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Charttechnik-Training Durchschnitte helfen überdurchschnittlich

22.04.2002 ·  Gleitende Durchschnittslinien zeigen den großen Trend. FAZ.NET zeigt, wie man sie berechnet und nutzt.

Von Thomas Bopp, CMT-Charttechniker
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Die immer häufiger wechselnden Kursrichtungen an den Aktienmärkten rauben vielen Börsianern den Schlaf. Um innerhalb der hektischen Tagesschwankungen den Durchblick für das große Ganze zu bewahren, vertrauen Charttechniker auf die so genannten Gleitenden Durchschnittslinien. Sie helfen dabei, die volatilen Kursausschläge zu glätten.

Zur großen Beliebtheit von Gleitenden Durchschnitten hat beigetragen, dass sie leicht zu berechnen und ebenso einfach zu interpretieren sind. Zeigen sie letztlich doch relativ unbeeindruckt von täglichen Ausreißern die grobe Grundrichtung bei den Kursen an.

Einfache Berechnung

Der bekannteste Vertreter dieses charttechnischen Hilfsmittels ist die 200-Tage-Linie. Sie gibt dem Langfrist-Anleger eine einfache Grundregel vor, was er zu tun hat. Fällt sie, hält er sein Geld trocken, steigt die Linie, ist er investiert.

So weit, so gut! Doch wie sind Gleitende Durchschnitte aufgebaut? Ganz einfach: Man nimmt rückwirkend die letzten 200 Schluss- oder Kassakurse. Zusammen addiert und durch 200 geteilt, ergibt sich der Wert der Durchschnittslinie. Kommt am nächsten Tag ein neuer Kurs dazu, fällt der älteste Kurs aus der Berechnung heraus. Die mit der aktualisierten Zahlenreihe ermittelte Zahl dürfte marginal höher oder tiefer als die vom Vortag sein. Alle täglichen Zahlen als Linie dargestellt bilden die gleitende 200-Tage-Durchschnittslinie.

Für jeden Prognosehorizont etwas

Wie sich die so ermittelten Linien einsetzen lassen, zeigt der unten abgebildete Dax-Chart. Darin haben wir drei abgekürzt mit „GD“ bezeichnete Gleitende Durchschnitte eingezeichnet. Neben der bereits erwähnten 200-Tage-Line handelt es sich dabei um eine 50- und eine 18-Tage-Linie. Für Anleger, denen es um langfristige Trendaussagen geht, ist am besten ein auf möglichst vielen Kursen basierender Gleitender Durchschnitt geeignet. Stehen Prognosen für einen Anlagezeitraum von sechs Monaten bis zu einem Jahr an, werden 50 Tage berechnet. Und für risikofreudige Kurzfristspekulanten, die auf jede Trendänderung reagieren wollen, ist die gleitende 18-Tage-Linie gut geeignet. Findige Trader nutzen jedoch alle drei Linien. Fallen sie gleichzeitig, spekuliert der Anleger auf sinkende Notierungen.

Im Dax-Chart sehen Sie den Zeitpunkt eingekreist, an dem selbst die schwerfälligere 200-Tage-Linie angefangen hat, nach unten zu drehen. Sobald so etwas auftritt, haben Anleger allen Grund, nervös zu werden. Zumindest schalten dann sofort alle Chartampeln auf Rot. Spätestens im Dezember 2000 war Verkaufen angesagt - schließlich strebten da alle drei Gleitenden Durchschnitte nach unten.

Trägheit als Nachteil

Ein Nachteil dieses Hilfsinstruments sollte aber nicht verschwiegen werden. Je mehr Kurse in die Berechnung des Durchschnitts eingehen, desto später reagiert dieser. Es kann also passieren, dass der größte Teil der Bewegung schon gelaufen ist, bevor die gleitende Durchschnittslinie dies registriert. Beim Verhalten des Dax ist dies sehr schön zu sehen. Selbst bevor die noch vergleichsweise bewegliche 18-Tage-Linie von fallend auf steigend drehte, hatten frühzeitige Käufer schon neunzig Prozent des bisherigen Anstiegs abkassiert.

Wer schneller mitmischen möchte, kann als Kaufsignal auch auf den Durchbruch des Index von unten nach oben durch die Durchschnittslinie setzen. Läuft es irgend wann wieder anders herum - schneidet also die Gleitende Durchschnittslinie den Kurs von oben nach unten - sind Gewinnmitnahmen angesagt.

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25.05.2012 17:45 Uhr
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Dax 6.339,94 +0,38%
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25.05.2012
Name Kurs Prozent
DAX 6.339,94 +0,38%
FAZ-INDEX 1.377,69 −0,11%
TecDAX 752,47 +0,08%
MDAX 10.196,40 −0,34%
SDAX 4.817,28 +0,29%
REX 434,70 −0,15%
Eurostoxx 50 2.161,87 +0,25%
F.A.Z. EURO 69,61 +0,13%
Dow Jones 12.454,80 −0,60%
Nasdaq 100 2.527,05 −0,17%
S&P500 1.317,82 −0,22%
Nikkei225 8.580,39 +0,20%
EUR/USD 1,2515 −0,14%
Rohöl Brent Crude 106,90 $ +0,14%
Gold 1.569,50 $ +0,06%
Bund Future 144,35 € +0,25%