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Charttechnik-Training Auch die Chartwelt bietet Inseln der Glückseligkeit

 ·  Mut zur Lücke lautet offenbar das Motto bei einigen Charts. Wie sich Kurslücken nutzen lassen, erfahren Sie im Charttechnik-Training.

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Überraschende Nachrichten nach Börsenschluss fließen erst am nächsten Tag in die Kurse der jeweiligen Aktie ein. Oft kommt es dann zu starken Kursbewegungen. Manchmal fällt die Reaktion sogar so deutlich aus, dass der Kurs einen Sprung nach oben oder unten macht. Im Chartbild zeigt sich das in einer Kurslücke oder einem so genannten Gap.

Ein Gap ist nur im Balken- oder Kerzen-Chart zu sehen. Linien- und Point & Figure-Darstellungen sind dafür unbrauchbar. Im Balken- und Kerzen-Chart lässt sich eine Kurslücke sehr einfach erkennen. Im Chart muss das Tagestief bei einem Aufwärtsgap höher als das Tageshoch des Vortages sein. Die Handelsspanne darf sich somit nicht überschneiden. Beim Abwärtsloch ist es umgekehrt. Das aktuelle Tageshoch muss niedriger sein als der Tiefstkurs am Vortag. Es ist ein Bereich entstanden, in dem kein Handel stattfand.

Wann wird ein Gap geschlossen?

Häufig wird die These verfochten, dass Kurslücken wieder geschlossen werden. Oft ist das möglicherweise auch so. Aber wer im Falle der Deutschen Telekom (siehe unten stehenden Chart) darauf hoffte, saß danach auf massiven Verlusten. Denn wie der Beispielchart zeigt, sind auf dem Weg nach unten viele Gaps entstanden, die bisher nicht geschlossen wurden.

Wenn also wieder einmal ein Experte behauptet, ein Gap werde bald geschlossen, sollte man sofort die Anschlussfrage nach dem wann stellen. Denn es kann in einer Woche, einem Monat oder weit in der Zukunft sein. Lücken im Tageschart werden unter Tagestradern als Widerstände oder Unterstützungen genutzt und sollten normalerweise auch so behandelt werden.

Verschiedene Arten von Kurslücken

Inzwischen arbeiten Charttechniker mit verschiedenen Arten von „Gaps“. Zum einen gibt es das „Ausbruchsloch“, das entsteht, wenn damit der Bruch eines Trendkanals verbunden ist. Erfolgt kurz darauf erneut ein „Gap“ in die neue Trendrichtung, handelt es sich um ein „Fortsetzungsloch“, das meist auf halbem Weg der jeweiligen Bewegung zu finden ist. Einige Gap-Arten sind im Telekom-Chart dargestellt. Geschlossen wurde bisher nur das „Ausbruchsloch“.

Eine weitere Besonderheit, bekannt als große Umkehrformation, wird aus zwei Löchern gebildet. Bei der oberen Inselumkehr etwa entsteht das erste „Gap“ auf dem Weg nach oben, das zweite nach unten. Diese Formation wird Insel oder Inselumkehr genannt und ist fast immer an Extremkursen zu finden. Man sollte auf sie achten, denn sie markiert meist ein mögliches Allzeithoch oder -tief.

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