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Veröffentlicht: 15.05.2014, 17:30 Uhr

Interimsmanagement Immer mehr CFOs auf Zeit

Vakanzüberbrückung, Projektarbeit oder Sanierungsfall – die deutschen Unternehmen haben Interimsmanager zu schätzen gelernt. Ihre Zahl steigt stetig, aber sie haben auch ihren Preis.

von Sabine Paulus
© Thinkstock Unternehmen suchen Interimsmanager oft um Vakanzen zu überbrücken.

Nach dem Bilanzskandal beim Fahrradhersteller Mifa ist der Wirtschaftsprüfer Hans-Peter Barth zum ersten Finanzvorstand in der Unternehmensgeschichte berufen worden. Er ist bis Jahresende bestellt und soll das Unternehmen zusammen mit „Chief Recovery Officer“ Stefan Weniger, einem Sanierer, wieder zurück in die Spur bringen. Barth stieß als Interims-CFO zur Mifa, nachdem der langjährige Mifa-Chef Peter Wicht krankheitsbedingt ausgefallen war und Bilanzlöcher in Millionenhöhe auftauchten.

Auf solch brenzlige Situationen treffen Interimsmanager in ihrem Berufsalltag immer wieder. Für ihre zeitlich befristeten Managementaufgaben werden sie gerne dann gerufen, wenn Not am Mann ist. Neben den klassischen Sanierern gibt es aber auch die Prozessoptimierer unter den Interimsmanagern, die Projekte managen und Fusionen unterstützen. Auch zur Überbrückung von Vakanzen werden Manager auf Zeit engagiert. „Die Hälfte der Unternehmen suchen Interimsmanager, um Vakanzen zu überbrücken, weil ein CFO oder ein Mitarbeiter aus dem Finanzbereich krankheitsbedingt ausfällt oder gekündigt hat“, sagt Thomas Till, Geschäftsführer beim Personalvermittler Till & Faber.

Die Mehrheit der deutschen Unternehmen hat schon mit externen Spezialisten auf Zeit zusammengearbeitet und würde es wieder tun. „60 bis 70 Prozent der deutschen Unternehmen nutzen oder kennen schon das Interimsmanagement“, sagt Till.

Nach sachten Anfängen in den 1980er Jahren erlebte das Interimsmanagement durch die deutsche Wiedervereinigung einen ersten Boom. Eine zweite Wachstumsphase folgte 2001 nach dem Platzen der Internetblase. Im Jahr 2013 lag der Branchenumsatz bei 1,2 Milliarden Euro, und die Interimsmanager können mit einer deutlich anziehenden Nachfrage rechnen: Bis 2023 soll sich das Marktvolumen verdreifachen, glaubt die Dachgesellschaft Deutsches Interim Management. Die Zahl der Interimsmanager soll auf 15.000 steigen. Damit wäre das Interimsmanagement eine der am schnellsten wachsenden Nischen am deutschen Arbeitsmarkt.

Doch noch immer hält sich das Vorurteil, Interimsmanager seien Gescheiterte ohne Festanstellung. Dabei geben manche Manager zwischen 45 und 59 aus der ersten und zweiten Führungsebene sogar bewusst ihre Anstellung auf, um selbstständig zu werden. Sie wollen an keine Unternehmenspolitik gebunden sein.

Tagessatz von über 1000 Euro

Doch obwohl so viele Manager in den Markt drängen, haben Interimsmanager immer noch ihren stolzen Preis. „Finanzchefs, die in ein Unternehmen mit rund 1000 Mitarbeitern kommen, bekommen in der Regel einen Tagessatz ab 1250 Euro aufwärts“, erklärt Till. Auch kleinere Unternehmen kämen nicht unter 1000 Euro am Tag weg. Für einen Leiter Finanzen & Rechnungswesen seien etwa 800 oder 900 Euro am Tag zu veranschlagen.

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Auch für Unternehmen, die für die Abteilung Treasury, wo unterhalb des Vorstands auf der Arbeitsebene die Fäden des Finanzmanagements zusammenlaufen, einen Interimsmanager suchen, wird es teuer. „Interimsmanager im Treasury können pro Tag zwischen 1000 und 1300 Euro verlangen“, meint Till. Der Grund für die Tagessätze fast auf Vorstandsniveau: Im Treasury gibt es nur sehr wenige Interimsmanger, die die komplexen Themen wie zum Beispiel die Einführung von speziellen Softwaresystemen beherrschen.

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