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Charttechnik-Training Kursprognose mit Kopf und Schulter

21.05.2002 ·  Kopf/Schulter-Formationen gelten als klassische Trendwenden in der Charttechnik. Lesen Sie im Charttechnik-Training, wie sie funktionieren.

Von Thomas Bopp, CMT-Charttechniker
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In der Charttechnik gibt es verschiedene Arten, das Ende eines Kursanstieges zu erkennen. Dazu zählen einerseits Trendbrüche, andererseits spezielle Formationen, deren Auftreten ein spezielles Kursverhalten erwarten lässt.

Eine der wichtigsten Formationen davon ist die Kopf/Schulter-Formation. Wie der Name sagt, ähnelt sie einem Gebilde mit einem Kopf sowie einer linken und einer rechten Schulter. Bildet sich eine Kopf/Schulter-Formation aus, wird dies als Hochpunkt interpretiert, der längere Zeit nicht mehr überschritten wird. Entwickelt sich das Ganze spiegelbildlich, handelt es sich oft um einen Tiefpunkt im Abwärtstrend. Richtig angewandt, lassen sich daraus wichtige charttechnische Erkenntnisse ableiten.

Bruch der „Nackenlinie“ als Verkaufssignal

Die klassische Form besteht aus drei Kursanstiegen, auf die jeweils eine Abwärtsbewegung folgt. Der zweite Kursanstieg läuft am weitesten. Er dient der dritten Anstiegsphase als Orientierung, wird von ihr aber typischerweise nicht mehr ganz erreicht. Ein echtes Verkaufssignal ergibt sich aber erst beim Unterschreiten einer Unterstützungslinie, die in der Fachsprache „Nackenlinie“ genannt wird. Eine klassische Kopf/Schulter-Formation sehen Sie im unten stehenden Chart.

Wechselspiel der Kräfte

Stellt sich nur die Frage, wie es zu einem solchen Gebilde kommt. Wie bei jeder Kursfindung an der Börse treffen zwei Lager aufeinander. Anleger, die auf steigende Kurse setzen und Anleger, die fallende Notierungen erwarten. Gerade anhand der Kopf/Schulter-Formation lässt sich methodisch die wechselseitige Wirkung der beiden Anlegergruppen beobachten.

Bei Gruppe A handelt es sich um Anleger, die den Titel während eines Kursanstiegs gekauft haben und nun bereit sind, ihre Gewinne zu realisieren. Investoren der Gruppe B haben den ersten Anstieg verpasst, versuchen nun aber an der sich bildenden Nackenlinie einzusteigen. Gruppe C sind schließlich die Pechvögel, die den gesamten Aufwärtstrend verpasst haben. Bei einer technischen Reaktion nach unten wollten sie eigentlich kaufen, haben den Anstieg aber erneut verpasst - und aus Gier engagiert man sich zum Höchstkurs.

Gruppe D verkörpert die Anleger, die bei den ersten Gewinnmitnahmen nicht eingestiegen sind und an der Unterstützung erneut eine Chance wahrnehmen, dabei zu sein. Beim dritten Kursanstieg mischen dann wieder die Pechvögel aus Gruppe C mit. Sie haben zum Höchstkurs gekauft, ihren Fehler aber erkannt und ihre Position mit kleinem Verlust glattgestellt. Zugeordnet werden sie der Gruppe E.

Beim Ausbruch mischen alle mit

In Gruppe F treffen nun alle Gruppen zusammen. Der Kursrutsch durch die Nackenlinie lässt alle zu Verkäufern werden. Langfristige Anleger der A-Gruppe verkaufen und der Rest möchte mit einem kleinen Verlust herauskommen. Hohe Umsätze sind bei solch einem Ausbruch die Folge.

Einzelbeispiele dazu finden Sie unter Ausstiegshilfe Kopf/Schulter-Topformation und Einstiegshilfe Kopf/Schulter-Bodenformation.

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