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Charttechnik-Training Charttechnik bei Einzelwerten hat auch Grenzen

22.04.2002 ·  Charts verraten nicht immer alles. Wann sie bei Einzelwerten nicht greift, erklärt Charttechniker Thomas Bopp.

Von Thomas Bopp, CMT-Charttechniker
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Bei Einzelaktien zählen Gewinnrevisionen, Übernahmeangebote oder veränderte Zukunftsaussichten zu den größten Fehlerquellen. Sie kommen ebenso überraschend wie Kriege oder Regierungskrisen und sorgen für ein panisches Verhalten der Anleger.

Oft wird dann das Chartbild komplett zerstört. Durch die unkontrolliert wirkenden Kräfte werden Trends, Unterstützungen oder Widerstände durchbrochen. Denn bei Bekanntwerden der außerordentlichen Nachricht gibt es keinen mehr, der ein Risiko entgegen der allgemeinen Meinung eingehen will. Auch der Chartist wartet erst einmal ab, bis sich klare Signale ergeben.

Überraschende News durchkreuzen alle Chartüberlegungen

Beispielsweise konnte einmal bei Infineon (siehe den ersten unten stehenden Chart) dieses Phänomen beobachtet werden. An der markierten Stelle im Chart ereignete sich folgendes: Das Unternehmen gab vor Börseneröffnung eine deutliche Revision der Ertragslage bekannt. Während die wichtige Unterstützungslinie (grün) am Vortag noch hielt, eröffnete der Wert nach der schlechten Botschaft mit einem Kursrutsch von mehr als zehn Prozent.

Zu beachten ist dabei, dass solche Phänomene hauptsächlich in Abwärtstrends bei Einzelwerten zu sehen sind. Gute Nachrichten werden ignoriert, schlechte wirken sich dafür umso stärker aus. Bei Werten in Aufwärtstrends ist es umgekehrt. Die schlechten Nachrichten werden ignoriert und die guten sorgen für einen weiteren Kursschub. Im Gegensatz zu den Aktienindizes lässt sich manchmal schon vorher am Kursverlauf erkennen, dass irgend etwas vor sich geht. Der untersuchte Wert Infineon zeigte schon vorher deutliche Schwächezeichen, speziell am Tag vor der Bekanntgabe.

Charts verraten keine Fusionen

Während bei Gewinneinbrüchen klar ist, dass sich etwas Grundlegendes verändert hat, fällt ein Fazit im Fusionsfall schwerer. Hier muss erst ermittelt werden, wer Gewinner und wer Verlierer ist.

Auch für den Charttechniker ist unklar, was er tun soll. Schließlich ist das Gelingen der Fusion nicht garantiert. Da das Übernahmeangebot aber meistens deutlich über dem aktuellen Aktienkurs liegt, kommt es oft zu einem Kurssprung nach oben. Scheitert das Vorhaben dagegen, geht es schnell wieder in die andere Richtung.

Dresdner Bank-Chart als Paradebeispiel

Als Beispiel dient das Chartbild der Dresdner Bank-Aktie (siehe Chart zwei). Erst sollte es im Dezember 2000 zu einer Fusion mit der Deutschen Bank kommen, dann machte ein Jahr später die Allianz ein Übernahmeangebot. Beide Male kam es zu Kurssprüngen von über 20 Prozent. Als bei der Fusion Deutsche/Dresdner Bank die Wahrscheinlichkeit für ein Gelingen des Vorhabens sank, bröckelten die Notierungen ab. Beim endgültigen Scheitern des Deals kam es begünstigt durch neue Fusionsfantasie zwar erneut zu einem Kurssprung, als die Euphorie dann aber nachließ, ging es abwärts.

Ganz anders beim Übernahmeangebot der Allianz. Da man vom Gelingen der Fusion überzeugt war, konnten die Kursgewinne nicht nur verteidigt, sondern sogar ausgebaut werden. Aber auch hier gilt: Im Unterschied zu Gewinnanpassungen ergeben sich bei Fusionen keine Hinweise in den Charts auf das Ereignis. Zumindest dann nicht, wenn im Vorfeld keine Informationen durchsickern.

Fazit: Wie geht nun der Charttechniker vor? Gelingt die Fusion, wendet er sich anderen Werten zu. Bei Gewinnanpassungen jedoch bleibt ihm nichts anderes übrig, als erst einmal an der Seitenlinie abzuwarten. Erst wenn sich neue Trendlinien entwickelt haben, ist erneut eine treffsichere Prognose über die zukünftige Kursentwicklung möglich.

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25.05.2012 17:45 Uhr
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Name Kurs Prozent
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TecDAX 752,47 +0,08%
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SDAX 4.817,28 +0,29%
REX 434,70 −0,15%
Eurostoxx 50 2.161,87 +0,25%
F.A.Z. EURO 69,61 +0,13%
Dow Jones 12.454,80 −0,60%
Nasdaq 100 2.527,05 −0,17%
S&P500 1.317,82 −0,22%
Nikkei225 8.580,39 +0,20%
EUR/USD 1,2515 −0,14%
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