschnaufpause kommt. Initialbewegungen, die prozentual niedrig und verhältnismäßig langsam sind, haben die Angewohnheit, dass erste und zweite Kursziel links liegen zu lassen und dann bis zur vierten Ebene vorstoßen. Dieses über zwanzig Jahre alte Konzept lässt sich nachprüfen.
Dax und „Rule of Seven“
Anhand des unten stehenden Dax-Charts lässt sich das Prognose-Modell nachvollziehen. Zu sehen ist eine sehr langsame und prozentual sehr niedrige Erstbewegung im Abwärtstrend.
Wie man erkennen kann, deckt sich das Kursverhalten mit der besonderen Charakteristik: Nachdem die ersten drei Kursziele unterschritten wurden, vollzog sich der Trendwechsel, da kein Ziel mehr vorhanden war. Der Abwärtstrend wechselt dann schließlich wieder in einen neuen Aufwärtstrend.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |