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Zeitarbeit : Firmen leihen mehr Personal aus

Randstad: In Deutschland das größte Zeitarbeitsunternehmen Bild: Wahl, Lucas

Die Zeitarbeitsbranche erwartet kräftiges Wachstum, ihre Leistungen sind gefragt. Kritik gibt es an der geplanten Höchsteinsatzdauer.

          Die deutsche Wirtschaft steht vor einer stabilen Wachstumsphase - zumindest wenn es nach der Zeitarbeit geht. Denn die Branche gilt als klassischer Frühindikator für die Konjunktur. Solange der Aufschwung anhält, brauchen Unternehmen zusätzliches Personal, um Auftragsspitzen abzufedern. Bevor neue Mitarbeiter aber festangestellt werden, greifen Arbeitgeber dabei häufig auf Personaldienstleister zurück. Damit bleiben sie flexibler, wenn die Auftragslage wieder schlechter wird. Doch dafür gibt es derzeit keine Aussichten.

          Sven Astheimer

          Verantwortlicher Redakteur für Unternehmen.

          Für das laufende Jahr rechnen die größten deutschen Zeitarbeitsunternehmen mit einem Umsatzwachstum von 8,2 Prozent, wie eine aktuelle Umfrage des Marktforschungsinstituts Lünendonk ergab. Demnach legten die Erlöse 2013 noch um 7,2 Prozent auf rund 22,3 Milliarden Euro zu.

          Dabei war die Zahl der Zeitarbeitnehmer um fast 5 Prozent gesunken. Dies dürfte zu einem wesentlichen Teil mit den neu eingeführten Branchenzuschlägen zusammenhängen. Diese von den Tarifparteien ausgehandelten Sonderzahlungen sollen mit zunehmender Einsatzdauer die Lohnunterschiede zwischen Leihkräften und Stammbelegschaften ausgleichen - wenn eine solche Lohnlücke überhaupt besteht.

          Kritik an der geplanten Höchsteinsatzdauer

          Viele Unternehmen haben die Verteuerung durch die Zuschläge im vergangenen Jahr zu spüren bekommen. Laut Lünendonk-Partner Hartmut Lüerßen hat sich die Nachfrage jedoch im Laufe des Jahres wieder stabilisiert. Deshalb sei davon auszugehen, dass auch die Zahl der Zeitarbeitnehmer wieder steige. Kritisch betrachte die Branche die von der großen Koalition geplante Höchsteinsatzdauer von 18 Monaten. Nur wenige Zeitarbeiter würden nach der Frist wohl wie vom Gesetzgeber erhofft vom Einsatzunternehmen übernommen werden, viele dagegen verlören vermutlich ihre Zuschläge und fielen auf ein niedrigeres Lohnniveau zurück.

          Laut Studie haben die beiden großen Anbieter am deutschen Markt ihre Führung noch ausgebaut. An der Spitze wuchs der deutsche Ableger des niederländischen Randstad-Konzerns leicht auf knapp 1,9 Milliarden Euro Umsatz, die Zahl der Zeitarbeiter blieb mit rund 60.000 gleich. Dahinter folgte Adecco mit fast 1,6 Milliarden Euro Umsatz, wobei die Zahl der Zeitarbeitnehmer um 2000 auf 40.000 sank. Dahinter klafft schon eine riesige Lücke.

          Führende Zeitarbeits- und Dienstleistungsunternehmen in Deutschland
          Rang Unternehmen Umsatz in Mio. Euro Interne Mitarbeiter Zeitarbeitnehmer
          2013 2012 2013 2012 2013 2012
          1 Randstad Deutschland [1] 1.880,0 1.840,0 2.600 2.800 60.000 60.000
          2 Adecco Germany [2] 1.570,7 1.550,8 2.321 2.502 40.100 42.000
          3 Persona Service Verwaltung 661,7 662,4 1.900 1.900 18.150 19.800
          4 Manpower [3] 575,6 585,5 1.125 1.170 19.000 20.000
          5 Autovision Zeitarbeit [4] 550,0 520,0 500 470 13.000 12.500
          6 I.K. Hofmann 481,0 429,3 465 411 14.864 14.804
          7 7S Group 281,3 270,1 722 759 6.980 6.962
          8 ZAG Zeitarbeits-Gesellschaft 265,0 280,0 610 600 10.500 10.100
          9 Orizon 261,0 273,5 424 454 7.500 8.400
          10 Dekra Arbeit 255,0 210,0 379 377 7.306 5.972
          [1] Umsätze einschließlich Gulp und Randstad Professionals; [2] Umsätze der Adecco-Gruppen-Unternehmen 2013: Adecco-Personaldienstleistungen GmbH: 503,7 Milionen Euro, DIS AG: 500,2 Milionen Euro, Tuja-Gruppe 56,8 Millionen; [3] Inklusive der Umsätze der Vivento IS, der Joint Ventures Bankpower und Aviation Power sowie weiterer Tochtergesellschaften; [4] Unternehmensübergang. Bis 31.12.2013 Zeitarbeitnehmerzahlen von Autovision GmbH und Wolfsburg AG; Quelle: Lünendonk GmbH

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