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Börsengang : Alibaba erscheint nicht so teuer

Der Online-Händler Alibaba komt über den größten Börsengang der Technologiebranche an die New Yorker Stock Exchange. Bild: AP

Der Alibaba-Börsengang scheint alle Dimensionen zu sprengen. Dabei erscheinen die Aktien gar nicht so teuer angeboten zu werden.

          Chinas größter Onlinehändler Alibaba will bei seinem für Freitag erwarteten Gang aufs New Yorker Börsenparkett auf einen Schlag mehr als 25,03 Milliarden Dollar (19,3 Milliarden Euro) einnehmen. Am Montag wurde eine entsprechende Mitteilung bei der Börsenaufsicht eingereicht. Eine Aktie kostet demnach zwischen 66 und 68 Dollar.

          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Unter dem Namen „Baba“ sollen nach Angaben aus Bankenkreisen ab Freitag 368,12 Millionen Alibaba-Aktien an der Wall Street gehandelt werden. Bei bis zu 68 Dollar je Aktie könnte Alibaba damit mehr als 25 Milliarden Dollar einnehmen - so viel wie noch kein Unternehmen zuvor. Das Unternehmen würde damit mit 163 bis 168 Milliarden Dollar bewertet. Das entspricht nahezu dem Wert von Dow-Jones-Mitgliedern wie Procter&Gamble oder der größten amerikanischen Bank JP Morgan. Facebook bringt es derzeit auf 147 Milliarden.

          Allein dies scheint schon ein Indiz zu sein, dass der chinesische Online-Händler hoch, um nicht zu sagen, zu hoch bewertet ist. Indes ist Alibaba in China sehr erfolgreich: oft als chinesische Version von Amazon und Ebay beschrieben, weil es Funktionen beider Anbieter vereint, hat die Plattform Taobao mit 500 Millionen Nutzern einen Marktanteil von mehr als 90 Prozent bei Verkäufen von privat an privat.

          In dem im März zu Ende gegangenen Geschäftsjahr 2013/2014 erwirtschaftete Alibaba bei einem Umsatz von umgerechnet 8,46 Milliarden Dollar einen Gewinn von 3,72 Milliarden Dollar und suggeriert damit eine schier unglaubliche Ertragskraft. Ebay brachte es bei 16 Milliarden Dollar Umsatz nur auf 2,9 Milliarden Dollar Überschuss.

          Alibabas Ertragskraft hat sich dabei gegenüber dem Vorjahr deutlich verbessert, als es bei rund zwei Drittels des Umsatzes nur ein Drittel des Gewinns gab. Profitabel ist Alibaba seit dem Jahr 2011/2012. Im ersten Geschäftsquartal, das im Juni zu Ende ging, erzielte der Online-Händler bei 2,15 Milliarden Dollar Umsatz einen Gewinn von 1,99 Milliarden Dollar.

          Analysten rechnen indes mit keinen weiteren Margenverbesserungen. Sie erwarten für das laufende Jahr einen Umsatz von 11,6 Milliarden Dollar und einen Gewinn von 5,75 Milliarden. Geht man von den Schätzungen aus, so kommt Alibaba mit der Emission auf ein geschätztes Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 28 bis 29. Das ist ziemlich viel. Indes werden Facebook oder der chinesische Anbeiter einer Chat-App, Tencent, aktuell mit KGVs von mehr als 35 bewertet. Der Suchmaschinenbetreiber Baidu kommt auf ein KGV von 25.

          Angesichts der voraussichtlich vereinnahmten Milliarden, könnte das Unternehmen durch Zukäufe deutlich wachsen. Das birgt allerdings auch Tücken. So gibt es Zweifel am jüngsten Wachstumskurs, nachdem es bei der kürzlich übernommenen Filmfirma China Vision Media Group offenbar Unregelmäßigkeiten gibt. Insgesamt aber scheint Alibaba damit trotz des riesigen Umfangs des Börsengangs nicht zu teuer gepreist.

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